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Der Haushamer Gemeinderat um Bürgermeister Jens Zangenfeind (vorne) und Friedhofswärter Markus Neumann (l.) besichtigte den Friedhof.

Friedhof soll Park-Charakter erhalten

Mehr Plätze für Urnen: Die Haushamer wollen kaum noch Erdbestattungen

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70 Prozent der Bestattungen in Hausham erfolgen mittlerweile in Urnen, sagt Bürgermeister Jens Zangenfeind. Dafür sollen neue Plätze entstehen – in Form von Stelen und Gemeinschaftsgräbern.

Hausham – Alpenveilchen und Herbstmargariten zieren die Gräber. Auf dem Friedhof Hausham hat die neue Jahreszeit schon Einzug gehalten. Doch einzelne Lücken klaffen zwischen den Ruhestätten. Zwar ist es in Hausham noch nicht so deutlich wie auf anderen Friedhöfen, doch das wird nicht mehr lange dauern. Gräber werden aufgelöst, Urnenbestattungen bevorzugt. Markus Neumann, der neue Friedhofswärter, sagt: „Die wenigsten wollen noch eine Erdbestattung.“

Die Gemeinde will darauf reagieren und neue Urnenstelen aufstellen. Um die geeigneten Plätze und Möglichkeiten für diese Form der Bestattung zu diskutieren, hat sich der Gemeinderat auf dem Friedhof getroffen. Neumann, Nachfolger des im Ruhestand befindlichen Karl Scheifl (wir berichteten), ist dabei ein „maßgeblicher Ideengeber“, wie Bürgermeister Jens Zangenfeind betont. Ihnen schwebt vor, dem Friedhof einen Park-Charakter zu verleihen.

Erste Station der Besichtigung: die Aussegnungshalle. Der Raum des Friedhofswärters wurde renoviert, nun soll der Boden der Halle folgen. „Wir werden das neu pflastern müssen“, sagt Zangenfeind. Die Eisentür der Halle nach außen, die früher einmal der Eingang zum Friedhof gewesen war, soll wieder ein solcher werden. „Das andere ist ja eigentlich nur die Zufahrt.“ Außerdem stört sich der Bürgermeister an den Müllcontainiern am jetzigen Eingang. Hier will er andere anschaffen – welche, die nicht so wuchtig und offen sind.

An der Halle vorbei geht es am neuen Holzzaun entlang in den südlichen Part des Friedhofs. Der Zaun passt gut ins restliche Bild – doch ein Friedhofsgesetz schreibt vor, dass noch ein Maschendraht davor muss. Über solche Vorgaben kann Zangenfeind nur den Kopf schütteln. Er macht Halt an Station zwei: eine freie Stelle am Boden, die aber bald schon belegt sein soll. Und zwar mit einem Gemeinschaftsgrab. Eines liegt bereits wenige Meter daneben und dient als Vorlage. Bauamtsleiterin Petra Sperl erklärt: „Die Pflege übernimmt der Friedhofsgärtner.“

Der ist – weil er auch CSU-Gemeinderat ist – ebenfalls vor Ort. Wilhelm Jähne schlägt vor, auf die beiden Steinstelen in dem Grab ein Dach zu setzen, „damit der Stein nicht so vermoost“. In ein Gemeinschaftsgrab werden Urnen gesetzt – Ehepaare können sich einen Platz teilen. Mit einer solchen Doppelbelegung fänden bis zu 60 Menschen in dem neuen Gemeinschaftsgrab Platz.

Station drei des Rundgangs liegt ganz im Westen. Hier sollen Stelen mit Urnennischen entstehen. Über deren Form ist man sich aber in Hausham noch nicht einig. Fest steht: keine Pavillons wie bisher und auch keine Urnenwand. Friedhofswärter Neumann sagt über die Nischen: „Viele wollen das nicht, weil es Schließfachcharakter hat.“

Diese Urnennischen gibt es schon auf dem Haushamer Friedhof.

Beliebter sind Familienstelen, wie es sie auf dem Friedhof schon gibt. Von denen wird es bald zusätzliche geben. „Seit vier Monaten warten Angehörige darauf“, sagt Sperl. Zwei oder drei Urnen passen in eine Familienstele – acht neue sollen entstehen.

Neben mehr Bänken für Besucher schwebt Zangenfeind außerdem ein Friedensweg vor: Urnen, die am Weg entlang in den Boden eingelassen werden. Das könnte er sich entlang des Nagelbachs gut vorstellen. Zum Hintergrund der Neuerungen sagt er: „Der Friedhof war vorher schon in gutem Zustand. Aber vieles sieht man mit der Zeit einfach nicht mehr.“

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