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Nichts mehr zu sehen ist von der abgerissenen Argulakirche in Hausham. Und doch soll die evangelische Kirchengemeinde tief verwurzelt bleiben im Ort.

Planung für Kinderhaus schreitet voran

Nach Abriss: Glocken aus Argulakirche könnten auf Friedhof umziehen

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Nach dem Abriss ist nichts mehr von der Argulakirche in Hausham zu sehen. Doch die Glocken des evangelischen Gotteshauses könnten eine neue Heimat finden: auf dem Friedhof.

HaushamMit dem Arbeitstitel für das neue Kinderhaus in Hausham kann Pfarrer Erwin Sergel sehr gut leben: „Argula“ hat die Gemeinde das Projekt getauft. Eine Erinnerung an die vor Kurzem abgerissene Kirche am Agatharieder Weg, deren guter Geist auch in Zukunft auf dem Grundstück zu spüren sein soll – und, wenn alles nach Plan läuft, sogar auch auf dem Haushamer Friedhof.

Dort nämlich soll ein bauliches Relikt der Argulakirche ein neues Zuhause finden: die beiden Glocken aus dem Kirchturm. Wie Haushams Bauamtsleiterin Natalia Grill kürzlich im Gemeinderat informierte, befindet sich der Glockenstuhl in gutem Zustand. Das Aufstellen auf dem Friedhof sei so mit verhältnismäßig wenig Aufwand verbunden. Das erforderliche Fundament könnte der Bauhof in Eigenleistung gießen, ergänzte Bürgermeister Jens Zangenfeind.

Nicht nur als starres Denkmal soll der Glockenstuhl am Friedhof stehen, sondern auch als klingendes Element, betont Sergel. Seines Wissens ist der Ton der beiden Glocken dem Engelsgesang aus dem Weihnachtsevangelium nachempfunden. Die Idee, sie nach dem Abbruch der nicht mehr sanierungsfähigen Kirche auf dem Friedhof aufzustellen, sei zusammen mit der Gemeinde entstanden.

Lesen Sie auch: Pläne für Hausham: Kinderhaus könnte Argulakirche ablösen

Eine enge Zusammenarbeit pflegen die evangelische Kirche und das Rathaus auch bei der Entwicklung der Pläne für das neue Kinderhaus, das auf dem früheren Kirchengrundstück entstehen soll. Wie berichtet, hat Gemeindekämmerer Martin Reisberger für Grunderwerb und Planungskosten rund 460 000 Euro in den Haushalt für 2020 eingestellt.

Der eigentliche Bau des Gebäudes für Krippe und Hort ist für 2021 beziehungsweise 2022 vorgesehen. Die prognostizierten Kosten von rund 2,4 Millionen Euro sollen aber von staatlichen Zuschüssen in Höhe von bis zu 90 Prozent gedeckt werden. Als Träger steht bekanntlich die evangelische Diakonie im Raum, die bereits jetzt den Kinderhort auf dem Grundstück betreibt.

Lesen Sie auch: Hausham: 55 neue Plätze für Kinderbetreuung geplant

Nicht nur der Arbeitstitel „Argula“ für das neue Kinderhauses gefällt Pfarrer Sergel. Auch die Hoffnung, dass die Kirchengemeinde ihre Gottesdienste in einem der Räume im Neubau feiern kann, erleichtert ihm den Abschied von der nun bis auf die Fundamente abgetragenen Argulakirche. Aktuell finden die Messfeiern im Bürgersaal statt. Seit der Corona-Krise herrscht allerdings hier eine Zwangspause.

Umso wohltuender ist es da für die Gläubigen, zu sehen, dass die evangelische Kirche auch weiterhin eine tragende Rolle in Hausham spielen wird – und eine klingende höchstwahrscheinlich noch dazu.

sg

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