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Die Wamsers an ihrem Hochzeitstag vor 65 Jahren und heute.

Eiserne Hochzeit

Die Liebe der Wamsers erblühte in der Seerose

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Als Mozart verkleidet ging Thea 1950 zum Faschingsball in der Schlierseer Seerose. Es war die richtige Wahl, auch noch über 65 Jahre später. Eine Liebesgeschichte zum Hochzeitstag.

Hausham – Die gebürtige Westfälin war gerade zu Besuch bei ihrer Gastfamilie, die sie während dem Zweiten Weltkrieg bei sich aufgenommen hatte. Eigentlich wollte die heute 87-Jährige auch wieder in ihre Heimat zurückkehren. Wenn da nicht der schmucke junge Musiker gewesen wäre. Der hieß Helmut Wamser und spielte an jenem Abend das Akkordeon. So lernten sich die Wamsers kennen. Bald wurde aus der Bekanntschaft Liebe, und die erwies sich als sehr standhaft. 1952 heiratete das Haushamer Paar, 65 Jahre später wurde nun die Eiserne Hochzeit gefeiert.

Dass seine Frau eine „Zugroaste“ war, sei nie ein Problem gewesen, meint Helmut Wamser (86) schmunzelnd: „Sie war ein Preiß und ist einer geblieben.“ Auch ihre unterschiedlichen Freizeitinteressen konnten die beiden nicht auseinanderbringen. Während er gerne zum Fischen ging – sogar in Norwegen und Alaska warf er die Angel aus – zog sie ihre Wassergymnastik oder das Tanzen vor. „Deshalb sind wir auch nie zusammen in den Urlaub gefahren“, erzählt Helmut Wamser. Streit habe es deshalb aber nie gegeben. Oder, wie es Thea Wamser scherzhaft ausdrückt: „Zum Scheiden hatten wir sowieso kein Geld.“

Und wohl auch keine Zeit. So arbeitete Thea Wamser als Haushälterin, ihr Mann als Maler. Später gründete der heute 86-Jährige sogar seinen eigenen Betrieb, den heute sein Enkel in München weiterführt. Dafür konnte sich das Paar bald eine eigene Wohnung in Hausham leisten. Als Wamser das Geschäft an seinen Sohn übergeben hatte, nutzen die Eheleute ihre Freizeit zum Kegeln oder Canasta-Spielen. „Das haben wir auch gemeinsam gemacht“, betont Helmut Wamser. Heute geht seine Frau alleine auf die Kegelbahn im Miesbacher ASV-Heim. Das Knie des 86-Jährigen lässt diesen Sport nicht mehr zu.

Langweilig wird den Wamsers bei drei Kindern, fünf Enkeln und vier Urenkeln trotzdem nicht. „Die kommen gerne zu Besuch“, erzählt Helmut Wamser. Zur Eisernen Hochzeit gratulierte nicht nur die Familie, sondern auch Bürgermeister Jens Zangenfeind. Der Landrat habe eine Karte geschickt, sagt Wamser. „Und sogar der Bundespräsident.“ Was da wohl erst bei der Gnadenhochzeit in fünf Jahren los sein wird.

sg

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