+
Der dicke Brocken kommt erst noch: Auch heuer hat Haushams Investitionsprogramm schon eine steigende Verschuldung zur Folge. Der Kauf und Umbau des Sparkassengebäudes zum neuen Rathaus erfolgt allerdings erst 2018 – und kostet voraussichtlich über sechs Millionen Euro.

„Im ersten Moment ist man erschlagen von solchen Riesensummen“

Haushaltsdebatte: Megaprojekt wirft seine Schatten voraus

  • schließen

Auch 2017 wird es im Haushamer Haushalt nichts mit dem Sparen. Zu viele wichtige Investitionen stehen an. Doch richtig dick kommt‘s erst 2018. Da sorgt der Rathausumzug für viele neue Schulden.

Hausham – Was im Investitionsprogramm für 2017 nur mit überschaubaren Planungskosten von 50 000 Euro auftaucht, wird die Haushamer Gemeindefinanzen in den kommenden Jahren massiv beeinflussen. Mehr als sechs Millionen Euro hat Kämmerer Martin Reisberger für Kauf und Umbau des Sparkassengebäudes in ein neues Rathaus in die Finanzplanung bis 2019 eingestellt.

Die Verschuldung dürfte damit bis Ende 2018 auf mehr als 20 Millionen Euro ansteigen. Einen Teil davon will die Gemeinde durch den Verkauf des Altbestands wieder tilgen. Trotzdem geht Reisberger davon aus, dass die Gemeinde mit dem Kauf „Verpflichtungen eingegangen ist, die die Haushaltswirtschaft der Gemeinde Hausham für die nächsten Jahrzehnte nachhaltig prägen werden“.

Zu einem gewissen Maß überschattete das finanzielle Megaprojekt auch schon die Beratungen über den Haushalt 2017. „Im ersten Moment ist man erschlagen von solchen Riesensummen“, sagte Hubert Lacrouts (CSU). Die für Ende 2019 prognostizierten Schulden in Höhe von 18 Millionen Euro seien „gigantisch“. Deshalb müsse man sich auch heuer schon überlegen, ob alle freiwilligen Aufgaben der Gemeinde „sein müssten“. Thomas Danzer (SPD) forderte, den Bürgern schon jetzt ehrlich zu sagen, dass Einschränkungen auf sie zukommen werden. „Es wird ein straffer Haushalt zu führen sein“, sagte Danzer.

Dass dies in seinen Augen nicht mit Steuererhöhungen einhergehen müsse, stellte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) klar. „Das wäre ein schlechtes Signal nach außen.“ Er wolle lieber dafür kämpfen, auch in Zukunft gute Betriebe nach Hausham zu locken und so die Finanzkraft weiter zu stärken. Mit 4,2 Millionen Euro Einkommensteuerzuweisung und 1,6 Millionen Euro Gewerbesteuer rechnet die Kämmerei für 2017. Dass die Gemeinde deshalb mit weniger Schlüsselzuweisungen (2,32 Millionen Euro) und mehr Kreisumlage (3,97 Millionen Euro) klarkommen muss, ist für Zangenfeind verschmerzbar.

Zur Finanzierung des mit 3,56 Millionen Euro angesetzten Investitionsprogramms reicht die Nettozuführung aus dem Verwaltungshaushalt (496 000 Euro) jedoch bei Weitem nicht aus. Weitere Einnahmen wird die Kämmerei durch den Verkauf von Grundstücken im Wert von 1,51 Millionen Euro verbuchen. Darunter ein Flurstück am im Bau befindlichen Edeka-Markt, das an die Unternehmensgruppe Küblböck veräußert wird. Trotzdem kommt die Gemeinde auch heuer nicht um eine Kreditaufnahme (1,18 Millionen Euro) herum. Die Schulden steigen damit um 677 900  auf rund 14,05 Millionen Euro an. Und das, obwohl das dicke Ende mit dem Rathauskauf erst noch bevorsteht.

Vorsorgliches Sparen ist laut Zangenfeind aber 2017 nicht drin. Zu viele Pflichtaufgaben im Bereich Straßen und Wasserversorgung müssten erledigt werden. So steckt Hausham alleine 845 000 Euro in die Sanierung und den Umbau von Verkehrswegen, darunter 335 000 Euro in die Umgestaltung von Tegernseer, Miesbacher und Oberer Tiefenbachstraße sowie 250 000 Euro in die Eckerbachbrücke und den Hirschmüller-Kanal. Insgesamt 690 000 Euro werden in die Instandhaltung der Tiefbrunnen 1 und 3 und in den Wasserleitungsbau fließen. Ferner gilt es, die Restkosten für das neue LF 20 der Feuerwehr Agatharied (260 000 Euro) abzustottern und dem Bauhof einen neuen Lkw zu kaufen (120 000 Euro). Die gleiche Summe wird die Sanierung des Eingangsbereichs am Friedhof verschlingen.

„Ich wüsste nicht, was wir streichen sollten“, sagte Zangenfeind am Ende von Reisbergers Ausführungen. Die Ratskollegen waren ähnlicher Auffassung und verabschiedeten die Haushaltssatzung einstimmig. Dritte Bürgermeisterin Ria Röpfl (FWG) brachte die Gefühlslage auf den Punkt: „Wir haben viele Schulden, aber es bewegt sich was in Hausham.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kapellenweg: Über acht Stationen durch die Obere Wies
Geschichtliches und Spirituelles miteinander verbinden: Das geht ab sofort in der Oberen Wies bei Miesbach. Die acht Stationen des Kapellenwegs laden beim Spazierengehen …
Kapellenweg: Über acht Stationen durch die Obere Wies
Der Weg zum Steak: Foto beeindruckt Jury
Der Weg zum Steak: So nannte Andrea Bahr ihr Foto von entspannten Kühen auf der Weide. Für das Bild wurde sie nun von Ernährungsminister Helmut Brunner ausgezeichnet. 
Der Weg zum Steak: Foto beeindruckt Jury
Wohnzimmerkonzerte: Kulturhaus startet neu durch
Wohnzimmerkonzerte statt wilde Partys: Das Kulturhaus zur goldenen Parkbank will sein Image aufpolieren. Eine neue Veranstaltungsreihe soll auch ältere Besucher anlocken.
Wohnzimmerkonzerte: Kulturhaus startet neu durch
Volksfest-Anstich: Fertl vertritt erkrankte Bürgermeisterin
Nicht Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, sondern ihr Stellvertreter Paul Fertl zapfte das erste Fass auf dem Miesbacher Volksfest an. Die Rathaus-Chefin liegt momentan im …
Volksfest-Anstich: Fertl vertritt erkrankte Bürgermeisterin

Kommentare