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Sorgt für ein mulmiges Gefühl: Der Glockenstuhl im Haushamer Kirchturm ist stark beschädigt und muss ausgetauscht werden. Kirchenpfleger Sebastian Klattenbacher (2.v.l.), sein Vorgänger Josef Obermeier (l.) und Pfarrer Michael Mannhardt hoffen nun auf Spenden für die Finanzierung.

„Etliche Halterungen hängen durch“

Kirchturm Hausham: Beim Glockenläuten schwingt die Angst mit

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Die Glocken im Haushamer Kirchturm sind durch Rost marode geworden, die Aufhängungen müssen ausgetauscht werden. Die Pfarrei startet eine Spendenaktion.

Hausham – Für viele Kirchgänger hat das Glockengeläut von St. Anton eine beruhigende, ja fast wohltuende Wirkung. Bei Pfarrer Michael Mannhardt und Kirchenpfleger Sebastian Klattenbacher schwingt seit Kurzem allerdings auch ein mulmiges Gefühl mit, wenn sich die fünf gusseisernen Kolosse im Turm in Bewegung setzen. Denn diese hängen sprichwörtlich am seidenen Faden. Der Glockenstuhl im Turm leidet unter massiver Altersschwäche. Rost und Korrosion haben dem Eisengestell über die Jahrzehnte stark zugesetzt. So sehr, dass sich ein kompletter Austausch nicht mehr verhindern lässt.

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Kirchturm Hausham: Die Glocken leiden an Altersschwäche

Aufgefallen sind die Schäden bei einer anderen Reparatur, berichtet Klattenbacher. Die Pfarrei musste die Jalousien am Kirchturm erneuern lassen, da zuvor regelmäßig Regenwasser und Schnee eingedrungen und so das Mauerwerk gefährdet war. 40 000 Euro kostete die Aktion. Dabei habe die Fachfirma auch einen Blick auf den Glockenstuhl geworfen – und prompt die Alarmglocken geläutet. „Etliche Halterungen hängen durch“, erklärt Klattenbacher, der im März das Amt des Kirchenpflegers von Josef Obermeier übernommen hat und als Bankkaufmann, Hausverwalter und Immobilienberater viel Erfahrung mitbringt. Aktuell dürfe man das Geläut zwar noch betreiben, sagt Klattenbacher. Dies könne sich aber jederzeit ändern. „Deshalb müssen wir jetzt handeln.“

Mit der Firma Schauer und Sachs aus Salzburg habe man den Auftrag an das beste und zugleich günstigste Angebot erteilt, so Klattenbacher. Dennoch muss die Pfarrei dafür tief in die Tasche greifen. 64 000 Euro wird der neue Glockenstuhl kosten. Einen Zuschuss beim Erzbischöflichen Ordinariat habe man bereits beantragt, so Klattenbacher. Er gehe aber davon aus, dass dessen jährliche Reparaturpauschale nur einen Bruchteil der Kosten abdeckt.

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Kirchturm Hausham: Die Pfarrei bittet um Spenden

Deshalb macht sich die Pfarrgemeinde nun auf die Suche nach Spenden. Auftakt der Benefizaktion bildet das Pfarrfest, das im Anschluss an den Jahrtag der Vereine am Sonntag, 16. Juni, in Hausham stattfinden wird. Wegen des besonderen Anlasses habe man mit dem Trachtenverein Wendelstoaner Hausham als Jahrtag-Veranstalter vereinbart, dass sich die Vereine nach dem Gottesdienst (Aufstellung am Gewerkschaftshaus um 10 Uhr, Beginn um 10.30 Uhr in St. Anton) zum Mittagessen im Garten des Pfarrheims treffen, erklärt Klattenbacher. Zur Unterhaltung spielt die Agatharieder Blasmusik auf. Die Bewirtung übernehmen die freiwilligen Helfer des Pfarrgemeinderats und viele andere „gute Geister“, sagt der Kirchenpfleger.

Für ihren Einsatz erhoffen sie sich möglichst viele Spenden. Denn die Zeit drängt. Bereits am 21. Oktober dieses Jahres soll der Glockenstuhl ausgetauscht werden. Bis Ende November soll alles fertig sein. „Dann können wir das neue Kirchenjahr gebührend einläuten“, sagt Klattenbacher. Künftig sollen die Träger der Glocken übrigens nicht mehr aus Eisen, sondern aus Eichenholz bestehen. Anders als früher wisse man heute, dass dieses Material viel langlebiger sei. Und es bringt noch einen anderen Vorteil mit sich, wie Klattenbacher von Pfarrer und Glockenkenner Mannhardt erfahren hat: „Das Geläut klingt damit viel schöner.“

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