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Patient Krankenhaus: Die Zahl der Operationen steigt, wegen der komplizierten Kostenstrukturen aber auch das Defizit. U nsere Aufnahme zeigt Anästhesie-Oberarzt Dr. Reinhard Finkl in einem der OPs.

Kämmerer warnt im Kreisausschuss

Kreisklinik ist dauerhaft auf Millionen angewiesen

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Der Landkreis wird sich beim Krankenhaus dauerhaft auf ein Defizit einstellen müssen. Die Rede ist von zwei Millionen Euro jährlich.

Landkreis - In der Sitzung hatte der Werkausschuss über den Jahresabschluss 2018 des Landkreis-Eigenbetriebs zu befinden. Der Eigenbetrieb umfasst die Sondervermögen gemeinnützige Zwecke, Altenheim Schwaighof, Krankenhaus Agatharied und Energiegewinnung. Während das Altenheim und die Energiegewinnung Gewinne im fünfstelligen Bereich machten, fuhr das Sondervermögen gemeinnützige Zwecke 2018 ein – kalkuliertes – Minus von rund 42 000 Euro ein. „Wir haben uns ja bewusst dafür entschieden, die 200 000 Euro für die Denkmalpflege erst mal ganz abzuschmelzen“, erinnerte Kreiskämmerer Gerhard de Biasio die Kreisräte. „Anschließend wird der Topf wieder neu befüllt.“

Krankenhäuser vor massiven finanziellen Einschnitten

Beim Krankenhaus dagegen wird der Landkreis auf Jahre Geld zuschießen müssen. 2018 lag das Defizit bei rund 883 000 Euro. Die Summe könnte sich weiter erhöhen, kündigte der Kreiskämmerer auf eine entsprechende Nachfrage von Martin Walch (SPD) an. Der wollte wissen, wie das Krankenhaus auf die massiven finanziellen Einschnitte reagieren wird, die die Klinik wegen der geplanten Gesetzesänderungen im Gesundheitswesen wohl zu erwarten hat.

„Auch wenn das Krankenhaus dagegen steuert, werden wir aufgrund der vorhandenen Strukturen im Gesundheitswesen auf Dauer keine schwarzen Zahlen schreiben“, sagte de Biasio. Größtes Problem sei die Steigerung bei den Personalkosten. Schon geringe prozentuale Änderungen – beispielsweise bei Tarifanpassungen – hätten enorme finanzielle Auswirkungen. „Die Personalkosten sind mit ganz großem Abstand der größte Ausgabenposten“, berichtete der Kämmerer. Er geht davon aus, dass auf den Landkreis als Klinikbetreiber dauerhaft ein Zuschussbedarf in der Größenordnung von rund zwei Millionen Euro zukommt. Um die Entwicklung im Blick zu behalten, stimmt er sich inzwischen halbjährlich mit dem Krankenhaus über die Zahlen ab.

Dessen Geschäftsführer Michael Kelbel hatte kürzlich erst im Gespräch mit unserer Zeitung von großen wirtschaftlichen Herausforderungen gesprochen. Wie hoch das Defizit für 2019 ausfällt, wird wohl Ende März feststehen. Im Sommer will Kelbel dem Kreistag ein Konzept vorlegen, wie es gelingen kann, auch in Zukunft die medizinische Versorgung auf dem erreichten Niveau für die Region zu erhalten.

Landrat schimpft auf Bundespolitik

Rzehak sah die Schuld für die Misere bei der „verfehlten Bundespolitik“. Der Minister – aktuell Jens Spahn von der CDU – treibe jede Woche eine andere Sau durchs Dorf, und die kommunale Ebene habe es auszubaden. Manchmal habe es den Anschein, als sei dieses Verhalten gewollt, um die Kliniken in die Knie zu zwingen. „70 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland fahren ein Defizit ein“, berichtete Rzehak. „Auch bei uns wird es einen Schlag geben, wenngleich er uns nicht so hart treffen wird wie andere.“ Gleichwohl stehe der Landkreis zu seinem Krankenhaus und werde es in eigener Hand behalten.

Der Rundumschlag des Landrats kam bei Jakob Eglseder (CSU) nicht gut an. „Kümmere Dich um den Landkreis“, sagte er, „und schimpf’ nicht auf die Bundespolitik.“

sh

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