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Komplette Kita-Gruppe in Quarantäne: Mutter kritisiert Einrichtung und Gesundheitsamt

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Von: Christian Masengarb

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Eine Gruppe der integrativen Kita Villa Kunterbunt in Hausham musste in Corona-Quarantäne. „Leichtfertig“, meint eine Mutter. Es habe weder Kontakte noch Infektionen gegeben. Doch die Lage ist komplizierter.

Hausham – Das Problem, mit dem sich eine Haushamer Mutter an unsere Zeitung gewandt hat, klingt ernst: Ihr Kind besuche die Regenbogengruppe der integrativen Kita Villa Kunterbunt, erklärt die Frau, die namentlich nicht genannt werden möchte. Nun habe das Gesundheitsamt die gesamte Gruppe in Corona-Quarantäne geschickt, obwohl es in der Gruppe weder Infektionen gebe noch Kontakte zu Sternschnuppengruppe, in der zwei Fälle nachgewiesenen wurden. „Es wird zu leichtfertig gehandelt“, folgert die Frau. „Fehlentscheidung oder pure Absicht?“

Kita-Gruppe in Quarantäne: Es gab Kontakte und positive Schnelltests

Anders beurteilt die Lage Inga Kockerols, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Miesbach, die die Villa Kunterbunt betreibt. Es habe sehr wohl Kontakte zwischen beiden Gruppen gegeben, das Gesundheitsamt habe die Lage gründlich beurteilt. Sie könne verstehen, dass die Quarantäne Eltern belastet. Trotzdem sei sie die richtige Entscheidung gewesen. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Mutter zuerst mit uns redet. Dann hätten wir eine Lösung gefunden.“

Kockerols erklärt: Kontakte zwischen Regenbogen- und Sternschnuppengruppe habe es einerseits gegeben, weil Geschwister nachweislich infizierter Kinder die Regenbogengruppe besuchen. Andererseits vertreten Mitarbeiter in Pausen und bei Krankheiten Kollegen anderer Gruppen – derzeit besonders häufig, weil Erkältungen und Magen-Darm-Infekte umgehen. Schließlich begegnen sich Kinder der unmittelbar nebeneinanderliegenden Sternschnuppen- und Regenbogengruppen im Außenbereich und im Vorraum, wo sie mit Bobby Cars spielen. Übertragungsmöglichkeiten habe es also gegeben.

Kita-Gruppe in Quarantäne: Mutter kritisiert Villa Kunterbunt und Gesundheitsamt
Symbolbild. © Monika Skolimowska/DPA

Anzeichen, dass das Virus diese genutzt hat, gab es laut Kockerols auch. Zwei Betreuer sind erkrankt, drei weitere hätten sich mit Corona-Symptomen krankgemeldet. Bei einem Kind der Regenbogengruppe sei ein Schnelltest positiv ausgefallen. Zwar seien folgende PCR-Tests bei dem Kind und drei Betreuern negativ gewesen, doch Kockerols könne verstehen, dass das Gesundheitsamt in der unübersichtlichen Lage Quarantäne anordnete. Hätte es die Regenbogengruppe trotz vieler Anzeichen für eine Übertragung weiter in die Einrichtung kommen lassen, hätten bei Folgeinfektionen später alle gefragt: „Wie könnt ihr öffnen, wenn die Schnelltests positiv sind?“

Kita bietet Eltern Hilfe an: „Einfach melden“

Alleine lassen will Kockerols die Familien nun nicht: „Wer Schwierigkeiten mit der Betreuung hat, einfach melden!“ Dann wolle sie gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Lösungen erarbeiten. Denkbar sei etwa eine Einzelbetreuung der Kinder durch geimpfte Mitarbeiter.

Auch wenn Eltern Gruppen künftig stärker trennen wollten, um bei Infektionen Quarantänen zu vermeiden, könnten sie darüber mit ihr und ihren Kollegen reden, sagt Kockerols. Das sei allerdings weder die derzeitige Vorgabe der Politik, noch was sich Eltern während der schärfsten Corona-Maßnahmen gewünscht hatten: „Damals hieß es: ,Lasst die Kinder zusammen spielen!‘“

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