Kritik an Zahlungsmodell

Landschaftsschutzverband: Hausham fühlt sich benachteiligt

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Gegen eine Stimme hat der Gemeinderat Hausham beschlossen, dem Landschaftsschutzverband beizutreten. Kritik am Landratsamt gab es trotzdem - vor allem in Sachen Zahlungsmodell.

Hausham – Florian Busl und Josef Faas vom Landratsamt Miesbach haben es auf ihrer Tour durch die Gemeinden nicht leicht. Beim Versuch, den künftigen Landschaftsschutzverband (wir berichteten) den Gemeinderäten schmackhaft zu machen, stoßen sie teils auf kritische Nachfragen. So auch in Hausham. Busl stellte dort das Konzept vor – bis auf eine Stimme (CSU) erhielt er letztlich ein Ja zum Beitritt.

Eine Frage, die schon in anderen Gemeinden Thema war, stellte Georg Eham (CSU): „Was passiert mit den Gemeinden, die nicht beitreten?“ Busl gab zu, seitens des Landratsamts kaum eine Parallelschiene fahren zu können. „Wem Landschaftspflege wichtig ist, sollte dabei sein“, sagte er. Die Ratsmitglieder wollten zudem wissen, welche Flächen vom Verband berücksichtigt würden. Busl erklärte, dass sich das Angebot vor allem an Landwirte richten soll, die beispielsweise eine „schöne Streuwiese haben und sich nicht selbst darum kümmern können“. Korbinian Reischl (FWG), selbst Landwirt, sagte dazu: „Die Bauern haben das Jahrhunderte lang selbst gemacht, aber jetzt geht es nicht mehr.“

Besonders störte die Ratsmitglieder der Zahlungsvorschlag von 35 Cent pro Einwohner im Jahr. Dritte Bürgermeisterin Ria Röpfl (FWG) sagte: „Wieso nimmt man da nicht die Gesamtfläche? Wir sind eine kleine Gemeinde, haben aber viele Einwohner.“ Hausham zahlt so einen Jahresbeitrag von 8380 Euro, Fischbachau beispielsweise rund 2000 Euro.

Busl beruhigte zumindest dahingehend, dass die Beiträge erfahrungsgemäß bei einem solchen Verband über Jahre hinweg stabil blieben. „Und das mit den 35 Cent funktioniert auch, wenn nicht alle Gemeinden dabei sind“, sagte er. Besonders Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) betonte: „Wenn wir schon pro Einwohner zahlen, dann sollten auch alle Gemeinden mitmachen.“

Der Vorschlag des Bürgermeisters, nur unter der Prämisse beizutreten, wenn alle 17 Landkreis-Gemeinden dasselbe tun, fand im Rat wenig Anklang. Nach einiger Diskussion entschlossen sich schließlich alle bis auf Hubert Lacrouts (CSU), sich dem Verband anzuschließen. Grundsätzlich war auch Zangenfeind von dem Konzept überzeugt. „Wir wollen, dass unsere Landschaft erhalten bleibt.“

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