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Andre Steinert war bislang leitender Oberarzt Rheumaorthopädie am Universitätsklinikum Würzburg und Koordinator des Endoprothetikzentrums. 

Frischer Wind im Krankenhaus Agatharied  

Neuer Chefarzt Steinert: „Ich sehe hier Entwicklungspotenzial“

Agatharied - Zusammen mit Ulrich Brunner leitet Andre Steinert ab Januar die neue Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie am Krankenhaus Agatharied. Mit dem 43-Jährigen halten auch neue Behandlungsmethoden Einzug.

Auf den ersten Blick könnte Andre Steinert als Mitarbeiter der Verwaltung durchgehen. Weiße Kittel tragen beim Pressegespräch nur sein künftiger Chefarzt-Kollege Professor Ulrich Brunner (61) und der Ärztliche Direktor des Krankenhauses Agatharied, Professor Hans-Martin Schardey (59). Das geht in Ordnung: Schließlich ist der 43-Jährige noch nicht offiziell in Amt und Würden. Sein Vertrag am Universitätsklinikum Würzburg läuft bis Ende des Jahres. Erst am 2. Januar nimmt Steinert in Agatharied seine Arbeit als Chefarzt auf. Wie berichtet, geht dann die neue Hauptabteilung Unfallchirurgie und Orthopädie an den Start.

Angekommen ist er trotzdem schon. Mit seiner Frau und der 13 Monate alten Tochter hat er zur Miete ein Haus in Bad Wiessee gefunden („war ganz schön schwierig“), die Umgebung begeistert ihn bereits jetzt. Es war freilich nur ein Mosaikstückchen, das ihn zum Umzug in den Landkreis bewogen hat. In erster Linie hätten ihn die künftigen beruflichen Möglichkeiten überzeugt. „Als junger angehender Chefarzt sehe ich hier Entwicklungspotenzial“, berichtet Steinert. In Kollegenkreisen genieße das Krankenhaus einen hervorragenden Ruf.

Insbesondere freut sich der 43-Jährige auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit, also den Austausch mit den anderen medizinischen Abteilungen. Das habe er an seiner bisherigen Klinik so nicht kennengelernt. In Agatharied dagegen haben sich Geschäftsführung und Chefärzte sogar schriftlich darauf geeinigt, diesen Kurs konsequent zu fahren. „Eine gute und wichtige Sache“, findet Ärztlicher Direktor Schardey.

Gerade mit Blick auf Steinerts Fachgebiet lässt sich die Notwendigkeit von interdisziplinärer Zusammenarbeit erkennen. Der künftige Chefarzt ist Spezialist für den Austausch abgenutzter künstlicher Gelenke. Erfahrungsgemäß sind Patienten, die sogenannte Wechsel-OPs benötigen, höheren Alters. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen von der Geriatrie oder der Neurologie ist dann besonders wichtig. „Durch die Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen erwarte ich mir eine bessere medizinische Versorgung dieser Patienten“, sagt Steinert. Ziel sei es, die Klinik auch auf dem Gebiet der Orthopädie zu etablieren und eine Versorgung auf hohem Niveau anzubieten.

Zumindest die personelle Grundlage ist geschaffen. In der neuen Hauptabteilung mit Brunner und Steinert an der Spitze werden zum Start sechs Oberärzte und 17 Assistenzärzte arbeiten. Die Station umfasst 75 Betten. Die Zahl der Operationssäle am Krankenhaus hinkt da noch hinterher. Bis der Erweiterungsbau mit zwei neuen Sälen voraussichtlich im Oktober 2017 in Betrieb gehen kann, müssen sich die Abteilungen eng abstimmen und die OP-Tätigkeit in den Abend hinein erweitern. Womöglich gebe es aber noch eine Zwischenlösung, sagt Schardey. Hier sei man gerade in der Diskussion. Nachholbedarf besteht auch bei den Intensivbetten. Die jeweils zwölf Beatmungs- und Überwachungsbetten werden auf Dauer nicht reichen. Eine Erhöhung um 40 bis 50 Prozent sei laut Schardey in Planung.

Allein die räumlichen Kapazitäten setzen dem Wachstum der neuen Abteilung zunächst also gewisse Grenzen. „Wir wollen das neue Konstrukt jetzt erst mal leben“, sagt Brunner. Die Herausforderung bestehe darin, „die elektive und die Notfallmedizin zusammenzubringen“. Also sowohl diejenigen Patienten zufriedenzustellen, die gezielt für orthopädische oder chirurgische Eingriffe in die Klinik kommen, als auch unvorhergesehene Operationen gut zu bewältigen. Das neue Konzept sehe vor, nicht nur – zahlenmäßig – in die Breite zu wachsen, sondern – was die Art der Eingriffe betrifft – auch in die Tiefe. „Vor allem wollen wir Qualität liefern“, sagt Steinert. „Das steht bei allem an vorderster Stelle.“

Bereits im Januar wird sich der neue Chefarzt und Professor den niedergelassenen Ärzten vorstellen. Mit ihnen strebt er eine „intensive Kooperation“ an. „Wir wollen keinem was wegnehmen“, stellt der 43-Jährige klar. „Als Versorgungskrankenhaus verstehen wir uns als Partner und wollen Ansprechpartner für alle Patienten mit Beschwerden sein.“

Erste Veranstaltungen der neuen Hauptabteilung Unfallchirurgie und Orthopädie

Mittwoch, 25. Januar, 18 Uhr: Einführungsveranstaltung von Professor Andre Steinert für niedergelassene Ärzte.

Donnerstag, 2. Februar, 18 Uhr: Bürgerinformationsabend „Das künstliche Kniegelenk“

Donnerstag, 9. Februar, 18 Uhr: Bürgerinformationsabend „Das künstliche Hüftgelenk“

sh

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