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Ihr handwerkliches Geschick haben die Mitarbeiter des Haushamer Bauhofs um ihren Chef Christian Freiwang (l.) auf der Verkehrsinsel an der Gabelung zwischen Industrie- und Miesbacher Straße unter Beweis gestellt.

Bereits zwei Projekte umgesetzt

Haushamer Bauhof verschönert das Ortsbild

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Hausham - Wo andere teure Aufträge an private Firmen vergeben, legt der Haushamer Bauhof lieber selbst Hand an. Kürzlich haben die fleißigen Handwerker eine Verkehrsinsel und einen Brunnen neu gestaltet.

Schön soll es aussehen, lange halten – und möglichst billig sein obendrein. Eine Rechnung, an der schon so manches Projekt gescheitert ist. Selbst, wenn es sich nur um eine kleine Verschönerung des Ortsbilds handelte. Dass es auch anders geht, zeigt in diesen Wochen der Haushamer Bauhof. Stück für Stück nehmen sich Christian Freiwang und seine Mitarbeiter öffentliche Plätze vor. Passend zu den Feierlichkeiten zur Schließung des Haushamer Bergwerks vor 50 Jahren verhalfen sie nun einem alten Hunt zu neuem Glanz – und zu einem prominenten Platz an der Gabelung von Miesbacher- und Industriestraße.

Der kleine Stahlwagen fristete bisher im wahrsten Sinne des Wortes ein Schattendasein an der Industriestraße auf Höhe des Kinos. „Der war so eingewachsen, dass man ihn kaum bemerkt hat“, erzählt Freiwang. Also bereiteten ihm die Bauhofmitarbeiter einen Ehrenplatz am Ortseingang. Weil die dortige Verkehrsinsel ohnehin immer mehr mit Gras zuwucherte, schlugen sie damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Also entfernten die Männer den Humus und den darunterliegenden Bahndammschotter und schütteten feinere Steine auf. Dann gossen sie das Betonfundament für das Ortswappen, das ein örtlicher Metallbetrieb angefertigt hatte. Das Podest für den Hunt mauerten sie aus Nagelfluh, den sie einst am Friedhof abgetragen und dann eingelagert hatten. „Der hat bis zum letzten Stein gelangt“, erklärt Freiwang. Nicht das erste Mal, dass der Bauhof altes Material recycelt hat – und damit nicht nur Kosten gespart, sondern auch zur Verschönerung des Ortsbilds beigetragen hat.

Ohne seine Mitarbeiter wäre das aber nicht möglich, betont Freiwang. So hat er neben Landschaftsgärtnern und Maurern sogar Fliesenleger und Schreiner in seiner Truppe. „Das sind alles Facharbeiter“, sagt er. Die Zeiten, in denen der Bauhof nur fürs Rasenmähen oder Schneeräumen zuständig gewesen ist, seien längst vorbei. Freiwang und seine Mitarbeiter verstehen sich als moderne Dienstleister, die sich auch an umfangreichere Projekte heranwagen.

Wie zum Beispiel an den Platz beim Wastl-Witt-Brunnen. Hier reinigten sie nicht nur das Pflaster und entfernten das Unkraut auf dem kleinen Platz, sondern bauten auch zwei Holzbänke sowie eine Wegeinfassung aus wetterfestem Akazienholz. Dazu verlegten sie Granit, der schön und pflegeleicht gleichermaßen ist, wie Freiwang betont. „Da haben wir uns die Arbeit für die Zukunft erleichtert.“ Ein angenehmer Nebeneffekt der Verschönerungstour durch den Ort.

Die hat auch schon am Inge-Beisheim-Kindergarten in Agatharied Station gemacht. Dort konstruierten die Arbeiter eine neue Einfassung und ein Markisengestell für den Sandkasten. „Jetzt können die Kinder selbst an heißen Tagen draußen spielen“, erzählt Freiwang stolz.

Langweilig wird seinem Team auch in Zukunft nicht. Als nächstes bauen sie einen neuen Zaun am Friedhof. „Unser Chef hat immer wieder Ideen“, sagt Freiwang. Er meint Bürgermeister Jens Zangenfeind, dem die Aufwertung des Ortsbilds sehr am Herzen liegt, wie er nun im Gemeinderat bekanntgab. Auf Wunsch des Gremiums stellte Freiwang die Arbeit des Bauhofs erstmals bei der Sitzung vor. „Viele Eurer Leistungen kriegt man gar nicht mit“, lobte Zangenfeind. Dabei deckten Freiwang und seine Leute ein breites Spektrum an zum Teil hochtechnischen Aufgaben und Projekten ab. „Das kostet nicht die Welt, fällt aber positiv auf“, sagte Zangenfeind erfreut.

Neue Projektaufträge wird Freiwang aber vorerst nicht annehmen, wie er schmunzelnd verkündet. „Jetzt arbeiten wir erst mal das ab, was liegen geblieben ist.“ Rasenmähen muss schließlich auch irgendwer.

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