+
Hier schlägt künftig das Herz der Verwaltung: Die Sparkassenfiliale an der Schlierseer Straße in Hausham wird in ein neues Rathaus umgebaut. Der Pavillon (vorne) wird rückseitig vergrößert, auch die Rotunde mit dem Sitzungssaal (hinten) erhält einen Anbau. In das zweigeschossige Hauptgebäude werden neue Wände für die Büros eingezogen.

Debatte über Umbau von Sparkassenfiliale

Hitzige Diskussion im Gemeinderat: Das ist der Plan fürs neue Rathaus

  • schließen

Ausschließlich hinter den Kulissen diskutierte der Haushamer Gemeinderat bislang den Umzug des Rathauses in die Sparkassenfiliale. Das hat sich nun geändert. Eine intensive Debatte war die Folge. 

Hausham – Es ist eine Investition, die den Haushamer Haushalt lange prägen wird. Mehr als sechs Millionen Euro werden der Kauf und Umbau des Sparkassengebäudes an der Schlierseer Straße in ein neues Rathaus kosten (wir berichteten). Das treibt nicht nur die Gemeinderäte, sondern auch die Bürger um, wie Hubert Lacrouts (CSU) nun in der Sitzung berichtete. „Man wird darauf angesprochen“, sagte er. Deshalb habe er sich dafür stark gemacht, das Thema endlich einmal öffentlich zu diskutieren. „Die Leute sollen wissen, dass wir hier nichts leichtfertig beschließen“, sagte Lacrouts.

Die Gemeindeverwaltung kam diesem Wunsch nach – und lud Planer Herbert Wagenpfeil zur Vorstellung der Varianten für Umbau und Erweiterung der Bankfiliale in den Sitzungssaal ein. Drei Entwürfe hatte Wagenpfeil ausgearbeitet (siehe unten).

Für Gottfried Bonleitner (CSU) kam nur die kleinste Lösung in Frage. „Wir müssen alle Potenziale zur Kostenoptimierung nutzen“, forderte er. Auch die in allen drei Vorschlägen enthaltene Klimaanlage hielt Bonleitner für überflüssig. Er selbst arbeite in einem ungekühlten Bürohaus. „Das ist in unseren Breiten schon auszuhalten.“

Gerhard Klante (FWG) sprach sich hingegen mindestens für die mittlere Lösung aus. Die räumliche Teilung von Ordnungs- und Standesamt bei Variante eins sei „Blödsinn“, sagte er. Seine Fraktionskollegin Marlies Fellermeier-Liebl wies dabei auf die gegenseitigen Vertretungen der Mitarbeiter in diesen Abteilungen hin. Für nicht verzichtbar hielt Dritte Bürgermeisterin Ria Röpfl ferner die Klimaanlage. „Die Besucher müssen sonst in der Hitze warten.“

Hitzig geführt wurde wohl auch die nichtöffentliche Debatte über den Kauf des Sparkassengebäudes. Darauf deuteten jedenfalls die Wortmeldungen der SPD-Fraktion hin. „Wir könnten uns heute eigentlich entspannt zurücklehnen, weil wir damals eh dagegen gestimmt haben“, sagte Thomas Danzer (SPD). Er sei nach wie vor der Auffassung, dass eine Modernisierung des alten Rathauses mit Kosten von rund vier Millionen Euro die wirtschaftlichere Lösung gewesen wäre. Monika Veicht wies darauf hin, dass sich auch im Altbau Ziele wie eine Barrierefreiheit hätten erreichen lassen. „Andere Rathäuser schaffen das auch“, sagte Veicht.

Das wolle er so nicht stehenlassen, hielt Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) dagegen. Fachleute hätten bestätigt, dass eine Sanierung samt Auslagerung der Büros in Container teurer gewesen wäre. „Wir wollen ein effektives und zeitgemäßes Rathaus, aber keinen Luxus“, sagte Zangenfeind. Deshalb halte er etwa den Glasgang zwischen Hauptgebäude und Pavillon bei Variante drei für überflüssig. „Wir schauen jede Ausgabe fünf Mal an“, versicherte der Bürgermeister.

Auch Georg Eham (CSU) konnte die Argumente der SPD nicht nachvollziehen. Bei der Beratung über den Kauf sei man davon ausgegangen, dass die Verwertung des Altgrundstücks zwei Millionen Euro einbringen könnte. Damit wäre der Umzug in das Sparkassengebäude um 500.000 Euro günstiger. „Auf dieser Grundlage haben wir entschieden“, sagte Eham und erntete zustimmendes Klopfen seiner Ratskollegen.

Auf mehrheitliche Zustimmung stieß letztlich die zweite Variante. 14 Gemeinderäte waren für die Erweiterung um 188 Quadratmeter Nutzfläche, fünf dagegen. Zu groß war der Gegenwind hingegen für die Klimaanlage. Michael Ertl (SPD) hatte angeregt, darüber separat abzustimmen. Mit acht zu elf Stimmen fiel die Investition im Gremium durch. Für Lacrouts kein großer Verlust für das neue Rathaus: „Schwitzen ist gesund“, merkte er schmunzelnd an. „Manche gehen dafür extra in die Sauna.“

Die drei Varianten im Detail

Drei Konzeptvarianten hat Planer Herbert Wagenpfeil für den Umbau des Sparkassengebäudes in Hausham ausgearbeitet. Allen gemein ist der Umbau des zweigeschossigen Hauptgebäudes für 1,4 Millionen Euro und des Pavillons für 173.000 Euro – inklusive Klimaanlage für 160.000 Euro. Die Gesamtnutzfläche beziffert der Planer auf 1270 Quadratmeter. Für die Einrichtung der Büros rechnet er mit 300.000 Euro. Die Tiefgarage mit 13 Stellplätzen bleibt den Angestellten vorbehalten. 

Die Unterschiede liegen in der Erweiterung. Variante eins sieht lediglich einen Anbau am Sitzungssaal in der bestehenden Rotunde und eine Vergrößerung des Pavillons um 125 Quadratmeter für insgesamt 616.000 Euro vor. Der Haken: Standes- und Ordnungsamt, die eigentlich eng zusammenarbeiten, sind hier auf Hauptgebäude und Pavillon verteilt. Bei Variante zwei wäre diese Teilung dank einer Mehrfläche von 188 Quadratmetern für 869.000 Euro aufgehoben. Die große Lösung mit einer Erweiterung um 337 Quadratmeter für knapp 1,4 Millionen Euro geht von einem Zusammenschluss von Hauptgebäude und Pavillon über den Sitzungssaal aus. Über einen Glasgang könnten die 30 Mitarbeiter und die Bürger zudem direkt trockenen Fußes zwischen den Trakten wechseln.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

A bissl Radlweg geht immer 
Der neue Geh- und Radweg an der B 472 in Schwaig bei Irschenberg stößt auf Unverständnis bei den Radlern. Kein Wunder, endet er doch in beiden Richtungen im …
A bissl Radlweg geht immer 
Unwetter: Bäume blockieren Bahnstrecke und Straßen
Das Unwetter von Freitag hat im Landkreis Miesbach seinen Tribut gefordert. Etliche Bäume sind umgeknickt. Viele Straßen, die Autobahn sowie Bahnstrecken waren betroffen.
Unwetter: Bäume blockieren Bahnstrecke und Straßen
Technischer Defekt löst Großeinsatz aus
47 Feuerwehrleute, dazu Polizei: Auch abseits des Unwettergeschehens hatten die Einsatzkräfte in der Nacht zum Samstag zu tun. 
Technischer Defekt löst Großeinsatz aus
Angeklagter (40) rammt betrunken auf der A8 einen Streifenwagen
Zwei Polizisten werden bei dem Aufprall leicht verletzt, als ein 40-Jähriger auf der A8 bei Irschenberg hinten auf ihren Streifenwagen fährt. Der Mann flüchtete - und …
Angeklagter (40) rammt betrunken auf der A8 einen Streifenwagen

Kommentare