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Ein Mann, ein VW-Bus, eine Geschäftsidee: Mark Linke baut die T2 VW-Busse zu mobilen Bars um. 

Das Geschäft mit dem T2 

Der Haushamer Mark Linke und seine Bulli-Bar

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Eine Bar auf vier Rädern im VW-Bulli-Design: Mark Linke aus Hausham hat mit seiner Idee die Leidenschaft zum Beruf gemacht. Von seinen T2-Bussen aus servierte er auch der Kanzlerin schon einen Drink. 

Hausham/Schliersee – Mehrere VW-Busse T2 in der Garage, Tassen im Bulli-Look als Dekoration auf dem Regal und Bilder von den VW-Bussen an der Wand. Und zwischendrin Mark Linke (40), grüne Augen, kurze blonde Locken, einen Bulli auf dem T-Shirt. „Der T2 schaut einfach sympathisch aus“, sagt Linke über den Kult-VW. Das breite Grinsen verrät seine Leidenschaft. „Der hat eben ein richtiges Gesicht.“

Linke sitzt in einem Häuschen an der Hauptstraße in Schliersee, das er zu einem regelrechten Bulli-Paradies umgebaut hat – er nennt es seinen Showroom. Vor einem Jahr hat er sich selbstständig gemacht – seither dreht sich alles um den T2. Der Haushamer baut die Busse, die seit 31. Oktober 1979 nicht mehr hergestellt werden, zu einzigartigen Gefährten um: mobile Cocktailbars, Sektwagen für Hochzeiten, ein Fotobus und seit Neuestem eine Zapfanlage auf vier Rädern. Und die Ideen sprudeln weiter.

Die Liebe zu den VW-Bussen Typ T2, von denen zwischen 1967 und 1979 im VW-Werk in Hannover genau 2 533 188 Stück hergestellt worden waren, hat Linke von seinen Eltern geerbt. „Die hatten einen grünen Camper mit Klappdach.“ Damit ging es mit dem Zwillingsbruder und dem jüngeren Bruder in den Urlaub, die Surfbretter aufs Dach geschnallt. Linkes grüne Augen strahlen. „Das ist echt ein Wunder, was da alles drauf passt.“

Statt Surfbrettern transportiert Linke mittlerweile ganz andere Dinge. Gläser, Getränke, Sitzsäcke – schon ist die mobile Bar fertig. Der 40-Jährige feiert selbst gern. „Das kann ich nicht verleugnen“, sagt er und lacht. Als Barkeeper war er früher außerdem oft auf Messen unterwegs. Die Idee mit den T2-Bussen kam dem Haushamer bei einem Urlaub in Thailand, wo er eine ähnliche mobile Bar gesehen hat. Seither verbringt er täglich mehrere Stunden im Internet auf der Suche nach den Modellen. Es sei schwer, an gutes Material zu kommen. „Da wird für viel Geld Schrott verkauft.“

Sechs Busse hat der 40-Jährige schon ergattert. Den neuesten in schwarz-weiß hat er mit einer Zapfanlage ausgestattet. Der Waakirchner Markus Hoppe schenkt von dort nun sein Hoppebräu aus. Und Linke hat schon einen neuen Geschäftspartner überzeugt: Elisabeth Schwojer vom Platzerl in Miesbach. „Nächste Woche kommt Bus Nummer sieben“, sagt Linke. Ganz ausgereift sei die Idee noch nicht, aber fest steht, dass aus dem weißen Bus mit Klappe an der Seite ein Kaffeebus wird. „Der muss aber noch pinkisiert werden.“

An den wenigen freien Wochenenden, die dem Haushamer noch bleiben, packt er eine Matratze auf seinen T2-Pritschenwagen und fährt zum Beispiel an den Sylvensteinspeicher. Das Brett fürs Stand-Up-Paddling ist auch an Bord. „Für mehr bleibt aber kaum Zeit“, sagt Linke. Schließlich trudeln ständig neue Buchungen ein.

Ob bei der Taufe seiner Tochter im eigenen Garten, bei Hochzeiten im Landkreis oder bei Partys in ganz Deutschland – die T2-Bar ist mittlerweile zu einer Marke geworden. Bei einer Veranstaltung in Berlin ließen sich auch schon bekannte Gesichter wie Angela Merkel, Thomas Gottschalk und Fabian Hambüchen einen Drink aus dem Bus reichen. Linke erinnert sich an eine Hochzeit im vergangenen Jahr. Dort hat er nicht wie üblich Sekt nach der Trauung serviert. „Die Leute wollten lieber einen schnellen Kräuterlikör.“

Wenn Linke seinen Fantasien nachhängt, schweift der Blick ab. Er hat so viele Ideen, dass er gar nicht weiß, wo er anfangen soll zu erzählen. Wieso nicht ein Pisten-Bulli für Aprés-Ski im Winter? Oder ein T2 für Picknick-Rundfahrten um den Schliersee? Linke grinst wie ein Bub. „Jetzt brauch’ ich aber erst einmal eine große Halle.“ Er will künftig alles, was er für sein Geschäft braucht, an einem Ort haben. Im Moment stehen die sechs, bald sieben, Busse in zwei Garagen in Schliersee und Miesbach. „Und die dreckigen Gläser nehm ich nach jeder Buchung mit nach Hause.“

Nächste Woche, wenn der neue Bus kommt, muss Linke erst mal das Werkzeug in die Hand nehmen. Ein Bekannter hilft ihm beim Umbauen und Lackieren. Derweil ist Linke gar kein typischer Autoschrauber. Er macht das weniger aus Leidenschaft zum Handwerk – ihm geht es um das Ziel. Und je ausgefallener das ist, umso besser.

BR-Beitrag zu den T2-Bars: In der Sendung Heimatrauschen berichtet der Bayerische Rundfunk heute, Freitag, um 19.30 Uhr über die Bullis von Mark Linke.

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