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Jahresvorschau Hausham: Gemeinde will sich „nicht von Pandemie beherrschen lassen“

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Von: Jonas Napiletzki

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Der Förderturm wäre der Wunsch vieler fürs Bergbaumuseum. Weil das 2022 nichts wird, sind Touren im Rathaus zu einzelnen Exponaten geplant.
Der Förderturm wäre der Wunsch vieler fürs Bergbaumuseum. Weil das 2022 nichts wird, sind Touren im Rathaus zu einzelnen Exponaten geplant. © Stefan Schweihofer

In Hausham sind laut Bürgermeister Jens Zangenfeind zahlreiche Projekte der Gemeinde trotz der Pandemie in Arbeit – oder stehen kurz vor dem Abschluss. Eine Übersicht.

Hausham – Jens Zangenfeind (FWG) ist seit fast acht Jahren Bürgermeister. Er betont: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass unser Gemeinderat mit Weitblick, sozial und fortschrittlich handelt.“ Daher ist sich Zangenfeind sicher, „dass wir gute Entscheidungen treffen werden“. Dabei, Hausham „fit für die Zukunft“ zu machen, wolle man sich „von der Pandemie nicht beherrschen lassen“, was die Planungen der Gemeinde betreffe. Aber: Muss nicht auch Hausham gerade wegen der Pandemie finanziell zurückstecken?

Zangenfeind verneint das – mit einer Ausnahme: „Verschiebbare Sanierungen von Kanal- und Wasserleitungen haben wir zurückgestellt.“ Das spare bis zu 200 000 Euro. Alle anderen Projekte seien möglich, auch weil Hausham keine „Schmuckprojekte“ verfolge. „Wir achten auf die Finanzen.“ Verminderter Gewerbesteuer stehen staatliche Hilfen entgegen. Die Einnahmesituation sonst sei „relativ stabil“. Auch deshalb gelte: „Wir werden viele Projekte fortführen.“

Wohnraum

Eines davon: das Projekt „Wohnen für Familien am Huberspitzweg“. Die 40 Parzellen auf dem Abwinkl-Grundstück werden 2022 vergünstigt verkauft. Derzeit würden Bewerbungen geprüft, sagt Zangenfeind. Die Vergabe-Entscheidung falle im Januar oder Februar – also mit leichtem Verzug.

„Im Frühjahr oder Sommer sollen die Erschließungsarbeiten der Grundstücke beginnen.“ Etwa im Herbst könnten Käufer möglicherweise mit dem Bau starten.

Neben den Parzellen sind an der Huberbergstraße zwei Mehrfamilienhäuser geplant, die zusammen mit 26 einkommensorientiert geförderten Wohnungen auf dem Grundstück des alten Rathauses bezahlbaren Mietraum schaffen. Das alte Rathaus werde wohl in den nächsten drei Monaten abgerissen, sagt Zangenfeind. Er geht von einer Fertigstellung etwa 2023 aus. Der Zeitplan liegt aber in privater Hand.

Infrastruktur

Nicht nur Mieter und Häuslebauer, auch Fußgänger und Radfahrer sollen es in Hausham leichter haben – und weiterer Durchgangsverkehr gemindert werden. Erreichen will Zangenfeind das zusammen mit Bürgern mit dem Ortsentwicklungskonzept. In den nächsten ein bis zwei Jahren könne etwa der Bahnhofsplatz und die Schlierseer bis zur Tegernseer Straße verkehrsberuhigt werden. Ein möglicher Kreisverkehr steht an der Einmündung der Tegernseer in die Miesbacher Straße auf der Agenda.

„Der Radweg Hausham/Gmund soll gebaut werden“, sagt Zangenfeind. Den Baubeginn datiert er auf 2022/23. In Sachen Anwohnerstraßen sei man noch mit der Ideensammlung beschäftigt.

Ein weniger populärer Teil der Infrastruktur: öffentliche Toiletten. Diese würden im Jahr 2022 am Volksfestplatz erneuert und am Bahnhofsparkplatz wie geplant errichtet.

Feuerwehr

Im gleichen Jahr erhält die Feuerwehr Hausham ihr Drehleiterfahrzeug. „Der Bestellvorgang läuft; im Herbst könnte sie kommen.“ Einsatzbereit sei die Leiter nach Schulungen ab Anfang 2023.

Kultur

Länger scheint sich eine adäquate Unterbringung des Bergbaumuseums zu ziehen. „Das Museum wird eine Heimat finden“, verspricht Zangenfeind. Aber: „Leider geht es langsam voran.“ Dies liege an den erheblichen Kosten. „Dies ist ein Bereich, in dem es mit einem größeren finanziellen Spielraum leichter wäre.“ Die Gemeinde spreche mit Grundeigentümern und möglichen Projektpartnern.

Forciert werden sollen auch kulturelle Veranstaltungen, sobald dies wieder möglich ist. Das Stallhofer-Museum soll durch den Bauhof saniert werden.

Energie

„Klimaschutz und erneuerbare Energien“ sind zwei weitere Punkte auf der Agenda, die sich Zangenfeind fürs nächste Jahr vornimmt. Konkret nennt er Fotovoltaik-Anlagen an der Haushamer Feuerwehr und der Kita Regenbogen. Energetisch saniert werden soll das Sportheim. Ferner verspricht der Bürgermeister E-Ladestationen am Bahnhof, Rathaus und an „weiteren Stellen im Gemeindegebiet“. Das Engagement in dem Bereich sei die Gemeinde der nächsten Generation schuldig.

Schulen und Kitas

In der Förder- und Planungsphase ist indes das Kinderhaus an der abgerissenen Argulakirche. Gebaut werde im Jahr 2023. „Was sich die Gemeinde vornimmt, klappt auch“, verspricht Zangenfeind. An Grund- und Mittelschule stünden keine großen Maßnahmen an.

Der Jahreswechsel ist Gelegenheit, nach vorne zu blicken. Was wird 2022 trotz der andauernden Pandemie möglich, was muss aus finanziellen und coronabedingten Gründen gestrichen werden? Wir haben uns in den Rathäusern umgehört.

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