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Holland-Rallye durch die Anliegerstraße: Geißstraße wird als Schleichweg immer beliebter – trotz Verbot

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Von: Dieter Dorby

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Geheim ist dieser Schleichweg nicht mehr: Sogar Teilnehmer einer niederländischen Auto-Rallye wählten den Weg über die Geißstraße.
Geheim ist dieser Schleichweg nicht mehr: Sogar Teilnehmer einer niederländischen Auto-Rallye wählten den Weg über die Geißstraße. © privat

Schleichwege haben die Eigenart, dass sie wenig bekannt sind. Damit haben sich die Anwohner der Geißstraße in Hausham getröstet, als bekannt wurde, dass der Bahnübergang ab Ende März für mehrere Monate gesperrt wird.

Doch mit der Baustelle auf der Bundesstraße 307 wird die Belastung immer größer, wie ein Anwohner gegenüber unserer Zeitung beklagt. Und dann das.

Rallye rollt durchs Wohngebiet

Am Montag konnte er gar nicht glauben, was er mit eigenen Augen sehen musste: Teilnehmer der niederländischen „Ramble-Rally“ schlugen sich auf dem weg durch Europa mit Porsches und Tuning-Autos über Geiß- und Grenzstraße in Richtung Schliersee durch. Der Schleichweg erfreut sich mittlerweile – Navi sei Dank – internationaler Bekanntheit.

Wenig Verständnis für Ausflügler

Er habe Verständnis, dass Menschen, die in Schliersee arbeiten, den Schleichweg nutzen, sagt der Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Aber es muss nicht sein, dass vor allem am Wochenende Ausflügler bei uns durchfahren.“ Diese hätten Zeit und könnten ein wenig länger warten. Die Belastung durch den Zusatzverkehr sei für die enge Anliegerstraße auch so schon groß genug. Zur Abschreckung würde sich der Anwohner mehr Polizeikontrollen wünschen – vor allem am Wochenende zu den richtigen Zeiten.

Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind ist das Problem leidlich bekannt. „Vor allem die großen Baustellen im Bereich des Bahnübergangs und nun auch im Bereich der Schlierseer Straße führen dazu, dass vermehrt Schleichwege auf Nebenstraßen rechtswidrig genutzt werden“, stellt er auf Nachfrage unserer Zeitung fest. „Durch die Navigationssysteme ist es leider ein Leichtes, diese Strecken zu entdecken.“ So sei auch die Schlierachstraße stark betroffen. „Wir stehen im laufenden Kontakt mit der Polizei und bitten immer wieder um Kontrollen. Diese finden auch regelmäßig statt. Leider ist die Polizei personell nicht in der Lage, laufend Verkehrskontrollen durchzuführen.“

Polizei kontrolliert - im Rahmen des Möglichen

Was Christian Redl, stellvertretender Leiter der zuständigen Polizeiinspektion in Miesbach, bestätigt: „Wir haben die Situation im Blick und bekommen vereinzelt Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei für Schwerpunkteinsätze.“ Auch dass das Wochenende zentrale Bedeutung habe, wisse man. „Aber am Wochenende ist generell viel los. Wenn wie zuletzt Unfälle dazu kommen, müssen wir Prioritäten setzen.“

Auch Zangenfeind bestätigt: „Gerade an Wochenenden ist der Verkehr an diesen Nebenstraßen schon sehr massiv.“ Jedoch dürfe die Gemeinde den fahrenden Verkehr weder kontrollieren noch aufhalten. „Das obliegt allein der Polizei.“ Er hofft, dass die Großbaustellen bis Oktober abgeschlossen sind. „Dann wird sich die Situation in den Nebenstraßen etwas verbessern.“ Allerdings führen der zunehmende Verkehr und die Nutzung der Navis leider dazu, „dass bei Stau diese Nebenstrecken generell genutzt werden“.

Auf der Suche nach Lösungen

Langfristig will die Gemeinde Lösungen finden. Zangenfeind verweist auf das Programm zur Städtebauförderung: „Wir haben ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, das auch die Situation in Nebenstraßen wie in der Schlierachstraße untersucht. Ziel ist es vor allem, die Situation für Fußgänger, Kinder und Radfahrer sicherer zu gestalten.“ Und er hofft auf Lösungsansätze zu den rechtswidrigen Schleichwegen. „Wir sind für alle Vorschläge, die umsetzbar sind, offen.“

ddy

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