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Stattlicher Zeitzeuge: der Haushamer Förderturm. Er könnte eines Tages das Bergbaumuseum beherbergen.

„Die Gesamtmasse bewegt sich langsam“

Museum im Förderturm: Entscheidung soll binnen eines Jahres fallen

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Der Umbau des Haushamer Förderturms ist ein Langzeitprojekt. Noch ist offen, ob es mit einem Museum klappt. Doch bald soll eine Entscheidung fallen, sagt der Bürgermeister.

Hausham – In neun Monaten soll Gewissheit herrschen. „Dann wissen wir, ob wir das Kind zur Welt bringen können oder nicht“, sagt Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind. Mit „Kind“ meint er den Umbau des Förderturms in ein Bergbaumuseum. Eine – so oder so – schwere Geburt.

Immerhin steht nun das Grobgerüst für eine mögliche Finanzierung des zwischen drei und vier Millionen teuren Projekts. Als Förderquellen bereits identifiziert waren der Bergbau-Entschädigungsfonds und der Denkmalschutz (wir berichteten), neu hinzugesellt hat sich nun die Städtebauförderung. In einem Gespräch habe sich herausgestellt, dass das Projekt „grundsätzlich förderfähig“ sei, berichtet Zangenfeind. Weitere Absprachen sollen folgen. Auch für den Unterhalt im laufenden Betrieb gibt es erste Überlegungen. Laut Zangenfeind laufen die Planungen in Richtung eines Stiftungsmodells.

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Parallel dazu wird auch auf der baulichen Seite weiter gefeilt. Zahlreiche Fachplaner seien im Boot, unter anderem zu den Themen Belüftung und Statik. Grundlage ist weiterhin der vom Architekturbüro Wegmann vorgelegte Entwurf für ein Bergbaumuseum auf mehreren Ebenen mit Ausstellungsfläche, Gastronomie und separater Auffahrtsmöglichkeit zur Spitze des Förderturms. „Die Gesamtmasse bewegt sich langsam, aber sie bewegt sich“, sagt Zangenfeind.

An anderer Stelle tickt die Uhr dagegen deutlich schneller. Mit dem Umzug der Gemeindeverwaltung in die ehemalige Sparkasse im kommenden Jahr sind auch die Tage des Bergbaumuseums im Untergeschoss des alten Rathauses gezählt. Da eine Fertigstellung des Förderturms bis dahin außer Reichweite liegt, werde man um eine Zwischenlösung nicht umhin kommen, räumt Zangenfeind ein. Aktuell schwebt ihm eine Wechselausstellung der Objekte im neuen Rathaus vor. „Wir werden da bestimmt einen Platz finden.“ In jedem Fall vermeiden will der Bürgermeister eine längere Schließung des Museums. Das könnte den stetigen Aufwind beim Besucherzuspruch (zuletzt waren es 1000 pro Jahr) gefährden.

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Wenn er vom Bergbau spricht, sieht Zangenfeind ohnehin längst nicht mehr nur den Förderturm. Im gesamten Ort würden sich Spuren der industriellen Vergangenheit Haushams finden – und sie werden immer mehr. Sogar private Unternehmen würden sich beteiligen. So stehe in der Bäckerei Ratschiller ein Hunt, und die Sparkasse wolle historische Bilder aufhängen. „Das Bergwerk ist der rote Faden in unserer Geschichte“, betont Zangenfeind. Wie sich dieser weiter spinnen lässt, will er mit der Entwicklung eines Städteplanungskonzepts prüfen lassen. „Es ist sicher positiv, wenn da mal jemand von außen drauf schaut.“

Auch was den Förderturm anbelangt, ist der Bürgermeister guter Dinge. Durch das Krankenhaus in Agatharied kenne man sich mit Geburten aus, meint Zangenfeind schmunzelnd. „Da werden wir dieses Kind auch zur Welt bringen.“ In neun Monaten wissen die Haushamer mehr. 

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