Wegen Schlägen gegen seine Frau musste sich ein 39-Jähriger nun vor Gericht verantworten - nicht zum ersten Mal (Symbolbild)
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Wegen Schlägen gegen seine Frau musste sich ein 39-Jähriger nun vor Gericht verantworten - nicht zum ersten Mal (Symbolbild)

Zum wiederholten Mal vor Gericht

Häusliche Gewalt: Haftstrafe für früheren Haushamer

Zum wiederholten Mal musste sich ein früherer Haushamer wegen häuslicher Gewalt vor Gericht verantworten. Diesmal sagte seine Frau gegen ihn aus - er wurde zu einer Haftstrafe verurteilt.

Hausham – Schon einmal stand sich das Ehepaar aus Hausham vor Gericht gegenüber. Der Verdacht: häusliche Gewalt. 2018 wollte die Frau aber nicht gegen ihren Mann aussagen. Diesmal sagte sie aus: Das Amtsgericht verurteilte den 39-Jährigen wegen Körperverletzung zu einer Haftstrafe auf Bewährung.

Im Februar dieses Jahres soll ein 39-Jähriger, der inzwischen in Rottach-Egern lebt, gegenüber seiner Frau (33) in der gemeinsamen Wohnung in Hausham handgreiflich geworden sein. Unter Alkoholeinfluss soll er die Frau an den Haaren gezogen und versucht haben, sie zu schlagen – weil er nicht mit ansehen habe wollen, dass seine Frau den gemeinsamen Sohn zum Lesen und Schreiben zwinge. Der Bub im Grundschulalter soll den Streit seiner Eltern hautnah miterlebt haben.

Äußern wollte sich der Angeklagte zum Tatvorwurf zunächst nicht. Erst als Amtsrichter Walter Leitner ihn damit konfrontierte, dass sein achtjähriger Sohn unter Umständen eine Aussage gegen ihn vor Gericht machen müsste, rückte der 39-Jährige Stück für Stück mit seiner Version der Geschichte heraus. „Ich gebe zu, dass ich etwas falsch gemacht habe“, sagte der Rottacher. Das Haareziehen und versuchte Schläge gegen seine Noch-Ehefrau meinte er damit aber nicht. „Wir haben uns gegenseitig beschimpft, beleidigt, geschubst und miteinander gestritten“, sagte der Angeklagte. Dass er an besagtem Morgen Alkohol konsumierte habe, stritt er ab.

Unter Alkoholeinfluss wird der 39-Jährige gewalttätig

Die Haushamerin schilderte den Verlauf ganz anders. Sie habe in der Nacht vor der Tat sogar mit den Kindern auswärts geschlafen, „weil er mal wieder Alkohol getrunken hat“. Als sie am nächsten Morgen mit den Kindern heimgekehrt war und mit ihrem Sohn Hausaufgaben erledigte, soll sich der Vorfall ereignet haben. „Ich bin ins Schlafzimmer und habe in der Schublade nach Alkohol gesucht“, berichtete die Haushamerin.

Das passte ihrem Mann überhaupt nicht: „Er zog mich an den Haaren und versuchte, in meine Bauchgegend zu schlagen.“ Irgendwie sei es ihr gelungen, sich zu befreien und zu flüchten. Mit ihrem Sohn sei sie sofort zur Polizei gefahren und erstattete Anzeige gegen den 39-Jährigen.

„Es sind einfach zwei verschiedene Welten, wenn er Alkohol trinkt und wenn er keinen trinkt“, schilderte die Haushamerin. Bislang habe sie ihm immer verziehen, „doch jetzt ist Schluss“. Deshalb habe sie auch vor Kurzem die Scheidung eingereicht.

In den Augen der Staatsanwältin war der Fall klar, die 33-Jährige habe den Vorfall glaubwürdig geschildert. Zumal der 39-Jährige schon drei Vorstrafen hat. Bisher kam er immer mit Geldstrafen davon. „Das reicht diesmal nicht mehr“, sagte die Staatsanwältin. Sie forderte eine viermonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie die Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 1250 Euro.

Der Angeklagte, der ohne Rechtsanwalt erschienen war, nahm die Forderung der Juristin zur Kenntnis und entschuldigte sich letztlich doch „für alles, was ich getan habe“. Diese Entschuldigung im letzten Wort kam beim Richter gut an. Vier Monate auf Bewährung sowie 1200 Euro Geldauflage wegen vorsätzlicher Körperverletzung lautete das Urteil Leitners. „Vier Monate sind wirklich das absolute Minimum“, konstatierte der Richter. „2018 ist alles schon mal genau so vorgekommen, aber so gehen Sie unter Alkoholeinfluss halt scheinbar mit Ihrer Frau um, wenn Ihnen was nicht gefällt.“

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hph

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