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Haushamer Gemeinderatsmitglied Sebastian Grauvogl? Gibt's ja nicht...

Merkur-Autor sitzt angeblich im Bauausschuss

Wie ich plötzlich ein Haushamer Gemeinderat wurde

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Hausham - Wie gibt's denn das? Unser Autor Sebastian Grauvogl traut seinen Augen kaum, als er sich auf der Homepage von Hausham als Gemeinderat wiederfindet - ausgestattet mit Mandaten wie der Bürgermeister.

Das ging ja schnell: Einmal als Berichterstatter im Haushamer Gemeinderat – und schwuppdiwupp ist man mittendrin statt nur dabei. So staunte Sebastian Grauvogl vom Miesbacher Merkur nicht schlecht, als er sich durch das neue Internet-Ratsinformationssystem der Gemeinde Hausham klickte. Denn in der Liste der Gemeinderatsmitglieder tauchte er an neunter Stelle auf. Zwar ohne Fraktion, dafür aber mit Mandaten für Gemeinderat, Hauptverwaltungs- und Bauausschuss – genau wie der Erste Bürgermeister. Wir haben bei Rathaus-Chef Jens Zangenfeind nachgefragt, wie es zu dieser kuriosen Situation gekommen ist. Ein launiges Gespräch über die Rechte und Pflichten eines Mandatsträgers und die Sache mit der Pressefreiheit.

Herr Zangenfeind, ein Merkur-Journalist als Mitglied in Ihrem Gemeinderat. Müssen sich unsere Leser Sorgen über die Pressefreitheit machen?

(lacht) Ich denke nicht. Sie und Ihre Kollegin (Anm. d. Red.: Sandra Hefft vom Gelben Blatt taucht ebenfalls in der Liste auf) haben uns einfach so beeindruckt, dass wir unseren Gemeinderat kurzerhand aufgestockt haben. Wir sehen das als Bereicherung für unser Gremium. Eigentlich wollten wir Ihnen diese freudige Nachricht ja als Weihnachtsgeschenk überreichen. Schade, dass Sie es jetzt schon selbst rausgefunden haben.

Tja, wir recherchieren eben vorbildlich. Aber im Ernst: Wie sind wir zu dieser Ehre gekommen?

Das kann ich mir selbst nicht so genau erklären. Ich vermute aber, dass es beim digitalen Erfassen der letzten Sitzungsprotokolle passiert ist. Da hat wohl jemand im Rathaus den falschen Knopf gedrückt.

Wie geht es jetzt weiter? Sitzen wir künftig mit am Ratstisch und dürfen uns auch die nichtöffentlichen Debatten anhören?

(lacht) Naja, da müssten wir erstmal noch ein paar Stühle dazustellen. Strenggenommen sollten wir Ihnen ja zuerst noch ihre Ernennungsurkunde überreichen. Dann stünde Ihnen noch die Vereidigung bevor. Um so ein Mandat auszufüllen, gilt es natürlich auch einiges an Verantwortung zu übernehmen. Sie sollten sich das also nochmal gut überlegen.

Schon passiert: Wir verzichten. Werden wir dann auch wieder aus der Liste gelöscht?

Ich fürchte da führt kein Weg dran vorbei. Aber Sie dürfen sich immerhin als unser politischer Aufsteiger des Jahres fühlen. Bei Ihrem Rückzug aus dem Gemeinderat sollten Sie aber nicht vergessen, dass ausscheidende Gemeinderäte üblicherweise den anderen Mitgliedern eine Brotzeit spendieren. Bei der konkreten Gestaltung sind wir aber wie gewohnt flexibel.

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