Zwei Männer haben große Pläne: Die Lantenhammer-Geschäftsführer Andreas Gritschneder (l.) und Tobias Maier studieren die Entwürfe für ihr Bauvorhaben auf dem Trigema-Grundstück in Hausham.
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Zwei Männer haben große Pläne: Die Lantenhammer-Geschäftsführer Andreas Gritschneder (l.) und Tobias Maier studieren die Entwürfe für ihr Bauvorhaben auf dem Trigema-Grundstück in Hausham.

Grundstücksdeal

Lantenhammer löst Trigema ab: Erweiterung der Destillerie in Hausham

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Für die Erweiterung des Lantenhammer-Areals in Hausham benötigte die Destillerie mehr Platz. Fündig wurden die Geschäftsführer direkt in der Nachbarschaft - mit der Trigema-Filiale.

Hausham – Lantenhammer wächst weiter in Hausham. Die Destillerie plant auf ihrem Nachbargrundstück ein neues Gewerbegebäude und drei Mehrfamilienhäuser. Voraussetzung war der Kauf der Trigema-Filiale. Und deren Chef reiste stilgerecht zur Verhandlung an – mit dem Heli.

Während der Trigema-Chef mit den Geschäftsführern von Lantenhammer sprach, tankte sein Pilot den Hubschrauber nach. Allzu viel Zeit hatte er dazu nicht, denn der Grundstückskauf war schnell fixiert. Wolfgang Grupp habe einen „fairen Festpreis“ genannt, berichtet Andreas Gritschneder schmunzelnd. Feilschen sei zwecklos gewesen. Mit dem Ergebnis könne die Destillerie aus Hausham aber gut leben. Gemeinsam mit dem hinter der Trigema-Filiale an der Oberen Tiefenbachstraße befindlichen Parkplatz verfügt sie nun über eine 4300 Quadratmeter große Fläche vis-à-vis von ihrem Firmenstandort. Und damit haben die beiden Geschäftsführer Gritschneder und Tobias Maier in den kommenden Jahren Großes vor.

Ausgangspunkt des Projekts sind die zunehmend knappen Platzverhältnisse im alten Lager, erklärt Gritschneder. Mit Gin und Rumult habe man das Produktportfolio zuletzt immer weiter vergrößert. Da eine Erweiterung im Bestand durch die bereits 2014 errichtete Erlebnisdestillerie nicht mehr möglich sei, habe man sich in der Nachbarschaft umgeschaut. Zuerst fiel das Auge auf den gegenüberliegenden Parkplatz, den man letztlich auch von der Gemeinde kaufte. Da das rund 2400 Quadratmeter große Areal wegen der quasi im Weg stehenden Trigema-Filiale nur schwer zu entwickeln gewesen wäre, habe man auf gut Glück mal bei Konzernchef Grupp angeklopft.

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Abschied von Trigema ohnehin geplant

Ein perfekter Zeitpunkt, wie sich herausstellen sollte. Der Standort Hausham sei nie ganz optimal gelaufen, berichtet Grupp auf Nachfrage unserer Zeitung. Und das, obwohl der Ende der 1980er-Jahre eröffnete Laden eines der ersten selbst gebauten Geschäfte von Trigema gewesen sei. „Die Euphorie war größer als der Erfolg“, sagt Grupp. Die Corona-Krise und der damit auch in seinem Unternehmen boomende Online-Shop hätten ihn dazu bewogen, sich von Hausham zu verabschieden. Da kam die Anfrage des Nachbarn Lantenhammer also gerade recht. Um das Weihnachtsgeschäft noch mitzunehmen, werde man die Filiale bis zum 16. Januar offen halten.

Firmenmix im Neubau

Was danach mit dem 600 Quadratmeter großen Gebäude passiert, steht laut Gritschneder noch nicht fest. Zur Debatte stünden sowohl ein Anbau wie auch ein Abriss und Neubau. Das Ziel sei jedenfalls ein Baukörper mit einer Grundfläche von circa 900 bis 1000 Quadratmeter und zwei bis zweieinhalb Vollgeschossen. Platz finden sollen hier neben besagtem Lager auch die Genussschmelzerei Essendorfer, an der Lantenhammer bekanntlich beteiligt ist. Ferner sei man bereits im Gespräch mit weiteren Interessenten. Auch das IBB Berufsbildungszentrum, das aktuell im Dachgeschoss bei Lantenhammer untergebracht ist, könnte umziehen.

Neuer Wohnraum soll geschaffen werden

Doch das Gewerbe ist nur ein Teil des Projekts. Im hinteren Grundstücksteil, am Hang in Richtung des Feriendorfs Holz, plant die Destillerie Mehrfamilienhäuser mit Zwei- bis Vierzimmerwohnungen, die zur Miete angeboten werden sollen. Durch das der Oberen Tiefenbachstraße zugewandte Geschäftsgebäude seien die Wohnhäuser vom übrigen Gewerbegebiet abgeschirmt, was auch den Immissionsschutz verbessere. Die Bauweise und die verwendeten Materialien sollen ganz im Sinne der Unternehmensphilosophie nachhaltig und regional sein.

Gemeinderat zeigte sich von den Plänen angetan

Weil die Fläche als Mischgebiet ausgewiesen ist und in einem Bebauungsplangebiet liegt, hat Lantenhammer sein Vorhaben bereits (nicht öffentlich) im Gemeinderat präsentiert. Die Rückmeldungen seien positiv gewesen, berichtet Gritschneder. Bürgermeister Jens Zangenfeind bestätigt das. Die Firma Lantenhammer habe „ein sehr interessantes Zukunftsprojekt“ vorgestellt. Ziel der Gemeinde sei es, dass Unternehmen vor Ort dauerhaft eine Heimat haben und Arbeitsplätze anbieten. „Dazu gehört auch, dass sie (glücklicherweise) wachsen.“

Umbau auch im Bestand geplant

Das hat Lantenhammer auch langfristig vor. Gritschneder hofft, dass die Bebauungsplanänderung in einer der kommenden Gemeinderatssitzungen auf den Weg gebracht wird und die Baugenehmigung bis Ende 2021 vorliegt. Perspektivisch plane man auch eine Aufstockung des alten Lagers und eine Modernisierung des energetisch überholten Verwaltungsgebäudes. „Alles in allem wird uns das fünf Jahre lang beschäftigen“, erläutert der Geschäftsführer.

Eine Erinnerung an den Startschuss haben sich Gritschneder und Maier fürs Unternehmensarchiv aufgehoben: den Kerosinkanister, mit dem Wolfgang Grupps Helikopter nach seiner Landung in Hausham aufgetankt wurde.

Lesen Sie auch über den im Jahr 2018 beschlossenen Neubau der Lantenhammer-Lagerhalle.

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