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Großer Eingriff bei fließendem Verkehr: An der Kreuzung B 307 (im Vordergrund) und MB 8 errichten Staatliches Bauamt und Landratsamt einen Kreisverkehr. Sechs Monate dauern die Arbeiten.

Anfang Juni geht‘s los

Kreisverkehr Agatharied: Sechs Monate Stau und Lärm

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In Kürze startet der Bau des Kreisverkehrs an der Kreuzung B 307/MB 8 in Agatharied. Das bedeutet sechs Monate Bauzeit, dazu jede Menge Stau und Lärm.

Wenn am Montag, 3. Juni, die Bauarbeiten für den neuen Kreisverkehr an der Kreuzung B 307/ Obere Tiefenbachstraße in Agatharied losgehen, beginnt für Anwohner, Fußgänger, Radler und nicht zuletzt Autofahrer eine Zeit des Martyriums, die erst Ende November ihr Ende finden soll. Darauf hat Bauleiter Sepp Schreder am Donnerstagabend die Mitglieder des Gemeinderats Hausham vorbereitet. Die Anwohner seien bereits angeschrieben und darauf vorbereitet worden. Trotzdem warnte er: „Ich bitte um Verständnis. Es wird Beschwerden geben.“

Operation am offenen Herzen

Was das aufwendige Projekt besonders erschwert: Es ist gewissermaßen eine Operation am offenen Herzen. „Wir arbeiten im fließenden Verkehr“, erklärte der Planer vom Büro Infra in Rosenheim, der die Bauleitung übernimmt. „Und das wird den Verkehrsfluss nicht beschleunigen“, stellt Schreder mit Blick die Durchschnittsbelastung von 19 000 Fahrzeugen pro Tag fest. Im Gegenteil. Denn um den Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 40 Metern an der Kreuzung der Bundesstraße mit der Kreisstraße MB 8 an dieser Stelle überhaupt bauen zu können, muss erst mal Platz geschaffen werden. Der westlich gelegene Hang wird mit einem Damm erweitert, der einen großen Teil des Kreisels tragen muss. Schon allein das macht das Vorhaben aufwendig, wie Schreder den Gemeinderatsmitgliedern erklärte. „Wir müssen das schichtweise aufbauen.“

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Aufgeteilt ist das Projekt in fünf Bauphasen. Die erste beginnt am 3. Juni und soll bis etwa 15. August dauern. In dieser Zeit wird die Verkehrsführung auf der bestehenden Bundesstraße verschmälert, um den Damm zu errichten. Die beiden Linksabbiegespuren fallen dabei weg. Dabei wird der Dammkörper täglich mit 450 bis 500 Kubikmetern Material schichtweise von unten nach oben aufgebaut. „Hier brauchen wir absolute Festigkeit“, betonte Schreder, „denn mit seiner Festigkeit steht und fällt der Kreisverkehr.“ Im wahrsten Sinn. Im Anschluss werden die Regen- und Wasserkanäle verlegt.

Probleme für die Kunden der Einkaufsmärkte

Bauphase 2 dauert von Mitte August bis Allerheiligen und umfasst den Bau der neuen Fahrbahnen. „Auf der Bundesstraße kann alles fahren, aber nur mit 30 km/h“, sagte Schreder. Jedoch werde die Obere Tiefenbachstraße, also die MB 8, abgetrennt. „Anders geht es nicht.“ Ein Problem für die Kunden der Einkaufsmärkte, die damit von der B 307 abgeschnitten werden. Sie bleiben aber über Wörnsmühl sowie über die Rathausstraße in Hausham erreichbar.

Auch für die Fußgänger wird die Bauzeit unangenehm. Sie werden ebenfalls umgeleitet, und zwar über den Kundenparkplatz an der Kreuzung. Radler müssen auf dem Weg vom und zum Bahnhof absteigen und schieben. Immerhin werden die Fußgängerwege auf 2,30 bis 2,50 Meter verbreitert und ein 60 Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen angelegt.

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Zwei Wochen Totalsperre

In der Bauphase 3 und 4, die Schreder zusammengefasst darstellte und die zwei Wochen dauert, wird die Bundesstraße in diesem Bereich komplett gesperrt. Der Lieferverkehr erfolgt dann über Wörnsmühl, der Einkaufsverkehr kann auch über die Rathausstraße rollen. Was der eh schon angeschlagenen Straße nicht guttun wird, befürchtete Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG). Der Planer gab ihm recht. Die Arbeiter nutzen die verkehrsfreie Zeit für Asphaltierungsarbeiten. Vier Schichten werden laut Schreder aufgetragen – insgesamt entsteht eine 32 Zentimeter dicke Fahrbahndecke. „Dafür brauchen wir geeignete Witterung“, ergänzte Schreder. Der Asphalt brauche je Schicht eine Nacht zum Auskühlen und Härten. Dann folgen Markierungen, Schutzplanken und schließlich die Freigabe für den Verkehr. Die Fertigstellung erfolgt in Bauphase 5. In den zwei Wochen von Mitte bis Ende November werden das Bankett angelegt und die Verkehrsschilder aufgestellt.

Zwischen 1,7 und 1,8 Millionen Euro wird der Kreisverkehr exklusive Grunderwerb kosten. 71,6 Prozent davon zahlt das Staatliche Bauamt Rosenamt, die restlichen 28,4 Prozent übernimmt der Landkreis, abzüglich der Kosten, die die Gemeinde Hausham für die Verlegung der Sparten – also der Versorgungsleitungen – und der Gehwege tragen muss. Die ausführende Firma steht auch schon fest. Die Heinrich Isenmann Tiefbau GmbH aus Fischbachau hat das günstigste Angebot abgegeben.

Zangenfeind blickt dennoch positiv in die Zukunft. „Unser Dank gilt dem Staatlichen Bauamt und dem Landratsamt“, sagte der Bürgermeister. „Wir sind glücklich, dass es geklappt hat, den Kreisverkehr zu realisieren. Er wird sicherlich die erhoffte Verbesserung bringen.“

ddy

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