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Ein bewegender Moment: Unter dem stehenden Applaus aller Gemeinderäte überreicht Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind dem langjährigen SPD-Ortsvorsitzenden Josef Grill die Ehrennadel der Gemeinde.

Langjähriger Haushamer Gemeinderat weint vor Rührung

Josef Grill (83) erhält Ehrennadel der Gemeinde

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Schon bei der Laudatio des Bürgermeisters tupfte sich Josef Grill (83) mit dem Taschentuch die Tränen der Rührung aus den Augen. Die Ehrennadel der Gemeinde bedeutet ihm sehr viel.

Hausham – Auch Jens Zangenfeind machte keinen Hehl daraus, dass ihm die Verleihung der Ehrennadel der Gemeinde an den langjährigen Haushamer Gemeinderat viel bedeutete. „Es wird bei uns schon diskutiert, wer diese Auszeichnung bekommt“, sagte Zangenfeind. „Aber bei Ihnen waren wir uns von Anfang an einig.“

Seit Jahrzehnten habe sich Grill „in weit überdurchschnittlichem Maß“ für das Gemeinwohl der Ortsgemeinschaft eingesetzt, lobte der Bürgermeister. Von 1972 bis 2002 war Grill für die SPD Mitglied des Gemeinderats, von 1984 bis 1996 saß er im Kreistag. Als Ortsvorsitzender sei er zudem lange Zeit das „Gesicht der Haushamer SPD“ gewesen. „Ein öffentliches Amt ist nicht immer einfach“, sagte Zangenfeind. Auch als Geschäftsführer der örtlichen Volkshochschule und Organisator der Kindererholung in Kooperation mit der Partnergemeinde Seiersberg-Pirka habe Grill einen wichtigen Beitrag zum Zusammenleben in der Gemeinde geleistet.

Doch der 83-Jährige ist keiner, der nur Ämter gesammelt hat. Er habe sich auch durch seine Persönlichkeit herausgehoben, sagte Zangenfeind. Als „Demokrat durch und durch“ könne man auch heute noch mit ihm über politische Themen diskutieren. „Sie haben sich Ihren scharfen Verstand bewahrt und stehen für Ihre Meinung ein“, sagte der Bürgermeister. Er selbst wisse den Austausch mit Grill sehr zu schätzen. Daher gelte sein Dank nicht nur dem Vergangenem, sondern auch der Gegenwart. „Ihre Meinung ist auch heute noch sehr wichtig für uns“, betonte Zangenfeind. Nicht zuletzt deshalb bot er dem Geehrten schmunzelnd an, die obligatorische Flasche Sekt bei einem der nächsten Treffen gemeinsam zu leeren.

Der emotionalste Moment für Grill wartete aber am Ende der Ehrung. Da erhoben sich alle Gemeinderäte von ihren Plätzen und spendeten dem 83-Jährigen einen herzlichen Applaus. Der bedankte sich auf eine ebenso rührende wie ehrliche Art und Weise: „Liebe ehemalige Kollegen“, schluchzte er, „herzlichen Dank für diese Ehrung.“

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