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Hier traut man sich: Im Anbau vor dem Almbad Huberspitz dürfen sich Paare künftig auch vor dem Standesbeamten das Ja-Wort geben.

Almbad bekommt standesamtliches Trauzimmer

Auf der Huberspitz wird bald geheiratet

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Hausham - Auf einer Insel, in einem Schloss oder auf dem Berg: Geheiratet wird überall. Auch im Almbad Huberspitz hat man den Trend zur romantischen Zeremonie mit Ausblick erkannt.

Wer sich hier traut, traut sich was zu. Zumindest einen halbstündigen Fußmarsch auf den Berg. Aber damit, so Peter Kirchberger, haben seine Paare kein Problem. „Die heiraten ohnehin gerne in Tracht“, sagt der Pächter des Almbads Huberspitz. „Und eine Braut in Bergstiefeln schaut ja auch erotisch aus“, fügt er schmunzelnd hinzu.

30 Hochzeitsgesellschaften feiern jedes Jahr in seinem Haus auf 1100 Metern Höhe – Bergkulisse und Blick zum Schliersee inklusive. Ein vielversprechender Trend, meint Kirchberger. Denn auch Paare, die es nicht so mit der Kirche haben, wünschen sich eine romantische Zeremonie. „Davon träumen die Frauen doch seit ihrer Kindheit“, sagt der Huberspitz-Pächter und lacht. Für den geistlichen Anstrich bei diesen so genannten freien Trauungen sorgen zumeist Ex-Theologen. „Und die“, so Kirchberger, „halten oft die schönsten Reden.“ Trotzdem hat bisher etwas Entscheidendes gefehlt: das offizielle Ja-Wort. Weil das nur in einem gemeindlichen Trauzimmer möglich ist, führt für künftige Ehepaare bislang kein Weg am Standesamt im Haushamer Rathaus vorbei.

Bislang. Denn in Zukunft kommt der Standesbeamte zu ihnen auf den Berg. Einstimmig hat der Gemeinderat Hausham beschlossen, einen Raum im Almbad Huberspitz für Eheschließungen und zur Begründung von Lebenspartnerschaften zu widmen. Den dafür notwendigen Überlassungsvertrag samt Nutzungszeiten und -entgelt wird die Verwaltung mit Kirchberger erarbeiten. „Das ist eine reizvolle Lage für einen schönen Moment“, schwärmte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FW) bei der Sitzung.

Die Idee zu einem Trauzimmer in luftiger Höhe ist dem Bürgermeister beim Joggen im Wald auf der Huberspitz gekommen. „Ich sehe das als eine attraktive Dienstleistung der Gemeinde“, erklärte er. Gänzlich neu ist der Gedanke aber nicht, wie Marlies Fellermeier-Liebl (FW) betonte. So sei die Geschichte bereits vor Jahren einmal Thema im Gemeinderat gewesen. „Damals hat aber der Wirt nicht mitgespielt“, berichtete sie.

Bei Kirchberger ist Zangenfeind hingegen sofort auf offene Ohren gestoßen. Der Pächter hat auch schon einen passenden Raum ausgemacht: den Anbau vor dem Haus. Da hätten die Hochzeitsgesellschaften den schönsten Ausblick und müssten dank offenem Kamin im Winter nicht frieren. Damit auch die älteren Familienmitglieder den romantischen Moment miterleben können, bietet Kirchberger einen Fahrdienst an. Einmal rauf und runter ist im Preis eingeschlossen. Das müsse auch reichen, findet er. „Ich bin kein Taxifahrer.“ Eine Blechlawine Richtung Huberspitz muss also niemand fürchten.

Aus ganz Deutschland kommen Kirchbergers Hochzeitsgesellschaften, davon 30 Prozent aus dem Münchner und Rosenheimer Raum und nur 20 Prozent aus dem Landkreis. „Die sind aber alle sehr bergaffin und leger“, versichert er. Darauf setzt auch Zangenfeind: „Wir wollen da oben kein Trauungsmarketing“, stellte er klar. Aber wenn er künftig zumindest einige der momentan 30 Eheschließungen in Hausham mit Seeblick abhalten kann, gibt der Bürgermeister natürlich gerne sein Ja-Wort.

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