Kardinal Reinhard Marx
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Kardinal Reinhard Marx hat seinen Rücktritt angekündigt.

Michael Mannhardt erkennt Reformwillen

„Großer Respekt“: Miesbacher Dekan sieht Rückzug von Kardinal Marx als Zeichen für Aufbruch

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Überrascht, aber nicht enttäuscht: So hat Dekan Michael Mannhardt das Rücktrittsgesuch von Kardinal Reinhard Marx an Papst Franziskus aufgenommen. Er sieht darin auch eine Chance.

Hausham/Landkreis – „Er stößt mich nicht vor den Kopf“, sagt der Leiter der Pfarrverbände Hausham-Agatharied und Miesbach-Parsberg auf Anfrage unserer Zeitung. Im Gegenteil: Es sei ein gutes Signal, dass ein Würdenträger der Kirche nicht an seinem Amt klebe. „Ich habe großen Respekt vor ihm, dass er diesen Schritt gewählt hat“, meint der Dekan. Tatsächlich habe er sich dadurch auch ein bisschen an den Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2013 erinnert gefühlt.

Dekan Michael Mannhardt.

Die Entscheidung des Kardinals, der damit nach eigener Aussage auch eine Mitverantwortung für die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche übernehmen möchte, wertet Mannhardt auch als Zeichen für einen zunehmenden Reformwillen. „Damit werden Kräfte frei, die nun auch genutzt werden müssen.“ Ob dies tatsächlich geschieht, hängt für Mannhardt längst nicht nur von der Person, die Marx’ Nachfolge antreten wird.

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Der Dekan geht fest davon aus, dass der Kardinal auch nach seinem Rückzug eine wichtige Rolle in diesem Prozess innehaben wird. Dadurch, dass er nicht mehr in Amt und Würden sei, könne er sich freier bewegen und seine Haltung in mannigfaltiger Weise einbringen. „Seine Stimme wird nicht verstummen oder an Gewicht verlieren“, ist Mannhardt überzeugt. Im Gegenteil: „Sie wird noch besser hörbar sein.“  

sg

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