Danielle Döbbener
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Danielle Döbbener, Leiterin der vhs Hausham.

Sachstandsbericht im Gemeinderat

Gut vorbereitet für den Umbruch: vhs Hausham stellt sich für Zukunft auf

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Nicht nur das Coronavirus zwingt die vhs Hausham zum Umdenken, sondern auch der Beitritt in den neuen, landkreisweiten Verbund. Doch die Schule ist gut vorbereitet.

Hausham – Gleich mehrere Umbrüche haben die Volkshochschulen (vhs) im Landkreis Miesbach heuer zu bewältigen: Den Zusammenschluss zum neuen Verein „VHS Oberland e.V.“, aber auch den Ausbau des Online-Angebots, den die Kursabsagen durch die Corona-Pandemie notwendig machen. Über die Auswirkungen für die vhs Hausham hat nun deren Leiterin Danielle Döbbener im Haushamer Gemeinderat berichtet.

Dass die Volkshochschule überhaupt auf der Tagesordnung auftauchte, hatte rein formale Gründe. Wie in allen anderen betroffenen Städten und Gemeinden musste auch das Haushamer Gremium der Teilnahme des Bürgermeisters bei der für die Verschmelzung notwendigen, außerordentlichen Mitgliederversammlung des vhs-Kreisverbandes am 17. Juni zustimmen und ihn damit ermächtigen, die Hand für den Beitritt der Gemeinde zum neuen Verein zu heben.

Wie berichtet, befindet sich Hausham dabei in einer Sondersituation. Die dortige vhs ist die einzige kommunal geführte im gesamten Landkreis. Die tatsächlichen Auswirkungen des Vereinsbeitritts seien aber überschaubar, führte Kämmerer Martin Reisberger aus. Der jährliche Kostenaufwand bleibe trotz des zusätzlichen Mitgliedsbeitrags von 8400 Euro (ein Euro pro Einwohner) in etwa konstant bei 130 000 Euro. „Die Zahlungen fließen nur woanders hin“, erklärte Reisberger. Als Einzelkämpfer wäre die Gemeinde deutlich schlechter gestellt. Aufgrund der dann entstehenden Konkurrenzsituation zum neuen vhs-Verbund und dem Wegfall staatlicher Zuschüsse müsste man mit Kosten von rund 150 000 Euro rechnen. Der Beitritt sei also klar die bessere Option.

Daran zweifelte im Gemeinderat niemand mehr. Hubert Lacrouts erkundigte sich aber, ob Hausham aufgrund der Größe seiner vhs Anspruch auf einen der fünf Sitze im Aufsichtsrat anmelden werde. „Wir haben diesen dringenden Wunsch offensiv mitgeteilt“, sagte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG). Die Entscheidung treffe aber letztlich die Mitgliederversammlung. Angst vor einem Risiko für die Gemeinde müsse aber ohnehin niemand haben.

Lesen Sie auch: Langjähriger Leiter über die Stärke der vhs Hausham: „Wir sind Generalisten.“

Das Gebäude inklusive Ausstattung bleibe im Haushamer Eigentum, auch wenn man für die Nutzung weiter keine Miete verlangen werde. Vorerst würden nur die Betriebskosten umgelegt. Neuanschaffungen, zum Beispiel für die Computertechnik, müsse künftig aber der vhs-Verein tragen.

Mit technischen Fragen war die vhs in den vergangenen Wochen wiederholt konfrontiert, berichtete Döbbener. Weil der Präsenzunterricht seit dem 16. März wegen der Corona-Pandemie gestoppt sei, habe man die digitale Chance ergriffen und Dozenten und Teilnehmern Online-Kurse angeboten. „Viele nutzen es, aber noch nicht alle“, resümierte Döbbener. Weil das gedruckte Programm noch vor Corona erschienen sei, könne man nur online auf die neuen Angebote hinweisen. „Bitte weitersagen“, bat Döbbener daher die Gemeinderäte. Auch ein Dozent für den beliebten Kurs „Bairisch für Zuagroaste“ würde noch gesucht.

Am meisten wünscht sich die vhs-Leiterin aber, dass die Volkshochschulen bald einen Termin für die Wiederöffnung ihrer Räume bekommen. „Leider sind wir bei den Lockerungen bisher auf der Strecke geblieben.“ 

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