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Der Weg ist das Ziel für den Haushamer Sascha Privitera. 

Haushamer Pilgerer ist am Ziel

Geschafft: So war Sascha Priviteras langer Weg nach Hause

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Nach mehr als 1000 Kilometern ist Sascha Privitera zurück in Hausham. Während der langen Wanderung aus Sylt musste er einiges aushalten, aber die schönen Momente überwiegen.

Hausham – Es ist eine Szene wie aus einem Film. Sascha Privitera läuft entlang einer Straße irgendwo im nirgendwo – wie an jedem der vergangenen Tage. Da hält ein Auto. „Komm, ich nehm dich mit“, lädt ihn der Fremde ein. Privitera hat die Füße voller Blasen, das Alleinsein ist er satt. Dennoch erklärt der 36-Jährige, warum es nur zu Fuß weitergeht: Er will von Sylt zurück nach Hausham wandern, 1000 Kilometer komplett zu Fuß, ohne Kompromisse. Der Fremde lacht – und schlägt vor, doch einfach zu mogeln. „Junge, ich habe in meinen 30 Jahren als Bürgermeister oft gelogen. Das hat nie einer gemerkt.“ Jetzt muss auch Privitera schmunzeln. Annehmen will er die Einladung trotzdem nicht. Dem Pilger ist der Weg genauso wichtig wie das Ankommen.

Privitera ist seit einem Autounfall im Jahr 2005 zu 60 Prozent behindert, das Laufen ist für ihn auch Selbsttherapie – und eine Art Hassliebe. „Das Alleinsein war dieses Mal besonders schlimm“, erzählt er. „Ich habe mich oft gefragt, warum ich mir das antue, wollte sogar aufzugeben.“

Lesen Sie mehr: Vor der Reise erzählte Privitera mehr über seine bewegende Geschichte

Was Privitera rettet, ist ein Anruf beim Bruder. „Der meinte, ich soll die nächsten 300 Kilometer für ihn laufen. Wenn es dann immer noch nicht besser ist, kommt er und läuft mit.“ Dabei eröffnet der Bruder gerade ein eigenes Lokal, hat eigentlich gar keine Zeit. Deshalb beißt Privitera auf die Zähne. Nur die letzte 100 Kilometer legt er mit brüderlichem Beistand zurück. „Ich wollte einfach nicht mehr allein sein.“

Am stärksten bleiben Privitera aber die guten Momente in Erinnerung. Wenn er seine Geschichte erzählt, öffnen sich selbst völlig Fremde, es entstehen tiefe Gespräche. „Gerade Heimweh war oft ein Thema“, sagt Privitera. Auch wie gut wir es in Deutschland haben, sei ihm immer wieder aufgefallen. „Hier ist es überall sauber und sicher, die Menschen sind unglaublich hilfsbereit.“ Fast jeder habe ihn unterstützen wollen.

Privitera will das Erlebte jetzt in Vorträgen mit der Welt teilen, auch ein Buch sei denkbar. „Ich muss das einfach loswerden.“ Zuerst steht aber ein Interview im Bayerischen Fernsehen an. Speziell vorbereitet hat er sich dafür nicht. „Es ist am Besten, einfach ehrlich und man selbst zu sein“, sagt Privitera. Fragen ist der Haushamer aus den letzten Wochen schließlich gewohnt: „Ich denke, ich kann auf alles ehrlich antworten.“

Heute um 17.30 Uhr steht Sascha Privitera in der Abendschau des BR Fernsehen Rede und Antwort.

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