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Krankenhaus Agatharied befürwortet Corona-Impflicht

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Von: Christian Masengarb

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Das Krankenhaus Agatharied hat sich für eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. Bis wirksame Medikamente gegen Corona auf den Markt kommen, sei dies die einzige Möglichkeit, die Pandemie einzudämmen.
Das Krankenhaus Agatharied hat sich für eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. Bis wirksame Medikamente gegen Corona auf den Markt kommen, sei dies die einzige Möglichkeit, die Pandemie einzudämmen. © Archiv TP

Das Krankenhaus Agatharied hat sich für eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. Bis wirksame Medikamente gegen Corona auf den Markt kommen, sei dies die einzige Möglichkeit, die Pandemie einzudämmen.

Agatharied – Dass die neue Bundesregierung Mitte März eine Impflicht für Krankenhauspersonal einführen will, geht dem Krankenhaus Agatharied nicht weit genug. Grundsätzlich sei der Schritt richtig, sagt eine Sprecherin auf Nachfrage unserer Zeitung. Im Krankenhaus träfen gesundheitlich angeschlagene Menschen auf Ärzte und Pfleger, die sie sich nicht aussuchen können. Grassiert gleichzeitig eine Pandemie, müssten Patienten vor Personal geschützt werden, das sie mit einem lebensgefährlichen Virus anstecken könnte. „Aber“, fragt die Sprecherin weiter, „wieso nicht umgekehrt? Wer schützt eigentlich das Klinikpersonal vor den Patienten?“

Krankenhaus-Vostand Michael Kelbel spricht sich daher für eine allgemeine Impfpflicht aus. „Die Impfung ist aus unserer Überzeugung derzeit das einzig verfügbare Mittel, um die Pandemie in den Griff zu bekommen“, sagt Kelbel. Zumindest bis ein wirksames Medikament gegen Corona auf den Markt kommt, brauche Deutschland daher eine Impfpflicht.

Das Krankenhaus begründet seine Meinung mit zwei Argumenten. Das erste ist medizinisch: Zwar können auch geimpfte Patienten an Corona erkranken und das Krankenhauspersonal anstecken, aber die Wahrscheinlichkeit sei eben deutlich geringer. Kelbel sagt, er frage sich daher „wie man auf die Idee kommen kann, von den Pflegekräften noch mehr zu verlangen, ohne dass diejenigen, die die Hilfe in Anspruch nehmen, selbst das ihnen Mögliche dazu beitragen“.

Das zweite Argument des Krankenhauses für eine Impfpflicht ist organisatorisch: Gelte 2G nur für Krankenhauspersonal, könnten Ärzte und Pfleger in andere, impfpflichtfreie Berufe abwandern. Wie viele ungeimpfte Mitarbeiter im Krankenhaus arbeiten, ermittelt die Klinik gerade. Endgültige Ergebnisse erwarte sie für Mitte des Monats, sagt die Sprecherin. Angesichts erster Daten gehe sie aber von einer „sehr hohen Impfquote der Ärzte und Pflegekräfte“ aus. In Agatharied dürften die Auswirkungen von 2G daher „recht überschaubar“ sein.

Indes: Zumindest einige ungeimpfte Ärzte und Pfleger, so viel ist sicher, arbeiten auch in Agatharied. Die Sprecherin verweist auf Berichte aus England, wo die 2G-Regel für Pflegeheime zwar die Impfquote nach oben schnellen ließ (von 80 auf 94 Prozent), die verbleibenden wenigen Prozent Ungeimpfter aber dennoch knapp 60 000 Pflegern entsprachen. Die folgenden Entlassungen und Kündigungen verschärften den Personalmangel deutlich.

Botschaft: Auch der Wegfall verhältnismäßig weniger Angestellter kann Einrichtungen empfindlich treffen. „Nur eine allgemeine Impfpflicht würde das verhindern.“ Solange auch in Deutschland nur Mitarbeiter bestimmter Betriebe unter die 2G-Regel fallen, motiviere diese Impfskeptiker zur Umschulung. Grundsätzlich bestehe diese Gefahr auch in Agatharied.

Ob die bislang ungeimpften Agatharieder Ärzte und Pfleger bis März ihren Corona-Schutz nachholen oder abwandern, könne die Klinik noch nicht abschätzen, sagt die Sprecherin. Die Einrichtung werde zunächst mit allen reden und ihre Einstellung zur Impfung erfragen. In ihren Gesprächen werde sie auch darauf hinweisen, dass Verweigerer ein Beschäftigungsverbot erwartet. Die Vorlaufzeit reiche für alle, um dies zu verhindern, betont die Sprecherin. Komme 2G für Krankenhauspersonal später als im März, verlängere das nur das Zögern.

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