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Soll belebt werden: Das Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept für Hausham soll unter anderem die Naturfreundestraße attraktiver machen.

„Den Wünschen der Bürger entsprechen“

Haushamer können die Zukunft ihrer Gemeinde planen: ISEK kommt

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Hausham bekommt einen Leitfaden für die Ortsentwicklung der nächsten 20 Jahre: Die Bürger können an der Entstehung mitwirken – und so die Zukunft ihres Ortes mitbestimmen.

Hausham – Gemeinden treffen viele Einzelentscheidungen. Ein Bebauungsplan hier, eine Verkehrsregelung dort. Zahlreiche Pinselstriche, die über Jahre das Bild eines Ortes erschaffen. Damit dabei am Ende auch das gewünschte Ergebnis herauskommt, hat Hausham das Münchner Stadtplanungsbüro Dragomir beauftragt, ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) zu erstellen. Wie das ablaufen soll, erklärte Projektleiterin Constanze Bock (31) im Haushamer Gemeinderat. Sie will vor allem die Bedürfnisse der Haushamer verstehen.

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Haushamer können die Zukunft ihrer Gemeinde plante: ISEK kommt

Ein ISEK liefert eine große Vision, wie eine Gemeinde in 20 Jahren aussehen soll. Dazu kommt eine Aufstellung von Einzelmaßnahmen, die die Politik Stück für Stück abarbeiten kann, um die Vision zu erreichen. Es vereint unter anderem Pläne für Verkehr, Tourismus und Einzelhandel und zeigt, wo sich diese ergänzen und wo Widersprüche gelöst werden müssen. Wie kann Hausham Gewerbefläche und Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig die Umwelt schützen? Wie den Tourismus fördern, ohne dass der Verkehr kollabiert? Welches Wachstum ist möglich und sinnvoll? Diese Fragen soll ein ISEK beantworten.

Dabei wird es vor allem um zentrale Orte gehen – etwa entlang der Naturfreundestraße und der Schlierseer Straße, erklärt Bock. Wie kann die Gemeinde die Aufenthaltsqualität dort aufwerten, wie die Schaufenster vollbekommen? Wie dafür sorgen, dass die Orte auch für Fahrradfahrer geeignet sind? Bock und Kollegen waren zusammen mit Rathausvertretern bereits mit dem Radl in Hausham unterwegs, weitere Ortstermine folgen. In etwa anderthalb Jahren soll das Haushamer ISEK fertig sein.

Für die Haushamer habe das ISEK drei Vorteile, erklärt Bock: Sie sehen den großen Plan und wissen, wie sich ihre Gemeinde entwickeln soll. Außerdem bietet das Konzept die Möglichkeit, an Fördergelder zu kommen. Das könnte zum Beispiel beim Umzug des Bergbaumuseums in den Förderturm helfen.

Schließlich dürfen die Haushamer durch das ISEK mitbestimmen, was in ihrer Gemeinde passieren soll. Denn sie werden in die Entwicklung eingebunden. Den Anfang macht ein Infostand bei der Eröffnung des neuen Rathauses. Dort können Besucher Punkte in ein Luftbild von Hausham kleben und so Stellen markieren, die sie ändern wollen. Später folgt eine Planungswerkstatt, bei der die Haushamer eigenen Ideen einbringen sowie die der Planer kommentieren können. Unter hausham@drago mir.de dürfen die Bürger außerdem jederzeit Fragen oder Anregungen weitergeben.

Außerdem wird es einen Steuerkreis geben. Dieses Gremium aus Gemeinderäten, Verwaltungsvertretern, Experten und Bürgern in besonderen Positionen – zum Beispiel Vereinsvorsitzenden – wird den Planern Ideen geben und sie beraten. Bock sagt: „Wir wollen etwas liefern, dass den Wünschen der Bürger entspricht. Wenn wir das am Schreibtisch schreiben, wird es nicht so gut.“

Rathaus-Einweihung und Info-Stand

Wer bei der Gemeindeverwaltung etwas zu erledigen hatte, hat das neue Haushamer Rathaus bereits von innen gesehen. Alle anderen Bürger erhalten bei der offiziellen Einweihung mit Tag der Offenen Tür am Samstag, 12. Oktober, dazu Gelegenheit, die umgebauten Räume in der früheren Sparkassenfiliale zu besichtigen. Nach der Eröffnung durch den Fanfarenzug der Crachia um 12 Uhr und den Grußworten – unter anderem von Landrat Wolfgang Rzehak – sprechen um 12.30 Uhr Dekan Michael Mannhardt und Pfarrerin Anika Sergel-Kohls den kirchlichen Segen, umrahmt vom Haushamer Bergwachtgsang. 

Auch die Bergwerksgeschichte Haushams spielt eine Rolle beim Fest. So ist der Bergmann-Gedenkstein vom alten Rathaus vor das neue Standesamt umgezogen. Ausrücken werden deshalb sowohl der Bergbau-Museumsverein wie der St. Barbara-Verein. Ab 13 Uhr schließen sich Führungen durch das Rathaus an. Die Agatharieder Blasmusik und ein Kinderschminken sorgen für Unterhaltung. Wie es mit Hausham in Zukunft weitergehen soll, können die Bürger an einem Stand des für die Ortsentwicklung beauftragten Büros Dragomir im Rathausinnenhof mitbestimmen. Neben Fragen sind auch Ideen und Kritik willkommen.

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