Ferrari, Hausham
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Exklusiver Konvoi: Beim „Boxenstopp“ auf dem Parkplatz vor dem Alpengasthof Glück Auf in Hausham können die Autofans die PS-starken Boliden aus Italien aus der Nähe begutachten.
Ferrari, Hausham
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Botschafter aus den 1980ern: ein roter Ferrari Testarossa.
Ferrari, Hausham
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Selten und teuer: Nur 349 Stück wurden vom Ferrari F 50 gebaut.
Ferrari, Hausham
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Vollblut-Ferraristi: Veranstalter Harry van Deyk.

Organisator:  „Das Leben ist zu kurz für Abstinenz!“

Millionenschwere Vergnügungsfahrt: 50 Ferraris rollen durch den Landkreis

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Diese Ausfahrt ist weder zu übersehen, noch zu überhören: 50 Ferraris rollen dieser Tage durch den Landkreis. Dazu eingeladen hat eine mindestens ebenso schillernde Person.

Hausham – Neben „seinem“ F 50 fällt es Harry van Deyk (60) schwer, nicht abzuheben. Immer wieder posiert er mit dem roten Ferrari und breitet fürs Foto die Arme aus, als wolle er zum Flug ansetzen. „Das ist das schönste, seltenste und teuerste Auto hier auf dem Platz“, schwärmt der Organisator des internationalen Ferrari-Treffens „Giorni Rossi“, das heuer erstmals in 25 Jahren in Deutschland Station macht. Umgerechnet eine halbe Million Euro habe der Supersportwagen bei seiner Premiere 1997 zum 50-jährigen Firmenbestehen von Ferrari gekostet. Jetzt sei er rund 1,8 Millionen wert. Kein Wunder, meint van Deyk. „Der wurde nur 349 Mal gebaut.“

Rund 50 der teuren Flitzer machen am Freitagvormittag für einen „Boxenstopp“ vor dem Alpengasthof Glück Auf in Hausham Halt. Nach einem Aperitif – für die Fahrer natürlich ohne Alkohol – rollt der PS-starke Tross weiter Richtung Sudelfeld. Stationiert sind die Ferraristi übrigens bis Sonntag im Hotel Überfahrt in Rottach-Egern, und nicht – wie ursprünglich geplant – in Bayrischzell. Wie berichtet, hatte sich der dortige Gemeinderat nach intensiver Diskussion zwar mehrheitlich für das Treffen ausgesprochen, aber eine Unterstützung durch Feuerwehr und Bauhof verwehrt.

Van Deyk nimmt’s gelassen. Der Tegernsee sei ihm gut bekannt, meint er schmunzelnd. „Ich habe da schon mehrere Frauen kennengelernt.“ Auch sonst tritt der 60-Jährige in seinen Aussagen kräftig aufs Gas, was sogar den einen oder anderen PS-erfahrenen Teilnehmer der Fahrt milde lächeln lässt. So sei er halt, ihr Harry. Ein Beispiel: Auf der Werbebroschüre von van Deyks nächstem Ferrari-Treffen prangt ein Foto von ihm vor dem Luxus-Hotel Burj Al Arab in Dubai. Darunter ein goldener Schriftzug: „Das Leben ist zu kurz für Abstinenz!“

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Entsprechend schillernd und bunt klingt seine Biografie. Er habe als Glaser gearbeitet und in den 1980er-Jahren Flugzeuge in Uganda geflogen, erzählt van Deyk. Auch als DJ sei er unterwegs gewesen, unter anderem in Hausham. Ein Ferrari-Fan sei er, seit er denken könne. Wie er es zum Veranstalter der „Giorni Rossi“ geschafft hat, verrät der 60-Jährige nicht. Das sei ein Zufall gewesen, meint er. Gefolgt vom „Schneeballeffekt“. Heute kenne ihn jeder Ferrari-Fahrer in Deutschland. Eine durchaus sportliche These bei derzeit rund 4000 zugelassenen Fahrzeugen.

Doch auch mit den 50 Teilnehmern bei seiner Veranstaltung hat van Deyk gut zu tun. Immer wieder geht er ans Handy. Gerade ruft der Heli-Pilot an. Den hat er gebucht, um die Ferraris bei ihrer Fahrt übers Sudelfeld aus der Luft zu fotografieren. Doch die Wolken über den Bergen hängen zu tief. Van Deyk bleibt locker. „Dann fliegen wir am Nachmittag.“

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Auf der Straße ist das feuchte Wetter kein Problem. Die Fahrer beherrschen ihre mehrere Hundert PS starken Maschinen. Gerast wird ohnehin nicht bei den „Giorni Rossi“. Die Veranstaltung dürfe keinen Renncharakter haben, erklärt Reinhard Schuster, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Miesbach, der auf dem Volksfestplatz beobachtet, ob die Auflagen des Landratsamts eingehalten werden. „Auch Ferraris genießen keine Sonderrechte.“ Damit kein Konvoi entsteht, müssten die Autos im Abstand von einer Minute starten.

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Anders als in Bayrischzell steht in Hausham die Feuerwehr parat. Kommandant Joachim Hamacher und seine Kollegen lotsen die Supersportwagen per Handzeichen durch den Ort. Die rollen – von einzelnen kreischenden Gasstößen abgesehen – ganz zahm die Naturfreundestraße entlang. Schlaglöcher vertragen die springenden Pferde nicht. Nur wenige Zentimeter schweben ihre roten, gelben, schwarzen, teils sogar weißen und blauen High-Tech-Maßanzüge über dem Asphalt.

Van Deyk sitzt übrigens nicht selbst am Steuer. Auf die Frage, wo denn sein Ferrari parke, folgt ein kurzes Zögern. Der stehe in Dubai, erklärt er dann. Natürlich ein F 50. „Den habe ich von einem Scheich bekommen.“

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