Krankenhaus Agatharied
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Auch für Besucher gelten im Krankenhaus Agatharied wegen des Coronavirus noch strenge Auflagen. So müssen sie sich vor Betreten des Klinikums einer Sichtung mit Temperaturmessung und Symptomabfrage unterziehen. 

Nur noch zwei aktive Fälle im Landkreis

Krankenhaus Agatharied: Weiter 50 Betten für Covid 19-Patienten reserviert

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Bis auf zwei aktive Fälle ist der Landkreis Miesbach Corona-frei. Doch das Krankenhaus Agatharied muss nach wie vor 50 Betten für Covid 19-Fälle freihalten. 

Agatharied/Landkreis – Um Intensivkapazitäten für Covid 19-Fälle freizuhalten, durfte das Krankenhaus Agatharied lange Zeit nur Notfälle behandeln. Mittlerweile haben auch andere Patienten wieder eine Chance auf stationäre Versorgung, Eingriffe und Operationen. Ausschlaggebend dafür ist die medizinische Dringlichkeit, teilt das Kreiskrankenhaus auf Anfrage unserer Zeitung mit.

„Aktuell beginnen wir bei den sogenannten semi-elektiven Patienten“, erklärt der Chefarzt Zentrale Notaufnahme, Dr. Steffen Herdtle. Patienten also, die zwar nicht als Notfall gelten, aber unter einem hohen Leidensdruck stehen. In Sprechstunden würde man die Dringlichkeit einer Behandlung festlegen und das weitere Vorgehen planen. Anders als in der Zeit vor der Corona-Pandemie würde man aktuell jeden Patienten vor einer planbaren OP auf das Coronavirus und die entsprechenden Symptome testen. „So können uns die Menschen vertrauen, dass wir sie in sicherer Umgebung behandeln“, sagt Herdtle.

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Wie weit die Klinik noch von einem Normalbetrieb entfernt ist, könne man nicht so einfach beantworten, betont der Chefarzt. „So etwas gibt es in einem Krankenhaus nie. Jeder Tag ist anders, jede Situation erfordert eine individuelle Anpassung an die Bedürfnisse der Patienten.“ Vielmehr muss das Krankenhaus derzeit einen großen Spagat bewältigen. Auf der einen Seite steht die weiterhin geltende Allgemeinverfügung des Gesundheitsministeriums, wonach planbare Behandlungen im Sinne der „Vorhaltepflicht“ zu verschieben oder auszusetzen seien, um Plätze für Corona-Patienten freizuhalten. Auf der anderen Seite dürfe das Krankenhaus durch seinen Versorgungsauftrag für den Landkreis auch nichtakute Operationen und Eingriffe wieder durchführen. Allerdings eben unter der genannten Priorisierung nach medizinischer Dringlichkeit, erklärt Herdtle. Derzeit müsse man 30 Prozent der Intensiv- und 15 Prozent der Allgemeinpflegekapazität für Covid 19-Fälle vorhalten. Das entspreche 50 Betten.

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Der Patientenzustrom sei deshalb noch nicht auf dem Niveau vor der Pandemie angekommen, so Herdtle. Spätestens zu den Sommerferienzeiten rechnet das Krankenhaus aber mit vielen Deutschlandurlaubern im Landkreis und damit auch mit einer steigenden Zahl von Notfallpatienten unter den Touristen.

In der Buchhaltung des Kreisklinikums grübelt man derweil, wie der finanzielle Mehraufwand durch mehr Personal bei gleichzeitig weniger Patienten in der Pandemie-Zeit ausgeglichen werden kann. „Das ist leider noch nicht geklärt“, weiß Herdtle. Oberstes Anliegen sei aber nach wie eine sichere, zeitnahe und gute Behandlung der Patienten. „Um alles andere kümmern wir uns später.“

sg

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