Hausham: BRK-Kleiderladen droht Schließung - Helfer gesucht
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Läuft gut, ist aber in Gefahr: der Kleiderladen des Roten Kreuzes an der Naturfreundestraße in Hausham.

Viele Kunden und trotzdem Probleme

Hausham: BRK-Kleiderladen droht Schließung - Helfer gesucht

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Wegen Corona fehlen im BRK-Kleiderladen in Hausham die ehrenamtlichen Helfer. Das BRK bittet die Menschen nun um Unterstützung - sonst droht dem Laden das Ende.

Hausham – Einen „Sale“ wie die großen Modeketten braucht der Kleiderladen des Roten Kreuzes in Hausham nicht. Hier sind die Preise immer günstig. Klar: Der BRK-Kreisverband will nicht mit Rabattschlachten hohe Umsätze generieren, sondern (nicht nur) bedürftigen Kunden für wenig Geld zu hochwertigen, gebrauchten Klamotten verhelfen. Einziges Ziel des Kleiderladens ist es, die laufenden Kosten für die Miete des Geschäfts an der Naturfreundestraße zu decken. Doch das wurde zuletzt immer schwieriger: Weil aus Altersgründen und aus Sorge vor dem Coronavirus einige ältere ehrenamtliche Helfer nicht mehr zur Verfügung stehen, muss das BRK die Öffnungstage zusammenstreichen – und gräbt sich damit selbst das Wasser ab.

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Hausham: BRK-Kleiderladen droht Schließung - Helfer gesucht

„Wir haben natürlich ein Hygienekonzept und achten streng darauf, ein Ansteckungsrisiko für unsere Mitarbeiterinnen und unsere Kunden bestmöglich auszuschließen“, sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Kießling. Trotzdem respektiere man die Bedenken und Wünsche der Helferinnen. Einige hätten ihr Engagement eingestellt, reduziert oder wollten wegen ihres Alters und damit des Corona-Risikos nicht mehr im Verkaufsraum oder an der Kasse arbeiten. Aber: „Wenn wir die Ehrenamtlichen mit hauptamtlich bezahlten Kräften unterstützen, können wir den Kleiderladen nicht mehr verlustfrei betreiben und müssten ihn auf Dauer mit Spendengeldern subventionieren.“ Heißt im Klartext: Dem Haushamer Kleiderladen – der größte der vier im Landkreis – droht der Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe.

So weit darf es nicht kommen, findet Kießling. „Immer, wenn ich da vorbeischaue, ist der Laden voller Kunden.“ Die „riesige Auswahl“, aber auch die freundliche Beratung hätten seit dem Einzug 2018 für eine anhaltend hohe Kundenfrequenz gesorgt. Dennoch müsste der Laden mindestens an vier Tagen pro Woche geöffnet sein, um zumindest die Fixkosten zu erwirtschaften. Dafür seien pro Tag mindestens drei oder vier Ehrenamtliche erforderlich. Die Ware müsse angenommen, aufbereitet und sortiert, ausgezeichnet, ausgehängt und an der Kasse abgerechnet werden.

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Kießling hofft nun, dass die Welle der Hilfsbereitschaft in der Corona-Krise auch einige Freiwillige zur Unterstützung des BRK-Kleiderladens motiviert. „Jede auch nur stundenweise Tätigkeit hilft uns und verpflichtet in keiner Weise auf Dauer“, betont der BRK-Chef. Tatsächlich würden aber viele schnell Spaß an der „geselligen Aufgabe“ finden und dann doch immer wieder mal zum Helfen vorbeikommen.

Wer sich von dem Aufruf angesprochen fühlt, den bittet das BRK, sich unter 01 79 / 4 76 78 30 direkt bei Kießling zu melden. Dass die Koordination direkt über ihn laufe, zeige, wie wichtig ihm Haushams Kleiderladen ist, sagt der BRK-Geschäftsführer. Zumal das Geschäft auch eine Belebung der teils von Leerstand betroffenen Naturfreundestraße sei.

Was ihn freut, ist die geringe Ausfallquote in allen anderen Leistungsfeldern des Kreisverbands. Ob Hausnotruf, Essen auf Rädern oder Rettungsdienst: „Die Krankheitsquote bei unseren Mitarbeitern ist so niedrig wie noch nie“, schwärmt Kießling. Vielleicht auch wegen der Motivation der Kollegen, die Corona-Pandemie gemeinsam zu bewältigen. „Wir klopfen auf Holz, dass weiterhin alle gesund bleiben.“ 

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