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Kein Neustart ohne Blockbuster: Kino Hausham bleibt weiter zu

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Von: Sebastian Grauvogl

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Oberland-Kinocenter in Hausham
Bleibt weiterhin geschlossen: das Oberland-Kinocenter in Hausham. © Andreas Leder

Ohne Blockbuster kein Kino: Weil das Programm nicht attraktiv genug ist, bleibt das Oberland-Kinocenter in Hausham weiter geschlossen. Schuld ist - mal wieder - das Coronavirus.

Hausham – Plötzliche Zeitverschiebungen: Auf der Leinwand sorgen sie für Spannung bei den Zuschauern. An den Kinokassen hingegen erzeugen sie eine Menge Unsicherheit. Und in Hausham verhindern sie sogar den Neustart der Vorstellungen nach der Corona-Zwangspause. Weil die Premiere der beiden langerwarteten Blockbuster „Tenet“ und „Mulan“ wegen der Pandemie in den USA immer wieder verschoben wurden, fällt auch die geplante Wiedereröffnung des Oberland-Kinocenters am 16. Juli ins Wasser.

Eine Entscheidung, die sich die Betreiberfamilie Sohnius nicht leicht gemacht. Ohne die beiden mutmaßlichen Kassenschlager aus Hollywood könne man aber kein attraktives Programm auf die Beine stellen, um ausreichend Besucher in die Säle zu locken, erklärt Marketingleiterin Katha Sohnius. „Ausschließlich mit älterem Repertoire oder kleineren Nischenfilmen können wir unseren Gästen kein schönes Kinoerlebnis bieten“, begründet Sohnius die Entscheidung. Ein kostendeckender Spielbetrieb sei so in einem „Mainstream-Kino“ wie in Hausham kaum möglich.

Die Enttäuschung ist groß bei den Sohnius’. Man habe sehr viel Zuspruch erhalten, als man bekannt gegeben habe, dass das Lichtspielhaus nach mehr als 15 Wochen wieder öffnen könne. Mit Hochdruck habe man an einem Hygienekonzept mit freien Plätzen in den Sitzreihen und Desinfektionsspendern am Eingang der Säle gearbeitet. Doch jetzt bleibt das Oberland-Kinocenter vorerst weiter leer.

Nicht nur hier, sondern in ganz Deutschland sehnen sich Filmfans und Kinobetreiber in diesen Wochen nach den Premieren von Christopher Nolans Mystery-Science-Fiction-Thriller „Tenet“ und der Realverfilmung des Disney-Zeichentrick-Hits „Mulan“. Erst hieß es, die beiden Blockbuster sollten im Juli auf die Leinwand kommen. Nun hat Warner Brothers („Tenet“) einen Start am 12. August in Aussicht gestellt, Disney will mit „Mulan“ am 21. August nachziehen. In Anbetracht der aktuellen Infektionsentwicklung in den USA als Hauptmarkt der Produktionen erscheinen auch diese Termine derzeit nicht wirklich sicher.

Autokino kein Thema in Hausham

Sohnius gibt die Hoffnung aber nicht auf. „Wir freuen uns schon jetzt darauf, unsere Türen bald wieder zu öffnen“, sagt die Marketingleiterin. Sobald ein neuer Termin feststehe, werde man ihn umgehend bekannt geben. Alle Gutscheine würden ihre Gültigkeit behalten. Eine Alternative, beispielsweise in Form eines Autokinos, wie ihn das Kino am Tegernsee sehr erfolgreich praktiziert (wir berichteten), sei in Hausham leider nicht möglich, ergänzt Kinoleiterin Sabine Sohnius. Der Aufwand und die Kosten wären zu hoch gewesen für eine Saison, die nach vier Monaten schon wieder vorbei sei. „Man kann da nicht einfach nur ein Bettlaken auf dem Parkplatz aufspannen.“

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Überhaupt seien die Corona-Auflagen für die Kinos eine große Herausforderung. Um die Abstandsregeln einzuhalten, könne man nur rund 20 Prozent der Plätze besetzen. Ohne neue Film-Kracher müsse man befürchten, nicht mal diese Quote erfüllen zu können. „Alles Ältere haben die Leute mittlerweile daheim bei Netflix gesehen“, erklärt Sohnius.

Umso mehr schmerzt es, dass mit der Verschiebung des neuen Eberhofer-Krimis auch die bayerische Film-Hoffnung des Sommers geplatzt ist. Noch aber ist es für eine Rettung des Haushamer Kinos noch nicht zu spät, meint die Chefin: „Unsere Saison läuft im Herbst erst so richtig an.“ Dann vielleicht auch mit dem einen oder anderen Blockbuster auf der Leinwand.

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