Beobachtet die Population mit Sorge: Eva Burger, Vorsitzende der Miesbacher Bund-Naturschutz-Gruppe, sammelt am Schutzzaun zwischen Agatharied und Ostin wandernde Amphibien ein – heuer nur 86 insgesamt.
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Beobachtet die Population mit Sorge: Eva Burger, Vorsitzende der Miesbacher Bund-Naturschutz-Gruppe, sammelt am Schutzzaun zwischen Agatharied und Ostin wandernde Amphibien ein – heuer nur 86 insgesamt.

Naturschützer sind alarmiert

Klimawandel bedroht Amphibien

  • Bettina Stuhlweißenburg
    vonBettina Stuhlweißenburg
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Agatharied – Naturschützer beobachten, dass die Zahl der Amphibien zurückgeht, die im Frühjahr zu ihren Laichgründen wandern. Liegt es am Klimawandel?

Amphibien mögen’s feucht und um die sieben Grad warm. Dann machen sich die Tiere nachts auf den Weg zu ihrem Geburtsort zum Ablaichen. Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN), der Landschaftspflegeverband und weitere Engagierte sorgen seit vielen Jahren dafür, dass sie sicher über die Straße kommen – und stellen Schutzzäune auf. Unter anderem beiderseits der Straße, die von Agatharied über Ostin nach Gmund führt.

Zu kalt und zu trocken für Amphibien

Hier liegt der Fehnbach und drei Weiher – Laichgründe von Grasfröschen, Erdkröten und Bergmolchen.

In den zurückliegenden Wochen haben acht Ehrenamtliche hier jeden Morgen die Eimer inspiziert, die entlang der Schutzzäune eingegraben sind. Allerdings plumpsten heuer nur wenige Tiere hinein. Eva Burger etwa half im Zeitraum vom 27. Februar bis 3. Mai nur 86 Tieren über die Straße. „Es war kein gutes Jahr für die Amphibien. Zu kalt und zu trocken“, sagt die Vorsitzende der Miesbacher BN-Ortsgruppe.

Noch liegen die exakten Protokolle ihrer Mitstreiter nicht vor. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass auch sie nicht viele Amphibien fanden. Wohl weniger als 200 Tiere insgesamt. Den größten Anteil machen die Grasfrösche aus, den geringsten die Bergmolche. Burger hat heuer nur einem Bergmolch über die Straße geholfen.

Vorjahrestrend setzt sich fort

Damit setzt sich der Trend vom Vorjahr fort. 2020 sammelten die Ehrenamtlichen bei Agatharied 164 Tiere ein. Im Jahr 2019 waren es 466 Tiere. 2018 zählte der BN 491 Amphibien, 2017 waren es 393. Super-Jahre waren dagegen 2016 mit 1 970 Amphibien und 2015 mit 1 110. Der BN führt den Rückgang auch auf Klimawandel und Insektensterben zurück. Allerdings könnten diese Einflüsse gemildert werden, etwa durch die Anlage neuer Stillgewässer.

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