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Darauf kommt es an: (v.l.) Stationsleiterin Andrea Schöner bespricht mit Helena Maier, Nina Kriech, Gabriele Stillner und Sophia Schulte-Bocholt die Lage.

Trotz Corona ein Erfolg

Krankenhaus Agatharied: Azubis übernehmen Station Sieben

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14 Auszubildende haben sieben Wochen lang eigenverantwortlich die halbe Station Sieben am Krankenhaus Agatharied betreut. Das Experiment hat auch die Patienten überzeugt.

Agatharied – Es war der ultimative Praxistest in Sachen Verantwortung und Stationsmanagement. 14 Schüler des dritten Ausbildungsjahres der Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege am Krankenhaus Agatharied versorgten von Ende Januar bis Freitag sieben Wochen lang eigenverantwortlich die halbe Station Sieben (Innere Medizin). Das Projekt war bereits lange vor dem Coronavirus geplant worden. Die Schüler brachten es trotz der zusätzlichen Herausforderung erfolgreich zu Ende.

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Krankenhaus Agatharied: Azubis übernehmen Station Sieben

Drei Jahre ist es nun her, dass damalige Auszubildende das Projekt anregten. Schüler des dritten Ausbildungsjahres, so die Idee, sollten alle Aufgaben übernehmen, die für einen geregelten Stationsablauf notwendig sind. Nach dem erfolgreichen ersten Durchgang im vergangenen Jahr stand das Ausbildungsprojekt heuer wieder auf der Agenda. 14 Auszubildende waren sieben Wochen lang für den reibungslosen Ablauf von zehn Allgemeinpflegebetten der Station  Sieben zuständig. Die Schüler übernahmen die vollständige pflegerische Versorgung der Patienten, das Aufnahme- und Entlassungsmanagement, die Apotheken- und Materialbestellung sowie die Erstellung der Dienstpläne, die Zusammenarbeit mit anderen Stationen und das Reporten an übergeordnete Instanzen.

Um das alles in drei Schichten leisten zu können, hatten sich die Schüler in zwei Gruppen organisiert sowie zwei Stationsleiter und zwei Stellvertreter gewählt. Eine davon war die 22-jährige Helena Maier, die mit der Schichtleitung auch die Verantwortung für die Kommunikation, sprich das Telefon, hatte und an den täglichen Morgenbesprechungen mit der Pflegeleitung und den Leitern aller Stationen teilnahm. Sie ist vom Projekt begeistert: „Es ist ein wirkliches Geschenk. Uns wird enorm viel Verantwortung übertragen.“ Ihr sei neu gewesen, was am Stationsalltag alles dranhänge. „Es ist viel mehr, als ich vorher wahrgenommen habe.“ Das Projekt bereite die Teilnehmer gut für ihren Einsatz als Pflegekräfte vor.

Maiers Kollegin und während des Projekts Stellvertreterin Sophia Schulte-Bocholt (21) sagt: „Die Arbeit im Projekt bedeutet mehr Entscheidungen.“ Aber die Auszubildenden hätten mehr Spaß, wenn sie alles regeln, als wenn sie nur Teilaufgaben übernehmen. „Es bedeutet mehr Freiheit.“

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So ganz losgelöst von der Bereichsleiterin für die Stationen Sieben und Acht, Andrea Schöner, waren die jungen Stationsmanager indes nicht. Sie hatte ein Auge auf das Projekt und unterstützte bei Rückfragen. „Es ist spannend, wie sich die Schüler in Verantwortung entwickeln“, sagt sie. „Sie nehmen enorm viel praktisches Wissen mit aus dem Projekt.“ Die Auszubildenden gewinnen Einblick und die Erkenntnis der inneren Struktur einer Station.

„Auch das Zwischenmenschliche, das den Pflegeberuf eben auch ausmacht, kann man erst bei der Arbeit in der Praxis so richtig spüren und vertiefen“, erklärt Carmen Zieher, Schulleitung der Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege und Krankenpflegehilfe am Krankenhaus Agatharied. Laut den positiven Feedbackbögen sind auch die Patienten, die bei der Aufnahme explizit gefragt wurden, ob sie auf der Schülerstation liegen möchten, zufrieden. Die 79-jährige Sonja Kirchmaier war sogar begeistert: „Das läuft hier wirklich alles sehr gut – die Pflege, die Freundlichkeit – alles super.“

Das freute auch Pflegedirektor Sven Steppat: „Wir haben mit dem Projekt nur die besten Erfahrungen. Für uns ist es eine ideale Möglichkeit, die Auszubildenden auf ihrem Weg zur Abschlussprüfung zu unterstützen. Und nach dem letzten Kurs fühlte sich eine hohe Quote der Teilnehmer an die Pflege gebunden und blieb auch nach der Ausbildung am Krankenhaus Agatharied.“ Er hofft, dass sich das 2020 wieder ähnlich darstellt. Bis es so weit ist, geht es für die Schüler noch einmal zurück an die Schule.

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