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Ärgert sich über den Aushub: Helene Loreth kann nicht verstehen, warum die WBG die Erdhaufen einer anderen Baustelle vor ihrem Fenster lagert.

Aushub stammt von Baustelle an Alpenstraße

Er wird immer höher: Mieter geschockt über gigantischen Erdhaufen im Garten

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Die Mieter der Wohnungen an der Nagelbachstraße in Hausham sind geschockt: Seit Kurzem lagert in gigantischer Erdhaufen vor ihren Fenstern. Und er wird immer höher.

Hausham – Ein ungewollten Bergblick hat Helene Loreth, wenn sie aus den Fenstern ihrer Erdgeschosswohnung an der Nagelbachstraße in Hausham schaut. Das „Panorama“ besteht aber nicht aus verschneiten Alpengipfeln, sondern aus einem gigantischen Erdhaufen. Der wächst seit Montag vor dem Mehrfamilienhaus der Wohnen, Bauen, Grund (WBG) heran. Am Donnerstag reichte er schon bis zum ersten Stock. „Und er wird immer höher“, sagt Loreth sichtlich verzweifelt.

Es handelt sich dabei um Aushub aus der Baugrube an der Alpenstraße, wo die WBG einen Neubau für 18 Wohnungen mit Tiefgarage errichten lässt (wir berichteten). In einer Pressemitteilung informiert die Hausverwaltungs GmbH über die Aktion. Tatsächlich gehe es lediglich um eine Zwischenlagerung. Weil man das Material so nicht entsorgen müsse, sondern nach Fertigstellung der Tiefgarage teilweise wieder einfüllen könne, vermeide man hohe Transportkosten sowie eine zusätzliche Belastung der Umwelt. Letzteres muss auch an der Nagelbachstraße niemand fürchten, teilt die WBG mit. Der Aushub werde mit einer dichten Folie abgedeckt. Bedenken aus wasser- oder bodenschutzrechtlicher Sicht bestünden nicht.

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„Wir haben alles mit dem Landratsamt abgesprochen“, sagt WBG-Geschäftsführer Bernhard Sautter auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch sonst müssten die Bewohner der betroffenen Häuser an der Nagelbachstraße mit keinen Einschränkungen rechnen. Bei der Lagerfläche handle es sich um eine freie Wiese. Park- oder Spielplätze seien nicht betroffen.

Loreth sieht das etwas anders. Ihre Nachbarin hätte die Grünfläche im Sommer mit Steinen zu einem kleinen Garten aufgehübscht. „Das ist jetzt alles kaputt“, sagt die Haushamerin. Auch ein Hydrant sei von den Erdmassen verschüttet worden. Loreth ü fürchtet deshalb bei einem Brand Probleme für die Löscharbeiten der Feuerwehr. Überdies habe die WBG die Mieter erst am Dienstag per Aushang über die Maßnahme informiert. Die ersten Lkw-Fuhren seien da schon vor ihrem Fenster abgeladen worden. Am meisten stört Loreth an dem Anblick des Erdhaufens, dass sie nun deutlich weniger Tageslicht in Küche, Wohn- und Schlafzimmer hat. Gerade in der dunklen Jahreszeit eine echte Belastung. „Ich muss viel früher das Licht einschalten“, sagt sie.

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Wie lange sie damit leben muss, hängt vom Baufortschritt an der Alpenstraße ab. Weil es viel Zeit in Anspruch genommen habe, bis die Mieter des Altbaus in andere Wohnungen umgezogen seien, habe sich der Abriss verzögert, so Sautter. Im Frühjahr soll die Tiefgarage aber betoniert werden, dann kann auch das Material wieder eingebracht werden. Bezugsfertig sein soll der Neubau laut Sautter Mitte bis Ende 2021.

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