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Pressekonferenz zum Einsatz am Dienstag in Bad Aibling: (v.l.) die Chefärzte Dr. Joachim Martius (Ärztlicher Direktor) , Dr. Ulrich Brunner (Unfallchirurgie), Oberarzt Dr. Andreas Bürkner (Unfallchirurgie) sowie Geschäftsführer Michael Kelbel.

Zugunglück von Bad Aibling

Klinik Agatharied: Vorbereitet auf das Schlimmste

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Das Zugunglück von Bad Aibling zeigt: Eine Katastrophe kann sich jederzeit ereignen. Dann ist es wichtig, dass die Rettungsmechanismen reibungslos funktionieren. Dies gilt auch für die Versorgung der Verletzten in den Krankenhäusern.

Als Traumazentrum im Netzwerk Oberbayern Süd (siehe Kasten) wurde am Dienstag auch das Krankenhaus Agatharied alarmiert (wir berichteten). Wie groß die Herausforderung war, erläuterte Michael Kelbel, der Geschäftsführer des Krankenhauses Agatharied, gestern gemeinsam mit Medizinern seines Hauses im Rahmen einer Pressekonferenz.

350 Betten hat das Haus, 334 waren belegt – mit 95,4 Prozent eine aus wirtschaftlicher Sicht gute Auslastungsquote, doch bei einem solchen Rettungsszenario ein Riesenproblem. „Wir mussten umgehend freie Kapazitäten schaffen“, erklärte Kelbel.

Verschiebbare Operationen wurden abgesagt und verlegt, die Entlassung von Patienten wurde beschleunigt. So konnten rund 40 Betten für stationäre Patienten geschaffen werden. Auch waren genug OP-Säle frei. Beim Personal wurden an die 150 Mitarbeiter aktiviert, darunter 40 Ärzte und 70 Mitarbeiter des Pflegepersonals.

Wie wenig konkret die Informationen waren, erläuterte Dr. Andreas Bürkner, Oberarzt der Unfallchirurgie: Bei der Alarmierung um 7.30 Uhr war mit mindestens 30 Patienten zu rechnen, die meisten polytraumatisiert, also mit den verschiedensten Verletzungen.

„Wir haben mit dem schlimmstmöglichen Fall gerechnet“, berichtete er. Neben der Versorgung der Unfallopfer musste auch die Betreuung der sonstigen Patienten der Notaufnahme gewährleistet sein. „Insgesamt war es aufgrund der vor Ort sehr unübersichtlichen Situation für uns sehr schwierig, den Überblick über die zu erwartende Zahl der Patienten zu behalten.“

 Um 9.36 Uhr kam der erste Patient, schwerverletzt. Gegen 11 Uhr folgten sechs weitere mittel- bis leichtverletzt. Insgesamt war man auf 30 Verletzte, davon vier schwer, vorbereitet. Bis 12.30 Uhr wurde der Alarm schrittweise wieder runtergefahren.

„All das hat gut geklappt“, stellt Kelbel fest. Auch die Geschäftsführung vom Bayerische Rote Kreuz habe die „hervorragende Zusammenarbeit“ gelobt. Im Gegenzug dankte Kelbel vor allem Patienten und deren Angehörigen, dass sie die Umsetzung des Notfallplans so gut unterstützt haben.

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