Freut sich auf viele Vier- und Zweibeiner: Hundetrainerin Sarah Nohynek auf dem zukünftigen Hundeübungsplatz in Poschmühl in Agatharied.
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Freut sich auf viele Vier- und Zweibeiner: Hundetrainerin Sarah Nohynek auf dem zukünftigen Hundeübungsplatz in Poschmühl in Agatharied.

Neues Angebot für Tierhalter

Hundetrainings in Poschmühl: Bauausschuss Hausham macht Weg frei für Übungsplatz

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Alpakas gibt es bereits in Poschmühl bei Agatharied. Bald kommen auch Hundeliebhaber hier auf ihre Kosten. Der Bauausschuss hat den Weg frei gemacht für einen neuen Übungsplatz.

Hausham – Tierliebhaber kommen schon jetzt auf ihre Kosten, wenn sie an den Wiesen in Poschmühl in Agatharied vorbeispazieren oder -radeln. Neugierige Alpakas recken ihre langen Hälse nach ihnen. „Da werden auch Führungen angeboten“, sagte Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) nun im Bauausschuss. „Eine schöne Sache.“ Die possierlichen Zeitgenossen aus den Anden waren aber nicht das Thema in der Sitzung, sondern ein hierzulande deutlich verbreiteteres Haustier: Hunde. Zwei Frauen hatten beantragt, auf dem letzten Grundstück vor den Wiesen zwischen Agatharied und Miesbach einen Hundeübungsplatz einrichten zu dürfen.

Eine davon ist Sarah Nohynek. Die Schlierseerin ist mit Hunden aufgewachsen. Mit ihrem Labrador Bertl geht sie auch gern mal ins Wasser. Zum Schwimmen, ins Ruderboot oder sogar aufs Stand-up-Paddeling-Board. Nach einer Ausbildung als Hundetrainerin entschied sie sich, ihren Bürojob im Marketing an den Nagel zu hängen und sich mit einer Hundeschule selbstständig zu machen. Mangels Übungsplatz blieben ihre Angebote auf erweiterte Spaziergänge beschränkt, erzählt die 33-Jährige. Umso dankbarer ist sie nun für die Chance, auf dem Grundstück ihrer Schwägerin Veronika Schmiedle in Poschmühl heimisch zu werden.

Wie Bauamtsleiterin Petra Sperl in der Sitzung ausführte, soll der Platz eine Fläche von zwölf mal 18 Meter einnehmen. Die einzige bauliche Maßnahme seien die Holzpfosten für einen Weidezaun. Die Trainingsgeräte für die Hunde seien mobil und damit „außenbereichsverträglich“. Da maximal fünf Vierbeiner gleichzeitig üben sollen, könnten die erforderlichen Parkplätze von Frauchen und Herrchen auf den angrenzenden Grundstücken nachgewiesen werden. Das Einverständnis der Eigentümer liege vor.

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Der Rathauschef hatte mit dem Vorhaben kein Problem. „Die Gegend bietet sich an für so eine Nutzung“, sagte er. Auch das Landratsamt habe trotz der Lage des Grundstücks im Wasserschutzgebiet keine Einwände vorgebracht. Positiv hob Zangenfeind hervor, dass die Antragstellerin den Weg ins Rathaus gewählt hätten. Ein paar Hundert Meter in Richtung Wald hätte es in Poschmühl bereits mal ein provisorisches Gelände gegeben. „Und da hat niemand vorher gefragt, ob das erlaubt ist.“

Im Bauausschuss fand der Übungsplatz ebenfalls einhellige Zustimmung. Michael Ertl (SPD) bat aber darum, darauf zu achten, dass das Vorhaben nicht Startschuss für eine weitere Bebauung in diesem sensiblen Areal werde. Es dürfe nicht sein, dass über Umwege wie eine Schupf oder eines Aufenthaltsraums die Bahn frei werde für neue Immobilien. „Sonst wachsen wir immer weiter raus ins Schutzgebiet“, mahnte Ertl.

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Sperl gab Entwarnung. Jeder Bauwunsch im Außenbereich sei genehmigungspflichtig. „Die Gemeinde hat also weiter die Planungshoheit.“ Auch der Bürgermeister sah keine Gefahr, „dass wir hier über eine Hundehütte zu einem Einfamilienhaus kommen“. Auch den Hinweis von Willi Halletz (Grüne), zu verhindern, dass irgendwann die eigentlich für Autos gesperrte Straße von Nutzern des Hundeübungsplatzes zugeparkt wird, nahm Zangenfeind auf. „Ab dem letzten Haus muss Feierabend sein mit Autoverkehr“, machte Ertl deutlich.

Sollte der aktuelle Corona-Lockdown noch länger andauern, wird Nohynek ohnehin vorerst allein mit Bertl und einer Kamera auf der Wiese stehen. „Auch wir dürfen keine Präsenzkurse anbieten“, erklärt die Trainerin. Die Hundebesitzer dürften aber ihre Tiere dort abgeben. Das sei wichtig, weil auch Hunde regelmäßige Kontakte zu anderen Vierbeinern bräuchten. Wenn die Normalität wieder zurück ist, will Nohynek aber einstündige Gruppentrainings oder 45-minütige Einzelkurse auf ihrem neuen Übungsplatz anbieten. Ihr Fokus liege darauf, Tiere und Halter für den entspannten Umgang mit Alltagssituationen zu schulen. „Wenn da etwas schief läuft, liegt es oft nur an Kleinigkeiten“, erklärt die Expertin. Zudem will sie auch ein Kinderprogramm sowie geführte Spaziergänge anbieten. Konflikte mit den benachbarten Alpakas fürchtet sie übrigens nicht. „Wir sind da eigentlich alle ganz entspannt.“

sg

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