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Die Besucherinnen des Mehrgenerationenhauses in Rottach-Egern haben viel Freude an ihrem Englisch-Kurs. Eine solches Begegnungszentrum kann sich die Caritas auch in Hausham vorstellen.

In der neuen Ortsmitte

Caritas will Angebote für Senioren in Hausham ausbauen

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Senioren haben es gut in Hausham. Viele Angebote gibt es schon, nun hat die Caritas ein Begegnungszentrum und eine Tagesbetreuung in der im Bau befindlichen „neuen Ortsmitte“ vorgeschlagen. 

Hausham – Über einen Mangel an Programm können sich die Haushamer Senioren eigentlich nicht beschweren. Ob Arbeiterwohlfahrt, Elisabethenverein oder Volkshochschule: „Sie haben eine gigantische Infrastruktur“, lobte Caritas-Kreisgeschäftsführerin Beate Haslinger-Naß die ausgeprägte soziale Gemeinschaft in Hausham. „Und dazu würden wir gerne unsere Qualität beisteuern.“

Drei Senioren-Angebote stellten Haslinger-Naß und ihre beiden Kolleginnen Birgit Landthaler und Anita Szybowski in der Gemeinderatssitzung vor: ein Kultur- und Begegnungszentrum, eine Tagesbetreuung und ein Wohnen mit Beratung. Die dafür nötigen, barrierefreien Räume mit einer Gesamtfläche von 300 bis 400 Quadratmetern habe der Investor des Bauprojekts der „Neuen Ortsmitte“ an der Tegernseer Straße der Caritas angeboten, berichtete Haslinger-Naß. Wie berichtet, sollen die Gebäude 2018 fertig sein. „Wir wollen nichts auf der grünen Wiese bauen“, betonte Haslinger-Naß. Und schon gar nicht als Konkurrenz zu den Haushamer Vereinen, wie die drei Damen im Gemeinderat hervorhoben. Vielmehr gehe es der Caritas darum, „das bestehende Miteinander zu ergänzen“, sagte Landthaler.

Zuvor gelte es jedoch, den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Dies soll unter anderem bei einer Veranstaltung am Donnerstag, 20. April, um 18.30 Uhr im Bürgersaal an der Geißstraße geschehen. Dass zumindest ein grundsätzliches Interesse vorhanden ist, hat die Caritas bereits erfahren. So haben sich laut Haslinger-Naß einige Senioren beim Investor der Ortsmitte erkundigt, ob man denn zu den neuen Wohnungen bestimmte Hilfsdienste hinzubuchen könne. Die Projektentwickler seien daraufhin an die Caritas herangetreten. „Wenn sich so eine Chance bietet, will ich das an die Gemeinde weitergeben“, sagte die Kreisgeschäftsführerin.

Frage der exakten Finanzierung noch offen

Rottach-Egern hat diese Gelegenheit bereits ergriffen. Das dortige Mehrgenerationenhaus ist von anfangs 1500 auf 8000 Einzelbesuche im Jahr gewachsen und hat kürzlich neue und größere Räume an der Leo-Slezak-Straße bezogen. Viele Besucher machen regelmäßig bei Englisch-Kursen, Gymnastik-Stunden oder Spiele-nachmittagen mit. Eine Tagesbetreuung sei auch eine Entlastung für pflegende Angehörige, erklärte Szybowski. Dank der Unterstützung durch Pflegefachkräfte könnten auch Demenzkranke am gemeinsamen Kochen oder an Ausflügen teilnehmen. Das Wohnen mit Beratung richte sich dafür in erster Linie an Senioren, die nur in bestimmten Bereichen des Alltags Unterstützung brauchen, sagte Haslinger Naß. Um die fachliche Qualität zu sichern und die ehrenamtlichen Helfer zu koordinieren, brauche es zudem in jedem Bereich einen oder mehrere hauptamtliche Mitarbeiter.

„Erreichen Sie denn auch die Leute, die nicht mehr selbst aus ihren Wohnungen herauskommen?“, wollte Gerhard Klante (FWG) wissen. Das, räumte Haslinger-Naß ein, sei bisweilen „ein hartes Brot“. Neben Hol- und Bringdiensten und Hausbesuchen setze die Caritas hier vor allem auf Mundpropaganda. Elisabeth Leidgschwendners (CSU) Frage nach der Finanzierung der Angebote beantwortete die Kreisgeschäftsführerin vorerst nur allgemein. Während ein Begegnungszentrum in erster Linie auf kommunale Zuschüsse angewiesen sei, würden bei der Tagesbetreuung die Pflege- und Krankenversicherung die Betroffenen unterstützen. Die Dienste beim Wohnen mit Beratung müssten Letztere komplett selbst bezahlen.

Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) schlug vor, den Finanzplan erst nach der Bedarfsermittlung auszuarbeiten. „Die können wir nicht hier am Tisch machen.“ Auch Thomas Danzer (SPD) zeigte sich aufgeschlossen für die Idee: „Die Möglichkeit, sie zu verwirklichen, müssen wir uns erarbeiten.“

sg

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