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Glücksgefühle auf dem Turm: Pfarrer Michael Mannhardt im Glockenstuhl aus Eichenholz.

Pfarrer ist begeistert

Die Glocken läuten wieder in St. Anton - und sie klingen sogar noch schöner

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Das Schweigen ist vorbei: Weniger als einen Monat nach Baubeginn ist der marode Glockenstuhl in der Haushamer Pfarrkirche St. Anton ausgetauscht. Das hört man sogar am Klang.

Hausham – „Süßer die Glocken nie klingen...“ Ein Lied, das die Haushamer heuer nicht erst an Heiligabend summen können, sondern schon ab dem gestrigen ersten Adventssonntag. Beim Weg zum festlichen Gottesdienst in St. Anton reckten nicht wenige von ihnen den Kopf Richtung Turm. Auch wenn sie von außen nicht wirklich hinter die Holzjalousien blicken konnten: Der wohlig-weiche Klang, der sich von dort aus über den Ort ausbreitete, zeigte ihnen, dass mit dem Umbau am Glockenstuhl alles geklappt hat. Pünktlich zum Beginn der Adventszeit können die gusseisernen Riesen wieder gefahrlos im Turm schwingen.

Und es gibt noch zwei positive Nebeneffekte, wie Pfarrer Michael Mannhardt auf Nachfrage erklärt. Mit der neuen Aufhängung habe man auch so genannte Klöppelfänger installiert. Die ermöglichen, dass der erste Ton erst dann erklingt, wenn die Glocken bereits voll schwingen. „Das kann man per Knopfdruck in der Sakristei auslösen“, sagt Mannhardt. „Und man hat gleich den vollen Klang. Der komme durch den dank des neuen Glockenstuhls größeren Schwingwinkels noch wärmer und satter daher, schwärmt Mannhardt. „Selten ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen.“

Applaus für den neuen Klang: Die Haushamer sind begeistert vom runderneuerten Glockenstuhl in St. Anton..

Wie berichtet, wies der im Jahr 1951 aus Stahl gefertigte Glockenstuhl erhebliche Rostschäden auf. Um eine längerfristige Stilllegung des Geläuts zu verhindern, entschied sich die Kirchenverwaltung zusammen mit Mannhardt, ein Angebot für die Erneuerung des Stahlkonstrukts einzuholen. Den Zuschlag erhielt die Firma Schauer und Sachs aus Salzburg, die Kosten in Höhe von 64 000 Euro in Aussicht gestellt hatte.

Dabei sollte es jedoch nicht bleiben. Bei der letzten Besichtigung durch das Expertenteam folgte eine weitere Hiobsbotschaft, berichtet Kirchenpfleger Sebastian Klattenbacher. Auch die Zwischendecke unter dem Glockenstuhl, ein Bauteil aus Beton und Stahl, war stark angeschlagen. Um einen kompletten Austausch zu vermeiden, habe die Firma eine Verstärkung durch eine Unterkonstruktion aus vier Stahlträgern vorgeschlagen, so Klattenbacher. Für einen verhältnismäßig überschaubaren Mehrpreis von 5000 Euro.

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Nach der Freigabe durch die Denkmalschutzbehörde rückten die Arbeiter dann am 4. November zur Baustelle in luftiger Höhe an. Innerhalb von nur wenigen Wochen ersetzten sie den Glockenstuhl durch eine neue Aufhängung aus Eichenholz. Dieser soll nicht nur wesentlich langlebiger und witterungsbeständiger sein, sondern den Glocken von St. Anton auch zu einem noch schöneren und weicheren Klang verhelfen.

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Bei einer kleinen Feierstunde am Samstag hatten interessierte Besucher die Möglichkeit, sich die Konstruktion bei Führungen von Pfarrer Mannhardt aus nächster Nähe anzusehen. Das akustische Ergebnis erwartete sie dann am Sonntag, passend zum Start des neuen Kirchenjahrs. Ein weiterer Höhepunkt steht den Haushamern noch bevor: das Festläuten an Heiligabend. Dann, wenn es auch offiziell heißt: „Süßer die Glocken nie klingen.“

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