Einen Blumenstrauß in Coronavirus-Form überreichte der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Thomas Straßmüller (2.v.l.), an dessen Verwaltungsleiterin Beate Faus. Für Vize-Kreisgeschäftsführer Simon Horst (l.) vom BRK gab es eine symbolische Spritze. Mit dabei bei der Vorstellung des Gebäudes waren außerdem (v.r.) Landrat Olaf von Löwis, Landratsamts-Verwaltungschef Martin Pemler und Christian Pölt, Leiter des Katastrophenschutzes.
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Einen Blumenstrauß in Coronavirus-Form überreichte der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Thomas Straßmüller (2.v.l.), an dessen Verwaltungsleiterin Beate Faus. Für Vize-Kreisgeschäftsführer Simon Horst (l.) vom BRK gab es eine symbolische Spritze. Mit dabei bei der Vorstellung des Gebäudes waren außerdem (v.r.) Landrat Olaf von Löwis, Landratsamts-Verwaltungschef Martin Pemler und Christian Pölt, Leiter des Katastrophenschutzes.

Im ehemaligen Honda-Autohaus in Hausham

Impfzentrum für Landkreis in den Startlöchern

  • Stephen Hank
    vonStephen Hank
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Das Impfzentrum in Hausham ist betriebsbereit. Einziger limitierender Faktor: der Impfstoff selbst. „Wir könnten sofort loslegen“, sagt Landrat Olaf von Löwis.

  • Das Impfzentrum des Landkreises Miesbach ist betriebsbereit.
  • 90 niedergelassene Ärzte und Fachpersonal des BRK stehen zur Verfügung.
  • Den Start machen aber zwei mobile Impfteams in den Senioreneinrichtungen.

Hausham – Die ersten Patienten waren schon da. Ein älteres Ehepaar, erzählt der Landrat, habe am Mittwoch neugierig vor dem ehemaligen Autohaus an der Alten Miesbacher Straße in Hausham gestanden und sich für eine Impfung interessiert. Den Wunsch musste man den beiden leider abschlagen. Noch ist das Vakzin gar nicht zugelassen, geschweige denn im Landkreis eingetroffen. Doch schon rund um Weihnachten könnte es so weit sein. Nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Ab wann wird geimpft?

„Das Impfmaterial ist uns für 23. Dezember zugesagt“, berichtet Löwis. Ob es an diesem Tag tatsächlich eintrifft, ist aber fraglich. Ohnehin sollen zunächst die beiden mobilen Impfteams – bestehend aus einem Arzt und einer medizinischen Fachkraft – in die Seniorenheime im Landkreis ausschwärmen und dort Bewohner und Personal impfen. Mit der Inbetriebnahme des Impfzentrums ist frühestens nach den Feiertagen zu rechnen – abhängig von der zur Verfügung stehenden Menge des Impfstoffs.

Im Impfzentrum gelten wie überall strenge Hygienevorschriften.

Wer kann sich impfen lassen?

Die Verabreichung des Vakzins richtet sich streng nach der am Freitag unterzeichneten Impfverordnung. Geimpft werden zunächst Bewohner in Pflegeeinrichtungen, Personen ab 80 Jahren sowie diejenigen, die sich um solche Menschen kümmern. „Es besteht keine Möglichkeit, jemanden zu impfen, der nicht priorisiert ist“, stellt der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Thomas Straßmüller aus Gmund, klar. „Die Kriterien werden geprüft.“ Eine Impfung hält der Mediziner in der aktuellen Krise für alternativlos. Der Landrat ergänzt: „Sie hilft uns, mit der Pandemie fertig zu werden.“

Wie meldet man sich an?

Es ist nicht möglich, im Impfzentrum einfach vorstellig zu werden. „Termine werden nur telefonisch oder online vergeben“, erläutert die Verwaltungsleiterin des Impfzentrums, Beate Faus vom Landratsamt. Die Kontaktdaten gibt die Behörde bekannt, sobald eine Terminvereinbarung möglich ist. Den Organisatoren ist es wichtig, vor dem eigentlichen Termin möglichst viel Vorarbeit zu leisten. So sollen die in Frage kommenden Personen auch von ihren Hausärzten identifiziert, angesprochen und mit dem entsprechenden Aufklärungsmaterial versorgt werden.

Der Eingang des Impfzentrums ist an der Nordostseite zu finden.

Wie läuft die Impfung ab?

Das Impfzentrum, das zunächst werktags von 13 bis 16.30 Uhr und am Wochenende von jeweils 10 bis 12 Uhr geöffnet hat, ist immer mit zwei Ärzten und ausreichend medizinischem Fachpersonal des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) besetzt. „90 niedergelassene Ärzte aus dem Landkreis stellen sich freiwillig zur Verfügung“, berichtet der Landrat. „Ein riesiger Zuspruch.“ Nach der Anmeldung und Prüfung der Daten findet bei Bedarf ein Aufklärungsgespräch bei einem der Ärzte statt, eine kurze Untersuchung, und anschließend geht es in eine der fünf Impfkabinen. Nach der Impfung erfolgt eine zehn- bis 15-minütige Nachbeobachtung, ehe die Personen das Gebäude wieder verlassen. „Nach 21 Tagen erfolgt die Zweitimpfung, der Termin wird gleich beim ersten Mal vereinbart“, sagt Straßmüller. Nach Auskunft von Patrick Burghoff und Marco Kuhn vom Katastrophenschutz des Landratsamts, die den Aufbau des Impfzentrums maßgeblich mit begleitet haben, sind Impfungen im Fünf-Minuten-Takt möglich. Pro Stunde können also theoretisch bis zu 60 Personen geimpft werden. Die Impfung und auch die Aufbereitung des Vakzins übernimmt Fachpersonal des BRK. „Beim Aufbau dieses Impfzentrums ist in kürzester Zeit Unmögliches möglich gemacht worden“, freut sich der stellvertretende Kreisgeschäftsführer Simon Horst. „Dieses starke Team ist der Schlüssel dafür, die Pandemie langsam in den Griff zu bekommen.“

Fünf Impfkabinen stehen zur Verfügung.

Wie erreicht man das Impfzentrum?

Ausschlaggebend für den Standort in Hausham war die zentrale und gut erreichbare Lage. Als „perfekt“ bezeichnet Straßmüller das Gebäude. Das ehemalige Autohaus befindet sich nur knapp drei Kilometer vom Krankenhaus Agatharied und nur wenige Hundert Meter vom Haushamer Bahnhof entfernt. „Vor dem Gebäude gibt es ausreichend Parkplätze, außerdem planen wir einen Bushalt“, sagt der Landrat. Vorerst wurde ein Mietvertrag bis 30. Juni geschlossen, es besteht jedoch die Möglichkeit der Verlängerung. Derzeit rechnet niemand damit, dass die Impfungen bis dahin abgeschlossen sind. Die Kosten für Ausbau und Unterhalt trägt der Freistaat.

Ist der Impfstoff sicher gelagert?

Das Impfzentrum wird rund um die Uhr von einem Sicherheitsdienst überwacht und von der Polizei regelmäßig bestreift. Der Impfstoff lagert also sicher. In einem Ultratiefkühlschrank, den der Landkreis zu einem „Schnäppchenpreis“ (Burghoff) erstanden hat, können bei minus 80 Grad bis zu 30 000 Impfdosen gelagert werden. So viel wird aber vermutlich gleichzeitig nie vor Ort vorrätig sein. „Ich befürchte“, gesteht Löwis, „dass die Menge anfangs deutlich geringer ausfällt.“

Den gut gesicherten Ultratiefkühlschrank zeigt Patrick Burghoff vom Katastrophenschutz.

Über die Corona-Situation im Landkreis informiert tagesaktuell unser Ticker.

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