+++ Eilmeldung +++

Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot

Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot
Feiert heute seinen 80. Geburtstag: der frühere Haushamer Bürgermeister Arnfried Färber, hier in seinem Garten mit Blick auf den Ort. Foto: Thomas Plettenberg
+
Feiert am Freitag seinen 80. Geburtstag: der frühere Haushamer Bürgermeister und Ehrenbürger Arnfried Färber, hier in seinem Garten mit Blick auf den Ort.

Interview

Haushams Altbürgermeister Färber wird 80

  • Stephen Hank
    vonStephen Hank
    schließen

Der Haushamer Altbürgermeister und Ehrenbürger Arnfried Färber feiert an diesem Freitag (16. Oktober) seinen 80. Geburtstag. Im Interview blickt der Jurist zurück.

Hausham – Er war Lokalpolitiker aus Leidenschaft: 27 Jahre Bürgermeister von Hausham, sechs Jahre stellvertretender Landrat, dazu in etlichen kommunalen Gremien und Organisationen präsent. Heute hat Arnfried Färber mit aktiver Politik nichts mehr am Hut. Die Sparkassenaffäre, in die auch er verstrickt war, hat das ihre dazu beigetragen. Doch Färber ist mit sich im Reinen.

Miesbacher Merkur: Herr Färber, wie geht es Ihnen? Die Zeit nach 2014 war wegen der Ermittlungen in der Sparkassenaffäre doch ziemlich belastend für Sie.

Arnfried Färber: Natürlich hat es mich über lange Zeit sehr beschäftigt, zumal es aus heiterem Himmel kam. Das, was uns vorgeworfen wurde, war jahrzehntelang Usus gewesen. Selbst höhere Prüfungsinstanzen waren nie eingeschritten. Mittlerweile denke ich nicht mehr so intensiv daran wie während der Zeit des Ermittlungsverfahrens.

In den Fokus gerieten Sie damals auch, weil der frühere Sparkassen-Chef Georg Bromme ein Fest zu Ihrem 70. Geburtstag ausgerichtet hat. Wie wird Ihr runder Geburtstag diesmal ablaufen?

Coronabedingt in begrenztem Rahmen. Ich habe die Familie und einige gute Freunde eingeladen. Es wird eine kleine Feier in privater Runde.

Vermissen Sie die Politik?

Nein, überhaupt nicht. Wenngleich ich die Politik im Großen wie im Kleinen mit großer Aufmerksamkeit verfolge. Und ich muss sagen: Bei meinen Nachfolgern gab und gibt es überhaupt keinen Anlass zu irgendwelcher Kritik. Im Gegenteil. Hausham läuft.

Sie selbst standen von 1981 bis 2008 an der Spitze der Gemeinde. Was war Ihre wichtigste Entscheidung?

Die weitreichendste war sicher, das Krankenhaus nach Agatharied zu holen. Die habe ich natürlich nicht alleine getroffen. Aber ich habe stark daran mitgewirkt.

Was haben Sie als besonders prägend in Ihrem Leben empfunden?

Im Rückblick zweifellos meine Wahl zum Bürgermeister. Ich war damals 40 Jahre alt, der erste Familienrichter am Amtsgericht Miesbach überhaupt und hatte Aussichten, bei der Justiz Karriere in München zu machen. Ich bin quasi vom Richterstuhl weg ins Bürgermeisteramt gekommen. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich in der Kommunalpolitik überhaupt nicht präsent.

Haben Sie die Kandidatur bereut?

Nie. Ich war damals hin und her gerissen, ob ich überhaupt jeden Tag nach München pendeln will. Das hatte sich damit erledigt.

Wenn heute Ihr 20. Geburtstag wäre, würden Sie beruflich wieder den gleichen Weg gehen?

Dass ich Jura studieren möchte, habe ich schon als älterer Schüler gewusst. Und ja, ich würde es wieder tun. Vielen ist die Materie zu trocken, aber ich empfinde genau das Gegenteil. Das Spannende ist die Vielfalt, jeder Fall ist anders. Das Einzige, was ich mich gelegentlich frage, ist, ob ich heute nicht gleich als Anwalt arbeiten würde.

Tatsächlich sitzen Sie auch heute noch jeden Tag mehrere Stunden in Ihrer Kanzlei in Agatharied. Weil Sie müssen?

Nein, weil es mir Spaß macht und den Geist wach hält. Als Ausgleich zu meinen sportlichen Aktivitäten. Es ist ein schönes Gefühl, wenn sich Mandaten freuen, dass man ihnen helfen konnte. Mein Wunsch ist es, einfach noch möglichst lange fit zu bleiben.

Sie sind jetzt 80 Jahre alt. Als Bürgermeister haben Sie Ihren Mitbürgern früher selbst zu hohen runden Geburtstagen gratuliert. Was ging da in Ihrem Kopf vor?

Abhängig von ihrem Gesundheitszustand habe ich mich gefreut, dass es ihnen so gut geht, oder ich habe mit ihnen mitgefühlt. Am ehesten wurde ich aber bei Altbürgerfeiern nachdenklich. Wie das wohl sein wird, dachte ich mir damals, wenn du eines Tages selbst zu den Gästen zählst.

Und?

Ältere Menschen sind heute im Allgemeinen fitter und sehen nicht so alt aus wie sie sind. Das Gefühl habe ich bei mir auch.

sh

Lesen Sie auch: Arnfried Färber neuer Ehrenbürger von Hausham.

Auch interessant

Kommentare