Möchte die Jugend wieder aktivieren: Matthias „Mats“ Müller, Vorstand der Sparte Tennis der SG Hausham, an der Zentralen Sportanlage in Hausham.
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Möchte die Jugend wieder aktivieren: Matthias „Mats“ Müller, Vorstand der Sparte Tennis der SG Hausham, an der Zentralen Sportanlage in Hausham.

Nach Corona-Lockdowns

„Hausham bewegt“: Aktionstag soll Kinder und Jugendliche für Vereine begeistern

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Allein vor dem Bildschirm: So haben Kinder und Jugendliche die Corona-Lockdowns verbracht. Um sie wieder zu aktivieren, planen SG und Gemeinde Hausham einen Aktionstag.

Hausham – Geht es um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche, ist in der öffentlichen Diskussion meist nur von geschlossenen Schulen und Kitas die Rede. Dass jedoch auch die Freizeitmöglichkeiten in den Lockdowns massiv eingeschränkt waren, werde oft vergessen, bemängelt Matthias „Mats“ Müller, Vorsitzender der Sparte Tennis der SG Hausham. So hätten Kinder und Jugendliche seit 15 Monaten keine Chance gehabt, ihren Hobbys nachzugehen oder neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu entdecken.

Statt im Verein Sport zu treiben oder sich mit Freunden zu treffen, seien viele von ihnen nur allein daheim vor dem Bildschirm gesessen. Die Folgen laut Müller: Passivität und Vereinsamung. „Eine absolute Katastrophe“, sagte der Sportwissenschaftler nun im Haushamer Gemeinderat und warnte vor psychischen Spätfolgen. Damit es nicht so weit kommt, sei es an der Zeit, die Jugend wieder zu aktivieren.

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Wie dies gelingen kann, stellte Müller dann mit einem von ihm entwickelten Konzept unter dem Arbeitstitel „Hausham bewegt“ vor. Mitte September sollen sich möglichst viele der rund 85 Vereine und Institutionen in der Gemeinde bei einem Aktionstag mit verschiedenen Stationen und eventuell einer Showbühne den Kindern und Jugendlichen präsentieren. Um die trotz gelockerter Corona-Regeln nach wie vor geltenden Abstände einhalten zu können, empfahl der SG-Spartenleiter die Zentrale Sportanlage sowie den Parkplatz der Grund- und Mittelschule Hausham als Veranstaltungsort. Obwohl das Wort Bewegung im Titel steckt, soll sich der Aktionstag keineswegs nur an Sportvereine richten. Ob Tracht, Musik oder Feuerwehr: Das gesamte Spektrum der Haushamer Jugendarbeit sei willkommen, betonte Müller.

Interessententreffen im Juli

In Kürze will er dazu mit Unterstützung der Gemeinde alle Vereine anschreiben. Mitte Juli soll dann ein Interessententreffen stattfinden, um ein Organisationsteam zu gründen. Dann könne man in die Detailplanung einsteigen und das erforderliche Budget ermitteln, erklärte der Sportwissenschaftler. Sollte die Pandemie doch wieder aufflammen, habe man immerhin ein fertiges Konzept in der Schublade, das man dann eben 2022 umsetzen werde.

Die Gemeinderäte kommentierten Müllers Präsentation mit einem begeisterten Klopfen auf den Ratstisch. „Es wird Zeit, dass wir aus dem Negativtrott mit den ganzen Verboten herauskommen und dem Nachwuchs wieder positive Botschaften überbringen“, fand Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) und sicherte auch gleich die Unterstützung der Gemeinde zu. „So können wir ihnen helfen, die verlorene Zeit zumindest ein bisschen wieder gutzumachen.“

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Die Bitte, Ideen einzubringen, musste Müller im Gremium nicht zwei Mal äußern. So empfahl Ria Röpfl (FWG), auch den Jugendtreff einzubeziehen. „Nicht alle Jugendlichen wollen sich in Vereinen engagieren.“ Harda von Poser (Grüne) bat, die ausländischen Familien nicht zu vergessen. Und Johann Harraßer (FWG) war wichtig, den Aktionstag an den Schulen publik zu machen. Dass dieser eine positive Wirkung auf die Jugend haben werde, konnte Erich Eckmair (CSU) aus seinen Erfahrungen als Schöffe am Gericht bestätigen. „Junge Leute, die in Vereinen aktiv sind, werden viel seltener straffällig.“

Konkreter Termin umstritten im Gemeinderat

Uneinigkeit bestand im Gemeinderat lediglich über die Frage, ob man schon jetzt einen konkreten Termin nennen sollte. Thomas Danzer (SPD) fand, man sollte nicht jetzt schon „Erwartungen schüren“, die man eventuell coronabedingt später wieder zerschlagen müsse. Erich Kogler (FWG) sah genau darin aber eine Motivation. „Kurzfristig absagen kann man immer, kurzfristig planen nicht.“ Sein Vorschlag: „Termin festsetzen und zack.“

So soll es nun auch laufen. Und Zangenfeind stellte bereits in Aussicht, dass der Aktionstag bei guter Resonanz vielleicht sogar ein regelmäßiger Programmpunkt im Veranstaltungskalender werden könnte. Quasi als gemeinsamer Tag der offenen Tür aller Haushamer Vereine. „So können sie ihre Kräfte bündeln und gemeinsam die Vielfalt der Angebote in unserer Gemeinde zeigen.“

sg

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