Krankenhaus Agatharied, Corona, Besuch
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Jeder Besucher muss sich zuerst beim Krankenhauspersonal registrieren.

Klinik durch Ansturm an Belastungsgrenze

Krankenhaus Agatharied schlägt Alarm: Besucher tricksen bei Corona-Regeln

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Steigende Besucherzahlen bringen das Krankenhaus Agatharied an seine Belastungsgrenze. Denn nicht jeder nimmt es mit den Corona-Regeln so genau. Die Klinik bittet um Disziplin.

Landkreis – Je mehr die Corona-Auflagen gelockert werden, desto mehr kehrt das Gefühl der Normalität in den Alltag der Menschen zurück. Und damit auch die Versuchung, es mit noch bestehenden Vorschriften nicht mehr ganz so genau zu nehmen. Diesen Trend bekommt auch das Krankenhaus Agatharied zu spüren. Vor allem an den Wochenenden würden die Besucherzahlen steigen – und damit leider auch die negativen Auswirkungen.

„Die Regelungen werden ausgereizt und teilweise wird sogar getrickst, um noch länger oder öfter die Liebsten im Krankenhaus besuchen zu können“, berichtet das Kreisklinikum in einer aktuellen Pressemitteilung. Was „aus menschlicher Sicht höchst verständlich“ sei, sei „aus medizinischer Sicht und zum Wohle der Allgemeinheit leider nicht erstrebenswert.“

Jeder Kontakt birgt Infektionsrisiko

Das Krankenhaus weist in diesem Zusammenhang nochmals auf die Gründe der nach wie vor geltenden Beschränkungen hin. Jeder Kontakt beinhalte eine potenzielle Gefahr der Ansteckung oder Übertragung des Coronavirus. Weil viele Patienten ein schwächeres Immunsystem hätten, sei das Risiko einer Infektionsausbreitung im Klinikum zusätzlich erhöht. Um die Pandemie im Landkreis nicht wieder aufflammen zu lassen, gelten weiter strikte Besuchsregelungen im Krankenhaus Agatharied.

Gleichzeitig bemühe man sich aber, den Aufenthalt der so angenehm wie möglich zu gestalten. Deshalb habe man bereits die tägliche Besuchszeit pro Patient von 30 auf 60 Minuten angehoben. Auch die Stationen würden versuchen, trotz aller Einschränkungen „individuelle Lösungen“ zu finden. Dennoch müssten bestimmte Grundregeln zwingend eingehalten werden.

So funktioniert der Besuch im Krankenhaus Agatharied

So müssen die Patienten bereits bei der Aufnahme im Krankenhaus ihre gewünschte Besuchsperson angeben. Um gegebenenfalls Infektionsketten nachvollziehen zu können, sei das Klinikum verpflichtet, die Daten aller Besucher aufzunehmen und diese mit den Angaben des Patienten abzugleichen. Ferner werde hinterlegt, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit der Besucher erscheint. Dieser werde zudem dazu angehalten, sich an die Hygienemaßnahmen wie Mindestabstand, Maskenpflicht im ganzen Haus sowie Händedesinfektion zu halten. Auch eine kurze ärztliche Befragung zum Gesundheitszustand sowie eine Temperaturmessung gehören zum Standardprozedere.

Lesen Sie auch: 93 Tage Corona im Landkreis Miesbach: Krisenstab zieht Zwischenbilanz

Da all diese Vorkehrungen mit einem „erheblichen administrativen und personellen Mehraufwand“ einhergehen würden, bringen die stetig steigenden Patienten- und Besucherzahlen das Krankenhaus an die Belastungsgrenze. „Die einzig wirklich effiziente Lösung ist es, die Besuche auf ein absolutes Minimum zu reduzieren“, teilt das Klinikum mit und appelliert mit Nachdruck, jeden Besuch vorher nochmals auf die Notwendigkeit hin zu überdenken. Vor allem bei kurzen Patientenverweildauern von ein bis drei Tagen sei es aus Sicht des Krankenhauses in der aktuellen Pandemie-Situation zumutbar, auf einen Besuch komplett zu verzichten.

Um dennoch mit den Angehörigen in Kontakt zu bleiben, könnten Patienten das in der Klinik verfügbare, kostenlose BayernWLAN nutzen, „was auch wunderbar für Videotelefonate oder ähnliches mit den Liebsten zu Hause verwendet werden kann“. Medizinisch notwendige Begleitpersonen wie Angehörige dementer Patienten, Eltern von kleinen Kindern oder Dolmetscher seien hingegen „selbstverständlich willkommen“. 

sg

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