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Die Wege trennen sich wieder: Auf der ISPO in München wurde Philipp Lahm (l.) im Februar 2015 von Sixtus-Geschäftsführerin Petra Reindl und dem damaligen Eigentümer Franz Kroha als neuer Gesellschafter vorgestellt. Nun hat der ehemalige Bayern-Star, der am Freitag zudem zum zweiten Mal Vater geworden ist, allein das Sagen im Traditionsunternehmen. Reindl aber bleibt an Bord.

Strategie soll beibehalten werden

Lahm kauft Sixtus: Hintergründe und Folgen der Übernahme 

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Ein Fußballweltmeister macht ernst: Philipp Lahm ist ab sofort alleiniger Anteilseigner an der Firma Sixtus. Das sind die Hintergründe und Folgen des Ausstiegs von Franz Kroha.

Hausham – Spekulationen, wonach Fußballstar Philipp Lahm (33) nach seinem Karriereende mehr bei Sixtus mitmischen könnte, gab es schon länger. Seit Freitag steht fest, dass dem tatsächlich so ist. Am Nachmittag hat der Pflegeprodukte-Hersteller aus Hausham bekannt gegeben, dass der Miesbacher Unternehmer Franz Kroha seine Anteile vollständig an die Philipp Lahm Holding GmbH übertragen hat. Damit ist Lahm, der am Tegernsee lebt, nun alleiniger Gesellschafter von Sixtus.

Nur vier Jahre nach seinem Einstieg hat sich Kroha damit wieder von der Haushamer Firma verabschiedet. Wie berichtet, war die Kroha Holding GmbH 2013 bei Sixtus eingestiegen und hatte das Unternehmen ein Jahr später ganz übernommen. Ein Paukenschlag folgte dann im Februar 2015: Unter großem Medienrummel wurde Lahm auf der Münchner Sportartikelmesse ISPO als neuer Gesellschafter präsentiert. Keine zweieinhalb Jahre später hat der Fußballweltmeister nun auch die anderen 50 Prozent an Sixtus übernommen.

Wie die Lahm Holding auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt, wurde die Übertragung als Kauf vollzogen. Damit bestünden keinerlei geschäftliche Verbindungen mehr zwischen Sixtus und Kroha. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren rote Zahlen geschrieben und Schulden bei den Gesellschaftern angehäuft. Kroha hat damit nun nichts mehr zu tun, profitiert aber auch nicht von den Überschüssen, die Sixtus erwirtschaften möchte.

Der Miesbacher Unternehmer stellt den Ausstieg als Teil seiner langfristigen Strategie dar. „Mein Hauptziel war die Konsolidierung des Geschäftsbetriebes und die Sicherstellung einer erfolgreichen Entwicklung von Sixtus“, sagt Kroha. 2014 habe er begonnen, einen strategischen Partner zu suchen, der an einem langfristigen Engagement interessiert sei. In Lahm habe er diesen gefunden. „Er kann und möchte das Unternehmen langfristig begleiten“, betont Kroha. „Darüber hinaus ist er genau wie ich tief in der Region verwurzelt.“ Er selbst wolle sich künftig wieder auf sein Kerngeschäft im Verpackungsgewerbe fokussieren.

Bekanntlich hat Kroha aber mehrere Eisen im Feuer. Nachdem er auf dem Altstandort von Sixtus in Schliersee Wohngebäude verwirklichen konnte, baut er derzeit in Neuhaus drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 17 Wohnungen. Der Bauausschuss stimmte einer maximalen Verdichtung des betreffenden Grundstücks knapp zu. Heuer wurde die Kroha Bauen & Wohnen GmbH neu gegründet. Ferner gehört dem Miesbacher auch der Gasthof Zur Post in Schliersee, den er wiederbeleben möchte. Das Engagement bei Sixtus wurde ihm da wohl zu aufwendig.

Lahm freut sich derweil darauf, mehr Verantwortung bei Sixtus zu übernehmen. An der von Kroha eingesetzten Geschäftsführerin Petra Reindl will er festhalten. „Sie hat über die letzten Jahre ein Team aufgebaut, mit dem wir bereits einige Herausforderungen gemeistert und Sixtus auf gesunde Füße gestellt haben“, sagt Lahm. Er freue sich, „gemeinsam auf dieser guten Basis kontinuierlich aufzubauen“. Der Geschäftsführerin geht es nicht anders. „Ich habe mit beiden Gesellschaftern super zusammengearbeitet“, sagt sie.

Kontinuität ist auch das Stichwort für die Strategie. An der werde sich nichts ändern, wie die Philipp Lahm Holding und Reindl einmütig betonen. Es handle sich um eine rein strukturelle Veränderung. „Sie hat keinen Einfluss auf die Entscheidung über den künftigen Firmenstandort“, heißt es. Wie berichtet, möchte sich Sixtus nach dem ablehnenden Bürgerentscheid in Schliersee in Fischbachau ansiedeln. Aktuell erarbeitet die Firma ein Konzept für eine Erlebniswelt, die den Kräuterbezug zum Thema haben soll.

Auch Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner sieht Krohas Ausstieg nicht als Gefahr für die Ansiedlung von Sixtus in seiner Gemeinde – im Gegenteil: Er habe mitgenommen, dass Lahm „extrem überzeugt ist von dem, was wir uns in Fischbachau wünschen“. Auch die im Vergleich zum ursprünglichen Wunschstandort an der Schlierseer Seestraße gestiegenen Kosten hätten ihn nicht abgeschreckt.

Von Daniel Krehl

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