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Unaufdringlich und effizient: Die Solarlampen in Poschmühl in Agatharied beleuchten den dortigen Geh- und Radweg – energiesparend und intelligent.

„Sehr stylische“ Lampen

Hausham: Solarlampe „Merkur“ bringt Licht nach Poschmühl

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In Vorgärten sind sie Alltag: Solarlampen. In Hausham zeigen sie nun, dass sie auch als Straßenlaternen taugen – und in Sachen Intelligenz sogar einiges voraus haben.

Agatharied – In Vorgärten haben sie längst Einzug gehalten: Solarlampen sorgen überall da für Licht, wo es sonst mangels Stromanschluss nachts stockdunkel bleibt. Zumeist beschränkt sich ihr Leuchten aber auf dekorative Zwecke. In Hausham aber zeigen die sonnenbetriebenen Lampen mit dem Namen Merkur nun, dass sie auch als Straßenlaternen taugen – und ihnen in Sachen Intelligenz sogar ein bisschen was voraus haben.

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Hausham: Solarlampe „Merkur“ bringt Licht nach Poschmühl

Die Idee ist eigentlich aus der Not heraus entstanden, berichtet Bürgermeister Jens Zangenfeind. Mit herkömmlichen Straßenlampen habe man den stark frequentierten Geh- und Radweg von Agathried nach Miesbach im bebauten Gebiet auf Höhe von Poschmühl nämlich nicht beleuchten können. „Eine Verkabelung hätte zu enormen Kosten geführt“, erklärt Zangenfeind. Von Schäden an Grünflächen und Baumwurzeln durch die nötigen Erdarbeiten ganz zu schweigen. Daher habe sich der Gemeinderat für die Anschaffung der modernen sowie umwelt- und klimafreundlichen Solarlampen entschieden.

Rund 25 000 Euro hätten die sechs  Leuchten der Firma Photinus und HL Lichttechnik aus Ruhpolding gekostet, verrät der Geschäftsführer der Herstellerfirma, Johann Lichtl. Die Lampen sind im Abstand von rund 50 Metern aufgestellt und mit Radar und Infrarotsensoren (PIR-Sensoren) ausgestattet. Laut Lichtl ist die Anlage so programmiert, dass sie in den ersten zwei Stunden nach Sonnenuntergang die DIN-Werte für eine Geh- und Radweg-Beleuchtung einhält. Anschließend fährt die Lampe in die Nachtabsenkung und regelt das Licht auf zehn Prozent ihrer normalen Leistung herunter. Um Strom zu sparen, aber auch um Anwohner, Tiere und Pflanzen nicht unnötig zu stören.

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In Tiefschlaf verfallen die Laternen aber nicht. Eher in eine Art Ruhezustand. Denn sobald sich im Umkreis von 30 Metern ein Auto (auf den ersten 100 Metern ist der Weg eine normale Straße), ein Fußgänger oder Radfahrer nähert, geht die künstliche Sonne wieder auf – und zwar bis auf 50 Prozent der normalen Helligkeit. Während das Radar auf Autos reagiert, schlagen die PIR-Sensoren auf die Körpertemperatur des Menschen an. Löst eine Lampe aus, gibt sie das Signal an ihre nächstgelegene Nachbarin weiter und weckt diese ebenfalls auf. Dank Wifi und GPS wissen die Lampen ihren Standort und können auch miteinander kommunizieren, erklärt Lichtl. „So können sie auf beliebige Situationen programmiert werden.“

Modern sind die Solarlaternen übrigens nicht nur unter der Haube. Auch optisch machen die futuristisch anmutenden Masten einiges her. So wurde „Merkur“ laut Lichtl heuer mit dem German Design Award ausgezeichnet. Auch Bürgermeister Zangenfeind ist von den „sehr stylischen“ Lampen überzeugt. Wie sich die Technik bewährt, werde sich zeigen. „Wir werden das sehr genau beobachten“, kündigt der Rathauschef an. Sollte „Merkur“ aber ein brauchbarer Sonnenersatz werden, könne er sich gut vorstellen, auch andere mit Stromkabeln nicht erreichbare Bereiche in der Gemeinde damit auszustatten.

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