Sechs Häuser mit 80 Wohnungen sollen auf dem Areal des früheren Haushamer Rathauses entstehen. Das Foto zeigt ein Tischmodell der Pläne.
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Sechs Häuser mit 80 Wohnungen sollen auf dem Areal des früheren Haushamer Rathauses entstehen. Das Foto zeigt ein Tischmodell der Pläne.

Wohnraum in Hausham

Erste Pläne veröffentlicht: 80 neue Wohnungen auf dem alten Haushamer Rathaus-Areal

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Auf dem früheren Haushamer Rathausareal sollen 80 neue Wohnungen entstehen. Den Planentwurf billigte der Gemeinderat einstimmig. Der nächste Schritt ist das Auslegungsverfahren.

Hausham – 5800 Quadratmeter gilt es auf dem ehemaligen Rathausgrundstück an der B 307 zu bebauen. Jetzt gibt es konkrete Pläne der Bauherrin. Eva-Maria Klappauf von der Schlierach GmbH stellte das Projekt gemeinsam mit Architekt Oliver Kiermeier am Montag im Gemeinderat vor. Das Gremium billigte den Entwurf einstimmig. Diskussionsbedarf gab es trotzdem.

Wohnkomplex wird größer als gedacht

Zwischen 40 und 60 Wohnungen in zwei bis drei Baukörpern sollten es werden – Stand im Gemeinderat 2018. Gut zweieinhalb Jahre später zeigt das Tischmodell des Architekten ein anderes Bild: Sechs Häuser, 80 Wohnungen und je ein Stockwerk mehr als ursprünglich angedacht.

Die quer zur Bundesstraße angeordneten vier Häuser sind mit je vier Geschossen geplant, wovon das oberste um eineinhalb Meter zurückversetzt ist. Gesamte Wandhöhe: gut zwölf Meter. Die beiden parallel zur östlichen Grundstücksgrenze angeordneten Häuser sind jeweils ein Stockwerk höher. Wandhöhe: gut 15 Meter.

Abweichungen sind im Sinne des Gemeinderats

„Solange das für den Gemeinderat in Ordnung ist, ist das kein Problem“, sagte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) auf Nachfrage. Die dichte Bebauung sei an dieser Stelle kein Problem und das Schaffen von Wohnraum ein Ziel der Gemeinde. „Letztlich hat sich an der angedachten Wohnfläche aber fast nichts verändert“, so Zangenfeind. Nach Rücksprache mit dem Landratsamt sei man zu dem Schluss gekommen, mehrere kleinere Häuser sehr langen Gebäuden vorzuziehen.

Kiermeier sagte: „Es werden ungefähr 35 Zwei-Zimmer- und 45 Drei-Zimmer-Wohnungen.“ Genau stehe das noch nicht fest. Zangenfeind: „Mit der Größe der Wohnungen variiert auch die Anzahl – daher die Abweichung von den geplanten 40 bis 60 Einheiten.“

Einkommensorientierte Förderung gibt es für knapp ein Drittel der Wohnungen

Wohnungen im Haus an der Ecke Rathausstraße/B 307 und im parallel daneben liegenden sollen eine einkommensorientierte Förderung (EOF) erhalten. Das Modell sieht vor, dem Eigentümer die ortsübliche Miete zu zahlen, wobei die Bewohner mit einem Einkommensnachweis einen Zuschuss beim Landratsamt beantragen können (wir berichteten).

„Die Schlierach GmbH hat sich für 40 Jahre daran gebunden, 30 Prozent der gesamten Wohnfläche für EOF-Wohnungen zur Verfügung zu stellen“, sagt Zangenfeind auf Nachfrage. Das seien 15 Jahre mehr als zwingend notwendig gewesen wären, freut sich der Bürgermeister. „Das waren sehr einvernehmliche Verhandlungen.“ Positiv daran sei insbesondere das Mitentscheidungsrecht des Landratsamts bei der Vergabe der Wohnungen. Profitieren können davon beispielsweise Menschen, die aufgrund ihres Einkommens keine Sozialwohnungen erhalten, sich die ortsübliche Miete aber trotzdem nicht leisten können.

Rollstuhlgerechte Unterführung geplant

Vor Baubeginn muss der Bauherr die bisher rondelförmige Fußgänger- und Radwegunterführung der Bundesstraße versetzen, da diese im Bereich der neuen Häuser liegt. Auf Nachfrage von Marlies Fellermeier-Liebl (FWG) sagte Kiermeier: „Geplant ist eine parallel zur Bundesstraße verlaufende Rampenanlage mit drei Meter hohen Schallschutzwänden auf der Brüstung.“ Die Rampe sei rollstuhlgerecht geplant.

Stellplatz-Schlüssel nur für geförderte Wohnungen unterschritten

Für Diskussionen sorgte die von der Schlierach GmbH gewünschte Abänderung des Stellplatz-Schlüssels. Das Areal wird mit einer Tiefgarage unterbaut. Satzungsgemäß müssten darin für Wohnungen unter 50 Quadratmeter 1,5 Stellplätze vorgehalten werden, für alle größeren Wohnungen zwei Plätze. Für die EOF-Wohnungen ließ sich der Gemeinderat auf einen Kompromiss ein: Die Wohnungen bekommen je nach Größe einen oder 1,5 Plätze. Auf alle Wohnungen ausweiten – wie von der Schlierach GmbH gewünscht – wollten die Ratsmitglieder diese Satzungsabweichung nicht. „Wir müssen darauf drängen, dass diese Parkplätze auch gekauft werden“, betonte Hubert Lacrouts (CSU) im Hinblick auf die wenigen Parkmöglichkeiten außerhalb des Areals.

Der Verkauf des ehemaligen Gemeindegrunds an die Schlierach GmbH deckte Zangenfeind zufolge einen Großteil der 6,4 Millionen Euro, die der Erwerb und Umbau des neuen Rathausgebäudes kostete. „Ohne die EOF-Wohnungen hätten wir mehr für das Grundstück bekommen, aber das war es wert“, so der Bürgermeister. nap

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