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Bitte langsam fahren: (v.l.) Die Mittelschüler David Milenkovic, Sophia Hafner, Justin Beitzinger und Tom Majdic hängen mit Schulleiter Markus Rewitzer, Bürgermeister Jens Zangenfeind und Bauhofmitarbeiter Josef Grundbacher die selbstgemalten Schilder auf.

Aktion gegen Raser

So macht Hausham gegen Raser mobil

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Sie sind bunt, sie sind kreativ, und sie sollen Raser einbremsen. Mit besonderen Schildern  will Hausham für mehr Verkehrssicherheit sorgen.

Hausham – Die Gemeinde Hausham hat ein Raserproblem. „Immer wieder werden wir von Bürgern darauf angesprochen, dass die Autofahrer mit zu großer Geschwindigkeit im Ort fahren“, sagt Bürgermeister Jens Zangenfeind. Deshalb habe man sich dazu entschieden, das Problem „offensiv“ anzugehen. Wobei mit offensiv nicht knallharte Kontrollen mit hohen Strafen gemeint sind, sondern kreative, bunte Schilder – gebastelt von denjenigen, die von den Bleifüßen am meisten gefährdet sind: die Kinder.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde den Achtklässlern der Mittelschule Hausham im Herbst 2016 mehrere Tafeln zur Verfügung gestellt, die diese mit Motiven zum Thema „Achtung, spielende Kinder“ bemalen sollten. Fertig sind die Verkehrsschilder schon länger, nun werden sie vom Bauhof sukzessive an den durch Rasern besonders gefährdeten Standorten (Alte) Tegernseer Straße, Alpenstraße, Wörnsmühler Straße, Schlierachstraße und Agatharieder Weg aufgestellt. Teilweise haben die Mitarbeiter dafür extra Haltestangen montiert. Ziel ist es laut Zangenfeind, die Autofahrer zur Rücksichtnahme zu bewegen. Anders als normale Warntafeln würden die gebastelten Varianten im „Schilderwald“ an den Straßen nicht so leicht untergehen.

Mit dem Agatharieder Kindergarten „Ich und Du“ habe sich auch schon der nächste „Schilderproduzent“ bei der Gemeinde gemeldet, berichtet Zangenfeind. Die beiden von den Kindern gestalteten Motive sollen – nach Rücksprache mit dem Landratsamt – an der Fehnbachstraße angebracht werden.

Weil davon auszugehen ist, dass sich damit trotzdem nicht alle Raser einbremsen lassen, hat die Gemeinde zwei weitere digitale Geschwindigkeitsanzeigen gekauft. Ferner werde man die kommunale Verkehrsüberwachung an bestimmten Punkten verstärkt einsetzen, kündigt der Bürgermeister an. Etwa am Ortsausgang beim Feriendorf Holz, ein Bereich, der mitunter nahezu als „Rennstrecke“ missbraucht werde. Am liebsten wäre es Zangenfeind aber, wenn die Schilder der Kinder Wirkung zeigen würden. „Letztlich“, sagt er, „hoffen wir aber vor allem auf die Vernunft der Autofahrer.“

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