Freuen sich auf die Eröffnung: Der künftige Filialleiter Jasmin Smajlovic (l.) und der Geschäftsbereichsleiter für Soziale Dienste der Diakonie Rosenheim, Sebastian Kurz, treffen am Wochenende letzte Vorbereitungen..
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Freuen sich auf die Eröffnung: Der künftige Filialleiter Jasmin Smajlovic (l.) und der Geschäftsbereichsleiter für Soziale Dienste der Diakonie Rosenheim, Sebastian Kurz, treffen am Wochenende letzte Vorbereitungen.

Diakonie Rosenheim

Sozialkaufhaus öffnet in Hausham: „Ein top Projekt“, urteilt der Gemeinderat

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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In Hausham gibt es künftig ein Sozialkaufhaus. Neben einer günstigen und nachhaltigen Einkaufsmöglichkeit schafft die Diakonie damit Zuverdienstarbeitsplätze für Langzeitarbeitslose.

Hausham – „Eine preiswerte Einkaufsmöglichkeit für jedermann“ – das bietet die Diakonie Rosenheim den Haushamer Bürgern ab kommenden Montag. An der alten Tegernseer Straße öffnet ein Sozialkaufhaus seine Pforten. Im Inneren: „Ein gut sortierter Flohmarkt“, sagt der zuständige Diakonie-Mitarbeiter Sebastian Kurz, der das Projekt zuletzt im Haushamer Gemeinderat vorstellte. Vorab verrät der Geschäftsbereichsleiter, was hinter dem Projekt steckt. „Es ist eine Win-Win-Win-Situation für die Kunden, die Mitarbeiter und die Menschen, die etwas für das Sortiment spenden.“

Zuverdienstarbeitsplätze für Langzeitarbeitslose

„Ein Ziel des Sozialkaufhauses ist die Beschäftigung von Langzeitarbeitlosen“, erklärte Kurz den Gemeinderäten. Sechs Menschen, die dem Arbeitsmarkt sonst nicht mehr zur Verfügung stehen, können ihre Erwerbsminderungsrente so mit bis zu 15 Stunden pro Woche aufbessern. „Mit der Arbeit im Kaufhaus erreichen wir mehr soziale Einbindung dieser Menschen und erhöhen ihre Lebensqualität“, sagte Kurz. Bewerben dürfe sich jeder, der eine Berechtigung für Zuverdienstarbeit vom Jobcenter oder dem Bezirk Oberbayern erhalten hat. „Üblicherweise richten wir uns damit an psychisch Erkrankte oder Menschen mit Behinderung“, so Kurz. Auch Suchterkrankte oder aus anderen Gründen langzeitarbeitslos gewordene Menschen fallen in das Raster der Erwerbsminderung. Kurz erklärte auf Nachfrage: „Die Zuverdienstarbeitsplätze werden mit einer Motivationspauschale von 2,60 Euro pro Stunde bezahlt.“ Maximal drei Stunden Dienst pro Tag sind erlaubt.

Sortiment richtet sich an alle Bürger

Im Sozialkaufhaus bedienen die Mitarbeiter unter Leitung von Jasmin Smajlovic von der Diakonie Rosenheim Kunden aller Art. „Bedürftige Menschen bekommen 20 Prozent Nachlass auf das ganze Sortiment“, erklärte Kurz. Als Nachweis gelte beispielsweise ein Tafelausweis, ein Sozialhilfe- oder ein ALG II-Bescheid. „Grundsätzlich bieten wir aber ein Sortiment für alle.“ Beispielsweise können sich junge Menschen, die von Zuhause ausziehen wollen, mit Möbeln, Geschirr bis hin zum Mixer mit allem eindecken. 200 Quadratmeter groß ist die Ladenfläche. „Auch ohne die 20 Prozent Rabatt“, so betonte Kurz, „ist das Sozialkaufhaus eine günstige Einkaufsmöglichkeit für Hausham.“

Gespendete Waren schaffen Nachhaltigkeit

Abgerundet werde die Idee mit der Herkunft der Waren. „Unser Sortiment besteht ausschließlich aus gespendeten Sachen“, sagte der Geschäftsbereichsleiter. Nach Vereinbarung holen die Mitarbeiter des Sozialkaufhauses die Waren kostenlos in der Umgebung ab. Während der Pandemie erfolgt die Übergabe kontaktlos: „Wir bitten die Spender, die Gegenstände nach Absprache auf dem Bürgersteig oder vor der Haustüre bereitzustellen.“ Die Wiedervermarktung im Kaufhaus bringt die Gegenstände ein zweites Mal in den Kreislauf – „eine nachhaltige Angelegenheit“, so Kurz.

Haushamer Gemeinderat überzeugt

Auch der Gemeinderat befand die Idee für gut: „Ich halte das für ein top Projekt und finde es schön, dass es so etwas künftig in Hausham gibt“, sagte Erich Kogler (FWG). Dessen Fraktionskollegin Marlies Fellermeier-Liebl gefiel vor allem die Möglichkeit des Zuverdienstes für Langzeitarbeitslose: „Ich weiß von meinem Vorstandsposten bei der AWO, wie dringend solche Angebote gebraucht werden.“ Am Montag eröffnet das Sozialkaufhaus mit einem vollen Sortiment. Kurz: „Einige Spenden haben wir bereits erhalten.“ Darunter seien auch nicht verkaufte Artikel eines Sportgeschäfts. Dem Kleiderladen des Roten Kreuz, der kürzlich vor dem Aus stand, will die Diakonie übrigens keine Konkurrenz machen. „Wir haben uns im Vorfeld mit dem BRK abgestimmt und sind uns einig, dass wir uns gut ergänzen.“

Spendenmöglichkeit

Interessierte, die Gegenstände spenden oder sich als Zuverdienstarbeiter bewerben möchten, können sich unter der Nummer 0 80 26 / 9 28 84 25 oder per E-Mail an zak@sd-obb.de wenden. Fotos der angebotenen Waren sind erbeten.

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