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Im Darknet bestellte sich der 25-Jährige aus Hausham regelmäßig Drogen (Symbolbild). 

Werkzeugfirma als Absender angegeben

Mann kauft Drogen per Online-Shopping im Darknet - nach einem Trick schlägt die Polizei zu

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Online-Shopping wird immer beliebter. Das gilt auch für die Beschaffung von Rauschgift, wie der Fall eines 25-Jährigen aus Hausham zeigt, der regelmäßig Marihuana und Amphetamine bestellte.

  • Ein 25-Jähriger aus Hausham bestellte regelmäßig Drogen im Internet.
  • Marihuana und Amphetamine kaufte er nicht nur für den Eigenbedarf.
  • Schließlich kam ihm die Polizei auf die Schliche. 

    Hausham - So bediente sich ein 25-Jähriger aus Hausham von daheim aus im Darknet, bestellte seit 2017 regelmäßig Marihuana und Amphetamine – zunächst zum Eigenbedarf, später auch für den Verkauf. Seit gestern muss sich der gebürtige Tegernseer vor dem Landgericht München II verantworten. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Eine Paketbeschlagnahmung in Frankfurt hatte den „Homedealer“ überführt. Angeblich war der Absender eine Werkzeugfirma. Doch im Paket-Inneren befanden sich statt Hammer oder Schraubenschlüssel 500 Gramm Marihuana. Eine weitere Paketbeschlagnahmung glückte in Norddeutschland. Dieses Mal hatte sich der Angeklagte mit dem Mädchennamen seiner Frau als Adressat ausgewiesen. Insgesamt beschlagnahmten die Fahnder 13 Pakete, vier mit Marihuana, neun mit Amphetaminen. Jeweils etwa 1,5 Kilo beider Sorten bestellte der 25-Jährige.

Anfang Januar nahm die Miesbacher Polizei den Dealer dann fest. Nachdem sie den Inhalt einer Drogenlieferung ausgetauscht hatte, ließ sie das Paket kontrolliert zustellen. „Dann erfolgte der Zugriff“, berichtete ein Kriminaler als Zeuge im Gericht.

Der Angeklagte hatte zuvor die Vorwürfe der Anklage eingeräumt. Sein Verteidiger Maximilian Donhauser hatte in einem vorangegangenen Rechtsgespräch für den Haushamer eine Höchststrafe von fünf Jahren Haft erkämpft. Die Staatsanwältin wollte ursprünglich sechs Jahre Freiheitsstrafe fordern.

Doch dem jungen Mann kam das überschießende Geständnis gleich nach der Festnahme zugute. Dort nannte er sämtliche Abnehmer. Die brauchen nun nicht mehr als Zeugen auszusagen. Der Angeklagte berichtete, dass er über einen Vorbrowser auf die Drogenseiten gelangt war. Ähnlich wie bei den großen legalen Kaufportalen könne man sich dort durchklicken, Bewertungen zum Rauschgift durchlesen und dann Gewünschtes bestellen. Bezahlt werde mit Bitcoins. Laut Anklage erwirtschaftete der 25-Jährige einen Gewinn von rund 17 000 Euro.

Acht von 15 Abnehmern wurden bereits verurteilt. Die Tatorte hatten sich in der Nähe der Auerberg-Siedlung befunden. Der Prozess dauert an.

Ein Mann kam in Fürth (Mittelfranken) auf eine Polizeiwache. Er wollte sich über die örtliche Drogenqualität informieren und hatte sogar ein Probierpäckchen dabei.

wal

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