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Voller Saal, volles Podium: Die zweite Infoveranstaltung zum möglichen Baugebiet in Hausham-Abwinkl lockte viele Interessenten in den Alpengasthof Glück Auf. 

„Lassen Sie uns im Dialog bleiben“

Infoabend zu Baugebiet: Viele Fragen zu Verkehr und Entwässerung

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Viele Fragen, viele Antworten – und eine sachliche Diskussion. Der zweite Infoabend zum möglichen Baugebiet in Hausham-Abwinkl hat sein Ziel erreicht. Es geht aber noch weiter.

Hausham – Plötzlich stand Hugo Schreiber auf der Bühne. Nicht als Altbürgermeister, sondern als Anwohner und Kenner der Verhältnisse vor Ort. „Ich wohne da seit 69 Jahren“, sagte Schreiber und deutete auf den Entwässerungsplan, den Ingenieur Marijan Klement Weisser im Alpengasthof Glück Auf an die Wand projiziert hatte. Schon jetzt schwelle der Schmotzbach bei Starkregen an. Sollte in den Hang unterhalb des Moosrainer Wegs tatsächlich eine Drainage eingebaut werden, würde noch mehr Wasser über den Bach Richtung Schlierach fließen. Der Altbürgermeister bestätigte damit die Aussage einer anderen Anwohnerin, die zuvor eindringlich vor den Folgen dieses Eingriffs gewarnt hatte. „Dann stehen unsere Häuser unter Wasser.“

Es sind Fragen wie diese, die den Nachbarn des möglichen Baugebiets an Huberbergstraße, Huberspitz- und Moosrainer Weg seit Monaten auf den Nägeln brennen. Fast zwei Jahre mussten sie auf die zweite Infoveranstaltung zum Projekt für ein Einheimischenprogramm der Gemeinde und ein „Neues Zuhause für besondere Menschen“ der Lebenshilfe warten. Entsprechend voll war der Saal des Alpengasthofs Glück Auf. Wie schon beim ersten Infoabend standen erneut die Themen Entwässerung und Verkehr im Fokus.

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Fachmann Weisser war sichtlich bemüht, seine „trockene Materie“ verständlich darzustellen. Wiederholt betonte er, dass sich die Entwässerung durch die Drainage, das Rückhaltebecken und die Pumpen im Vergleich zum Ist-Zustand verbessern werde. Durch das Auffangen des Hangwassers und die kontrollierte Ableitung könne man die Spitzen der Schlierach bei Starkregen kappen. Auf die Stabilität des Hangs habe dies „absolut keine Auswirkungen“, versicherte Weisser. In Sachen Schmotzbach könne er mit „ruhigem Gewissen sagen, dass wir das lösen – wenn auch nicht in Nullkommanix“.

Das gilt gleichermaßen für die Verkehrsanbindung, wie Ingenieur Karl Kleiß, Architekt Herbert Wagenpfeil und Bürgermeister Jens Zangenfeind unisono herausstellten. Hier kam auch die Naturfreundestraße zur Sprache. Bisher sei stets die Rede davon gewesen, die Sanierung erst nach Fertigstellung des neuen Wohngebiets in Angriff zu nehmen, merkte eine Bürgerin an. „Aber wie sollen die Leute bei einer Sperrung der Straße zu ihren Häusern kommen?“ Kleiß räumte ein, dass der Zeitplan noch zu klären sei. Prinzipiell sei es aber möglich, die Straße vor der Baumaßnahme in Abwinkl herzurichten.

Die immer wieder aufflammende Kritik, die erwartete Verkehrszunahme sei zu gering angesetzt und damit „geschönt“, wies Wagenpfeil klar zurück. „Das sind Erfahrungswerte, die man nicht einfach in Zweifel ziehen darf.“ Überhaupt sei die geplante Bebauung keinesfalls massiv, sondern verträglich und teilweise weniger dicht als im benachbarten Bestand.

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Gerade deshalb habe sich die Lebenshilfe für eine möglichst große Fläche entschieden, sagte Geschäftsführerin Inga Kockerols. Alle Kinder sollten ebenerdig und barrierefrei in den Garten kommen und sich trotz Rollstuhl in den Häusern ohne Einschränkungen bewegen können. „Wir wollen nicht möglichst viele Kinder unterbringen, sondern uns gut in die Nachbarschaft integrieren.“ Die Frage, warum die Lebenshilfe in ihrer Zeitnot nicht lieber auf dem vom Landschaftsschutzverein vorgeschlagenen Alternativgrundstück in der Nähe der Anton-Weilmaier-Schule baue, beantwortete Kockerols in aller Deutlichkeit: Auch hier sei der Boden feucht und ein Baurecht aufgrund der isolierten Lage kaum erreichbar.

Nach mehr als drei Stunden beendete Moderatorin Bärbel Lang die Diskussion. Bürgermeister Jens Zangenfeind machte nochmals deutlich, dass die Gemeinde nach wie vor offen für Vorschläge der Anwohner sei. „Bitte lassen Sie uns im Dialog bleiben“, sagte der Bürgermeister. Wie bei jedem Baugebiet gelte aber auch hier: „Es wird immer zu Beeinträchtigungen kommen.“ Dennoch sei es im Interesse der Gemeinde, diese zu minimieren. „Wir müssen die Probleme lösen, denn wir haften am Ende auch dafür.“

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