+
Danke, Toni: Die Crachia-Garden verabschieden Toni Strim (M.) bei der Elferratssitzung 2016 nach 39 Jahren aus den aktiven Reihen der Faschingsgesellschaft.

Crachia-Urgestein erklärt, warum gute Bälle auch heute noch gefragt sind

Großer Überblick: Das ist der Faschingsmarathon im Landkreis

  • schließen

Bälle, Umzüge, Straßenpartys: Faschingsfans im Landkreis kommen in den kommenden Wochen voll auf ihre Kosten. Wo es sich am besten feiern lässt, zeigen wir Ihnen in unserem großen Terminplaner.

Hausham/Landkreis– Mit 16 Jahren Fanfarenbläser, mit 20 Prinz, mit 21 Präsident der Crachia: Der Haushamer Toni Strim (55) hat eine Faschingskarriere hingelegt, bei der so mancher Kölscher Jeck vor Neid erblassen würde. 39 Jahre lang hat Strim die fünfte Jahreszeit in Hausham wie kaum ein zweiter geprägt, vor kurzem zog er sich aus dem Elferrat zurück (wir berichteten). Pünktlich zur heißen Party-Phase haben wir das Crachia-Urgestein gefragt, wie sich der Fasching im Landkreis über die Jahre verändert hat und welche Bedeutung er heute noch hat.

Herr Strim, nahezu jedes Wochenende im Jahr steigt irgendwo im Landkreis eine Party. Ist der Fasching bei der Jugend nicht längst überholt?

Überhaupt nicht. Der überwiegende Teil der Besucher unserer Bälle sind junge Leute. Das merkt man spätestens dann, wenn die unter 18-Jährigen um Mitternacht heimgehen müssen. Da wird es schnell leer auf der Tanzfläche. Das war früher anders.

Faschingsmuffel sind also heutzutage eher die Erwachsenen?

Das kann man so nicht sagen. Ich denke, dass auch das ältere Publikum noch gerne auf einen schönen Faschingsball geht. Aber oft ist das Angebot nicht mehr so da. Früher hatten wir in Hausham eine ganze Reihe von legendären Veranstaltungen – am Faschingssamstag sogar zwei. Während die Älteren auf dem Bergwachtball im Saal des Gasthof Alpenblick getanzt haben, haben sich bei den Fußballern im Alpengasthof Glück Auf Jugendliche und Senioren gleichermaßen ausgetobt. Beide Feiern waren meist schon um acht Uhr brechend voll. Die schönsten Bälle waren immer die, bei denen alle Altersgruppen gemeinsam eine riesige Gaudi gehabt haben. Das gibt es heute nur noch selten.

Wie erklären Sie sich das?

Der Rosenmontag hat für viele Erwachsene nicht mehr den Stellenwert wie früher. Heute nimmt sich kaum mehr einer am Faschingsdienstag frei, damit er am Abend vorher entspannt auf einen Ball gehen kann. Daran haben sich die Veranstalter natürlich angepasst und engagieren oft nur noch Bands für jüngere Leute. Das ist auch verständlich, denn kein Verein will bei einer Faschingsparty einen Verlust einfahren. Die meisten gehen da auf Nummer sicher und setzen auf Jugendliche.

Aber geht es denen überhaupt noch um den Fasching oder nur ums Partymachen?

Das hat sich in den vergangenen Jahren wieder zum Besseren gewandelt. Die allermeisten Jugendlichen kommen heute toll verkleidet zu unseren Veranstaltungen. Da staunt man immer wieder, was da für aufwendige Masken dabei sind.

Was braucht’s, damit sich auch die ältere Generation wieder die Pappnase aufsetzt?

In erster Linie eine Musik, die Alt und Jung gleichermaßen gefällt. Dass es so was auch in unserer Zeit noch gibt, haben wir vor ein paar Jahren selbst erfahren. Da haben wir uns getraut, erstmals einen Ü30-Rosenmontagsball zu starten. Als Band haben wir die Münchner Gruppe Big Bad Wolf verpflichtet – ein absoluter Glücksgriff. Mit ihrem 70-jährigen Leadsänger und jeder Menge Pop-Rock aus den 1960er- und 1970er-Jahren haben die den fast 400 Besuchern von 30 bis 60 Jahren ordentlich eingeheizt. Da sind sogar Leute aus dem ganzen Landkreis zu uns gekommen. Das hat uns gezeigt, dass der traditionelle Fasching auch heute noch funktioniert. Daran anknüpfen wollen wir mit der Premiere unseres maskierten Weinfests am kommenden Samstag im Glück Auf. Auch das richtet sich an alle Generationen – und der Vorverkauf läuft gut. Vielleicht entwickelt sich das ja zu einem neuen Besuchermagnet.

Genau wie die Elferratssitzung?

So ist es. Die macht uns immer noch vier Mal den Saal voll. Und das, obwohl wir nach wie vor an unserem Ehrenkodex von früher festhalten und – anders als im Fernsehen – keine Sketche oder Pointen unter der Gürtellinie auf die Bühne bringen.

Stichwort Fernsehen: Lassen sich bei der Vielzahl an Karnevalssendungen überhaupt noch neue Themen finden?

Das ist in der Tat gar nicht so leicht. Aber man braucht ja das Rad nicht immer neu zu erfinden. Für mich ist es okay, wenn man mal etwas aufgreift und dann mit eigenen Ideen anreichert. Auf lokale Themen allein können wir uns auch nicht konzentrieren, denn da kommen die Gäste von auswärts nicht mit. Die richtige Mischung macht’s – genau wie bei der Musik auf dem Faschingsball.

Alle Faschingstermine im Überblick

Überall im Landkreis kommen Faschingsfreunde in den kommenden Wochen auf ihre Kosten. Der Überblick beinhaltet – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – Termine, die uns bislang gemeldet wurden. Ergänzungen können per E-Mail an redaktion@miesbacher-merkur.de geschickt werden.

-Bad Wiessee: 18.  Februar, 14 Uhr, Kinderfasching im evangelischen Gemeindehaus.

-Fischbachau: 18. Februar, 9.48 Uhr, Bettelhochzeit; 23. Februar, 18 Uhr, Weiberfasching im Klosterstüberl.

-Gmund: 3. Februar, 19 Uhr, 1. Prunksitzung der Seegeister im Neureuthersaal; 11. Februar, 19 Uhr, 2. Prunksitzung im Neureuthersaal; 17. Februar, 20 Uhr, Zigeunerball der Dorfmusikanten im Pfarrsaal; 26. Februar, 9.30 Uhr: Gottesdienst im Gardegewand in der Pfarrkirche; 26. Februar, 11 Uhr, Dürnbach narrisch auf dem Dorfplatz; 26. Februar, 14 Uhr, Faschingsrodeln mit Schneebar in der Klamm; 27. Februar, 12 Uhr, Rosenmontagstreiben auf dem Dorfplatz; 27. Februar, 17 Uhr, Kinderfasching der Sportfreunde im Neureuthersaal; 28. Februar, 19 Uhr, Kehraus im Neureuthersaal.

-Hausham: 28. Januar, 19 Uhr, Maskiertes Weinfest der Crachia mit Bagg Ma’s im Alpengasthof Glück Auf; 11. Februar, 20 Uhr, Back in Time mit Shark im Glück Auf; 25. Februar, 20 Uhr (Einlass), The Eye of the Tiger XXV mit Twilight Zone im Glück Auf; 26. Februar, 11 Uhr, Ramba Zamba am Bahnhofsplatz; 28. Februar, 13 Uhr, Familiennachmittag im Glück Auf mit Auftritt aller Garden.

-Holzkirchen: 28. Januar, 20 Uhr, Faschingskranzl im Stüberl am Holzkirchner Eisstadion; 18. Februar, 20 Uhr, Pfarrfasching im Pfarrsaal St. Josef; 26. Februar, 11.11 Uhr, „Offizielle 1111-Jahr-Feier Holzkirchen“ des Faschingsvereins De Damischen mit Umzug und anschließendem Treiben auf dem Marktplatz.

-Kreuth: 11. Februar, 15 Uhr, Faschingskranzl mit Musik in der Riedler Stub’n (Barbetrieb ab 22 Uhr); 24. Februar, 19 Uhr, Faschingsball „Hurra de Gams“ im Leonhardstoana Hof.

-Miesbach: 11. Februar, 20 Uhr, Schwarz-Weiß-Ball im Waitzinger Keller; 18. Februar, 20 Uhr, Redoute im Waitzinger Keller; 24. Februar, 14 Uhr, Kinderfasching im Waitzinger Keller; 24. Februar, 19 Uhr, Faschingsparty für Erwachsene mit und ohne Behinderung im Waitzinger Keller; 27. Februar, 20 Uhr, Semmelfresserball in der Schulturnhalle Parsberg; 28. Februar, 12 Uhr, Marktplatzfasching.

-Otterfing: 11. Februar, 21 Uhr, Römerball des TSV Otterfing im Otterfinger Hof; 18. Februar, 20 Uhr, Vesuvball der Otterfinger Burschen in der Vulkanhalle neben dem Otterfinger Hof; 22. Februar, 19.30 Uhr, Frauenbund-Fasching mit Bühnenshow „Alles Party oder was?“ im Otterfinger Hof; 28. Februar, 10.45 Uhr, Bettlhochzeit.

-Rottach-Egern: 19. Februar, 13.30 Uhr; Kinderfasching der Ortsvereine in der Wallbergerhütte; 23. Februar, 14.30 Uhr, Weiberkranzl in der Wallbergerhütte; 25. Februar, 19.30 Uhr, Faschingsball des Club Tegernsee im Seeforum.

-Schliersee: 26. Februar, 11 Uhr, Faschingsgaudi auf der Firstalm.

-Tegernsee: 17. Februar, 20.11 Uhr, Faschingsparty in der Schießstätte (mit Prinzengarde); 18. Februar, 14.11 Uhr, Kinderfasching in der Schießstätte; 18. Februar, 19.30 Uhr, Kellerparty der Seegeister in der Schlossbrennerei; 23. Februar, 9 Uhr, Unsinniger Donnerstag im Bräustüberl; 28. Februar, 9 Uhr, Faschingsdienstag im Bräustüberl; 28. Februar, 11.11 Uhr, Auftritt der Seegeister-Garden vor dem Rathaus.

-Valley: 4. Februar, 20 Uhr, Schlossgeisterball im Valleyer Trachtenheim.

-Warngau: 27. Februar, 20 Uhr, Lumpenball des Burschenvereins im Gasthof zur Post.

-Weyarn: 10. Februar, 20 Uhr, Rauschige Nacht im Landgasthof Neukirchen.

sg/dak/gr/avh

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Rzehak: „Wir haben viel herausgeholt“
Das Verfahren zur Ausweisung einer Wasserschutzzone Thalham-Reisach-Gotzing wird wieder aufgenommen. Verzögert hatte das ein Ministerinnen-Schreiben. Die dort gestellten …
Rzehak: „Wir haben viel herausgeholt“
Namensproblem bei AfD-Kandidat: Stimmzettel bleiben gültig
Liegt im Fall um den Namen des AfD-Kandidaten Constantin Prinz von Anhalt ein strabares Verhalten vor? Vermutlich noch vor der Bundestagswahl soll das geklärt sein. Bis …
Namensproblem bei AfD-Kandidat: Stimmzettel bleiben gültig
Über den Wipfeln auf dem Schliersberg
Der Schliersberg soll für Besucher noch reizvoller werden. Eigentümer Ingo Bauer will einen Aussichtsturm bauen. 
Über den Wipfeln auf dem Schliersberg
Drei Personen bei Verkehrsunfall bei Miesbach verletzt
Leicht verletzt mussten zwei Autofahrer und ein Beifahrer am Wochenende ins Krankenhaus gebracht werden. Ein VW und ein Mercedes waren auf der B472 zusammengekracht.
Drei Personen bei Verkehrsunfall bei Miesbach verletzt

Kommentare