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Gutes Gefühl: Klinik-Chef Michael Kelbel neben seinem Krankenhaus.

Krankenhaus Agatharied

Nach Mitarbeitergespräch: Kelbel will Probleme angehen

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Die Stimmung am Krankenhaus Agatharied war zuletzt mehr als angespannt. Eine Mitteilung der Geschäftsführung hatte den Ärger nochmals befeuert. Nun gab es eine Aussprache.

Agatharied – Die Betriebsversammlung, die der Betriebsrat vergangene Woche angesetzt hatte, war für Geschäftsführer Michael Kelbel eine Gelegenheit, im Anschluss daran in einer eigenen Versammlung den Kontakt mit den Mitarbeitern zu suchen. Gelegenheit zum Zuhören und Erklären. Wie Kelbel gestern bei einem Pressegespräch berichtete, habe er ein gutes Gefühl mitgenommen: „Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen.“ Betriebsratsvorsitzender Rainer Müller bestätigt diesen Eindruck: „Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir blicken nach vorn.“

Thema war unter anderem die kürzlich erfolgte Verhandlung vor dem Arbeitsgericht gegen eine langjährige Mitarbeiterin. Wie berichtet, war der 58-Jährigen nach 31 Dienstjahren fristlos gekündigt worden – unter anderem wegen Mobbings und Arbeitszeitbetrug. Ein Fall, der für Unruhe in der Belegschaft der Klinik gesorgt hatte.

Lesen Sie auch: So hat alles angefangen - schwere Vorwürfe gegen das Krankenhaus Agatharied.

Kelbel nutzte die Gelegenheit, den Mitarbeitern die Beweggründe, die zur sofortigen Trennung geführt hatten, zu erklären. Auch der Vergleich, mit dem der Rechtsstreit ohne Urteil gerade beendet worden ist, war Thema. „Man hat mich gefragt, warum ich mich auf einen Vergleich einlasse, wenn ich uns im Recht sehe“, berichtet Kelbel. „Diese Entscheidung habe ich aus Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern getroffen.“ Vor Gericht wäre es sonst zur Beweisaufnahme und Zeugenbefragung gekommen. „Dann hätten Kollegen, die gemeinsam arbeiten, gegeneinander ausgesagt.“ Diese Gräben wollte er verhindern. Der Vergleich laut Kelbel: Die Mitarbeiterin kehrt nicht mehr ins Krankenhaus zurück und erhält keine Abfindung. Sie wird aber „bis zu einem bestimmten Zeitpunkt“ weiterbeschäftigt.

Ein anderes Thema war der Reifenstecher, der in den vergangenen Wochen nachts auf dem Parkplatz des Krankenhauses mehrfach zugeschlagen hatte. 17 Mitarbeiter waren in der Nachtschicht davon betroffen und haben laut Kelbel Anzeige erstattet. Ein Täter wurde bislang nicht ermittelt. Deshalb baut das Krankenhaus in den nächsten Tagen eine Video-Überwachung auf und verbessert die Beleuchtung.

Auch in Sachen Parkplatznot wird an einer Lösung gearbeitet. Dies unterstrich auch Landrat Wolfgang Rzehak, der als Vorsitzender des Aufsichtsrats ebenfalls am Pressegespräch teilnahm: „Es muss etwas im Interesse der Besucher und Mitarbeiter gemacht werden.“ Schwierigkeiten bereite der Stellplatzschlüssel auf dem Land. „Der hat hier keine Aussagekraft. Das Krankenhaus liegt schon über der vorgeschriebenen Anzahl, aber es reicht eben nicht.“

Kelbel wertet den tagsüber stets vollen Parkplatz als Zeichen der großen Akzeptanz das Krankenhaus. Dies gelte auch für die benachbarte Lech-Mangfall-Klinik, deren Tagesklinik und Ambulanz ebenfalls Stellplätze brauchen. „Wir sind aber froh über diesen Erfolg.“

Und der ist weiterhin notwendig, um im schwierigen Krankenhaussektor auch künftig wirtschaftlich erfolgreich zu sein – was für das Haus in kommunaler Trägerschaft eine schwarze Null bedeutet. Deshalb will das Krankenhaus wachsen und seine Kapazitäten aufbauen. Unter anderem sollen zwei Operationssäle hinzukommen. Befürchtungen, das Pflegepersonal könnte bei diesem Ausbau auf der Strecke bleiben, weist Kelbel zurück: „Wir gehen personell in Vorleistung.“ Das Personal dafür sei bereits da. „Wir bauen erst die Struktur auf und starten dann“ – anders als privat geführte Häuser, wie er betont.

Für Rzehak ist es das erklärte Ziel, dass die Klinik kommunal bleibt. „Es gibt bei Veränderungen immer Ängste“, hat der Landrat festgestellt. „Damit muss man umgehen.“ Deshalb wollen sich Kelbel und Rzehak künftig regelmäßig austauschen – auch mit dem Ziel, etwaige Brandherde bereits im Vorfeld zu erkennen.

ddy

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